Junger Buchkirchner entwickelt KI gegen Spechtlöcher in Fassaden
BUCHKIRCHEN/WELS. Matthias Mitter ist Schüler der 7. Klasse des BRG Wels Wallererstraße und hat ein Gerät entwickelt, das ein teures Problem vieler Hausbesitzer löst: Es vertreibt Spechte, die Löcher in gedämmte Fassaden klopfen und dadurch hohe Sanierungskosten verursachen.

„Auf die Idee bin ich über meinen Papa gekommen“, erzählt Mitter. „Wir hatten selbst ein halbes Jahr lang ein Spechtproblem an unserer Fassade und haben wirklich alles probiert“, so der junge Buchkirchner. Ultraschallgeräte, Eulen-Attrappen, CDs, sogar eine Metallplatte über dem Loch - aber nichts half auf Dauer.
Warnrufe, Vogelgeräusche und Flügelschlagen
Tatsache ist: Spechte sind intelligent. Ultraschall wirkt bei ihnen nachweislich nicht und an Attrappen oder Dauerbeschallung gewöhnen sie sich schnell, weil sie merken, dass keine echte Gefahr dahintersteckt.
„Mein Papa meinte irgendwann, es bräuchte eigentlich ein Gerät, das den Specht erst erkennt, wenn er klopft und genau dann reagiert. Das habe ich dann gebaut“, erklärt der 17-jährige Gymnasiast. Das Gerät spielt abwechselnd Rufe verschiedener natürlicher Feinde ab, dazu Warnrufe der eigenen Art oder Flügelschlagen und das nur beim Klopfen. „Für den Specht wirkt das wie das Revier eines echten Feindes, er meidet die Stelle und sucht sich einen anderen Platz“, begründet Mitter, warum sein „KI Specht“ funktioniert.
Solarbetriebene Box mit künstlicher Intelligenz
Der „KI Specht“ ist eine kleine solarbetriebene Box an der Fassade. Eine selbst trainierte künstliche Intelligenz erkennt am Klopfmuster, ob ein Specht am Werk ist, und spielt dann wechselnde Rufe natürlicher Feinde ab – bewusst variabel, damit genau diese Gewöhnung nicht eintritt. Der Specht wird dabei nicht verletzt, sondern nur umgeleitet - was wichtig ist, denn die Vögel sind streng geschützt.
Für Preis eingereicht
Bei der Auswahl der richtigen Bauteile hat sein Vater geholfen. Von der Hardware bis zur Software hat Matthias aber alles selbst gemacht. „Das Klopfen eines Spechts ist zum Glück ein sehr markantes Geräusch und es gibt online viele Aufnahmen davon. Damit konnte ich eine künstliche Intelligenz trainieren, die zuverlässig erkennt, ob wirklich ein Specht klopft und kaum Fehlalarme auslöst. Das Ganze läuft auf einem Minicomputer mit gerade einmal 512 MB Arbeitsspeicher“, ist Mitter stolz auf sein System, das von seinem Informatiklehrer nun sogar für den Media Literacy Award von Bildungsministerium, Ars Electronica und Österreichs Agentur für Bildung und Internationalisierung eingereicht wurde.
Testhaushalte gesucht
Mitter selbst hat die Technik als Gebrauchsmuster schon beim Österreichischen Patentamt angemeldet und startet im Herbst einen Praxistest an einem öffentlichen Gebäude im Mühlviertel.
Wer auch ein Specht-Problem kann sich gerne per Mail bei Matthias Mitter (matthias.mitter@brgwels.at) melden, er ist für einen kostenlosen Praxistest aktuell auf der Suche nach betroffenen Hausbesitzern.


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