Der letzte Wahlnachschlag
WELS. Es war ein Tag der Überraschungen. Das bezieht sich eher auf die Ergebnisse. Der Vorsprung für Andreas Rabl (FP) in der Messestadt so groß war (63 zu 37) ist eine kleine Sensation, aber auch ein Statement plus Vertrauensvorschuss, den man erst gerecht werden muss. Nicht anders die Urnengänge in Stadl-Paura und Lambach, wo auch die Herausforderer klare Siege einfuhren.

In Weißkirchen war es für den bisherigen Amtsträger, Norbert Höpoltseder (SP), ein knappes Rennen. Mit 53 zu 47 war dies eng. Nur Regina Rieder (VP) setzte sich auch in dieser Höhe (59 zu 41) erwartet in Buchkirchen durch. Es waren Winke mit Zaunpfählen, die der Souverän verteilte. Manfred Haimbuchner (FP) meinte bei der Auszählung im Welser Rathaus: „Die langjährige Ausgrenzungspolitik der SPÖ hat heute einen klaren Dämpfer erreicht. Die SP muss anerkennen, dass die Menschen politische Veränderung wollen. Man muss uns auf Augenhöhe begegnen. Die Stadt Wels hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten viel Schaden erlitten“.
Rabl und seinem Team traut man ehesten zu diesen Schaden zu beheben. Die Führungsriege ist sich dessen bewußt und bleibt auch im Sieg ruhig: „Es ist dies ein Vertrauensvorschuss und eine Auszeichnung. Wir brauchen aber einen Partner. Wir haben keine absolute Mehrheit“. Das heißt wohl ,dass das Spiel der freien Kräfte für die nächsten sechs Jahre hoffentlich vorbei ist. Doch die Erwartungen an die neue Führung ist nicht nur in Wels hoch. Es muss alles auf Knopfdruck besser werden, wenn es teilweise nach der Bevölkerung geht. Doch so einfach geht das nicht. Das werden viele, die sich jetzt einiges erhoffen, in den nächsten Monaten auch erkennen. Es sollte keinen gemeindeiegenen Selbstbedienungsladen geben. Es braucht ein Zusammenrücken und einen offenen und ehrlichen Umgang. Die Wahrheit hat niemand gepachtet. Gerade nicht diejenigen, die am lautesten schreien und jetzt trunken an die Öffentlichkeit kommen. Es braucht offene und ehrliche Arbeit und nicht Ideologie in allen Facetten. Weder von rechts noch von links. Das sollte man eigentlich jetzt kapiert haben.


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