Kößlwanger Knoblauch verleiht dem Speck seine feine Note
BAD WIMSBACH-NEYDHARTING. Sandra und Mario Forstinger führen gemeinsam einen Schweinezucht- und Mastbetrieb samt Acker-und Gemüsebau und Direktvermarktung. Ihre Produkte verkaufen sie am Linzer Südbahnhofmarkt und über die Selbstbedienungshütte am Hof und besonders stolz sind sie auf den eigenen Speck. Der ist besonders bekömmlich, weil er ohne Pökelsalz auskommt, und besonders aromatisch, weil er mit Knoblauch aus Kößlwang gewürzt ist.

Vor mittlerweile zehn Jahren widerstrebte es Sandra Forstinger, für ihre hausgemachten Produkte Knoblauch aus China zu verwenden und so beschloss die innovative Landwirtin, ihren eigenen Knoblauch anzubauen. Während es in der Zwischenzeit auch heimischen Knoblauch gibt, vertraut Forstinger weiterhin dem Eigenanbau und bereitet jetzt schon wieder die Ernte für nächstes Jahr vor.
Beinharte Handarbeit
„Im Herbst werden die Zehen eingelegt, dann sieht man über den Winter schon kleine, grüne Sprösschen“, erzählt die 48-jährige Bäuerin. Im Frühling kommt dann der harte Teil der Arbeit: das Heindln. Zweimal geht Forstinger im Frühling durch die Reihen, um das Unkraut zu hacken. „Das ist schon ordentlich Handarbeit, aber ich bin so gern am Acker. Es ist so schön da“, schwärmt Forstinger von ihrer Tätigkeit.
Aus jeder Zehe wird eine Knolle
Insgesamt zehn Kilo Knoblauch hat die Mutter von sechs Kindern letztes Jahr, hinten am Vielfachgerät sitzend, eingelegt. „Wie viel Ertrag das war, weiß ich gar nicht. Aber aus jeder Zehe wird eine Knolle“, erklärt die Landwirtin, die sich künftig noch mehr auf Gemüseanbau spezialisieren möchte. Ihren Knoblauch setzt sie zwischen die Erdäpfel. „Dort ist er gut geschützt und es schaut hübsch aus“, freut sie sich.
Die Zöpfe trocknen am Heuboden
Grundsätzlich ist der Knoblauch sehr unkompliziert. „Weil er über den Winter genug Feuchtigkeit bekommt und im Frühling regnet es auch öfter. Im Juni, vor der Hitze, wird er dann schon geerntet“, erklärt Forstinger, die den Knoblauch dann am Stängel zu Zöpfen zusammenbindet. So schön verarbeitet kommen die aromatischen Knollen dann in den Heuboden. Hier herrscht die perfekte Luftfeuchtigkeit zum Trocknen und nach und nach werden die Knollen dann heruntergeholt und verarbeitet.
Gemeinsames Knoblauchschälen zum Geburtstag
Sollte zum Jahresende noch etwas übrig sein, werden zum Geburtstag von Gatten Mario am 3. Jänner alle zum Knoblauchschälen eingeladen, denn sonst treibt er im Jänner aus und schmeckt leicht bitter und nicht mehr so stark nach Knoblauch. „Da werden keine Geschenke mitgebracht, sondern Messer und da schälen wir schon ein paar Stunden“, freut sich Forstinger über die tatkräftige Unterstützung von Familien und Freunden.
Nach einem alten Rezept der Eltern
„Wir verwenden unseren Knoblauch in erster Linie um unseren Speck einzusuren. Ich wollte ohne Pökelsalz auskommen und deshalb machen wir unsere eigene Mischung nach einem Rezept von Marios Eltern. Da ist neben Salz, Pfeffer und ein bisschen Paprika für die Farbe auch viel Knoblauch drin“, verrät Forstinger. Nach zwei Wochen suren und zwei Wochen in der Selche hat der Speck vom „Webermann“ - so der Hausname - seinen charakteristischen Geschmack.








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