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WELS. Es geistern derzeit viele Gerüchte durch die Stadt. Eines aus dieser satten Reihe war der Rücktritt von Hermann Wim­mer. Bei einer Pressekonferenz nahm der Vizebürgermeister gemeinsam mit Fraktionsob­mann Johann Reindl-Schwaig­hofer dazu Stellung. „Ich trete sicher nicht zurück.“

Fraktionsobmann Johann Reindl-Schwaighofer und Vzbgm. Hermann Wimmer
Fraktionsobmann Johann Reindl-Schwaighofer und Vzbgm. Hermann Wimmer
 “Die Stimmungslage in Wels ist nicht die beste, alles andere als dieser Skandal wäre mir lieber. Aber hier handelt es sich um einen Kriminalfall, der von der Staats­anwaltschaft und der Polizei ge­löst werden muss. Wir werden im Magistrat unsere Konsequenzen ziehen“, sagt Wimmer. Politisch gesehen fühlt er sich nicht in der Verantwortung. „Das ist Aufga­be des Inneren Dienstes. Und der liegt in der Hand der Magistrats-direktorin unter Aufsicht des Bürgermeisters. Ich werde alles tun, was in meiner Macht steht. Politische Verantwortung trage ich für andere Sachen. Wie zum Beispiel für den Schuldenstand. Hier stehen wir im österreichi­schen Vergleich sehr gut da. Die Finanzen der Stadt sind mehr als in Ordnung.“ Er selbst habe erst am 24. November von der Causa erfahren: „Gemeinsam mit dem Bürgermeister haben wir die Kündigung der Kassierin in die Wege geleitet.“ Einer der Dienst­vorgesetzten ist sein Bruder: „Das anschließende Gespräch war sehr hart. Natürlich habe ich ihm Vorwürfe gemacht.“ Die SPÖ legt den Fokus nun auf die „Aufklärung des Kriminalfalls“, wie sie immer betont. Über die Zustände im Welldorado: „Zur Einschulung fuhr nur der Abtei­lungsleiter mit einer Mitarbeiterin nach Deutschland zur Software-Firma. Nicht einmal mein Bru­der als unmittelbarer Dienstvor­gesetzter der Kassierin war dabei - und natürlich auch keine einzige Kassierin.“ Es braucht Schulun­gen, externe Prüfung, eine neue Struktur und so weiter. Wir ste­hen für Transparenz.“ Die Wahl­auseinandersetzung macht dies nicht leichter, gleichwohl Frak­tionsobmann Reindl-Schwaig­hofer meint: „Wir haben seit Jän­ner mehr als 2000 Hausbesuche in Wels gemacht, die Gespräche werden genau protokolliert. Nur drei Mal ist das Welldorado the­matisiert worden.“<   AKTUELLES Der Kontrollausschuss hat wieder einen Bericht herausgegeben und auch von empfohlenen Maßnahmen gesprochen. Doch der Vorsitzen­de des Gremiums, Gemeinderat Walter Teubl (Grüne), hält fest: „Der genaue Fehlbetrag wird sich nicht mehr feststellen lassen. Der Schaden beläuft sich derzeit auf 360.510,51 Euro. Das ist die Summe auf jeden Fall. Was die vielen Stor­nierungen anbelangt, da kommen wir nicht weiter. Das können wir nicht klären. Die Unterlagen sind an die Staatsanwaltschaft und die Kripo übergeben worden, und dort wird nun weiter ermittelt.“ Eine Selbstanzeige beim Finanzamt ist getätigt. Dort wird von einer Schadenssumme von 650.000 Euro ausgegangen. „Eine Selbstanzeige kann nur einmal gemacht werden. Aus Berechnungen hat sich diese Summer ergeben. Die Kassa am Eis­laufplatz wird noch geprüft“, erklärt Koits. Alle 90 Kassen des Magistrats werden nun geprüft. Im Kontrollausschuss wurden Maßnahmen vorgeschlagen: Die Anschaffung eines einheitlichen Kassensystems im Magistrat. Vor­gesetzte müssen ihrer Kontrollpflicht nachkommen und die Kontrollen der finanziellen Abläufe auch doku­mentieren. Die Schulungen für das Kassenpersonal generell werden verschärft.

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