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WELS. Es rumort weiter in der Sozialdemokratie. Es geht um den Stadtparteiobmann. Mögliche Kandidaten bringen sich in Stellung. Die Partei steckt mitten in einer Zerreißprobe.

Johann Reindl-Schwaighofer: „Viele haben sich mit mir solidarisiert, trotz der Schmutzkübelkampagne“.

Das Prozedere bis zum Stadtparteitag am 10. Mai war ja festgelegt. Doch mit seinem offenen Brief hat Gemeinderat Ernst Kirchmayr die Diskussion wieder eröffnet. Er forderte eine Ur-Abstimmung unter den Mitgliedern. Begleitend gibt es auch eine Facebook-Gruppe unter dem Titel „Demokratie Jetzt“. „ Es stimmt, wir haben lange diskutiert über die Vorgangsweise der Abstimmung. Wir waren einverstanden mit einem Hearing, allerdings wurde vereinbart, dass wir über die Art und Weise des Hearings noch sprechen. Zwei Tage darauf lese ich in der Zeitung, dass dieses Hearing in der Stadtpartei stattfinden wird. Ich, so wie auch einige andere Ausschuss-Mitglieder, haben sich salopp gesagt über den Tisch gezogen gefühlt“, sagt Kirchmayr. Für seinen offenen Brief habe er viel Zustimmung erhalten. „Warum suchen wir immer ständig die Schuld bei allen anderen, aber nicht in unseren eigenen Reihen? Hier kann doch etwas nicht stimmen. Mich jetzt hinzustellen, als würde ich die SPÖ nur schlecht reden wollen, ist eine Frechheit und schlichtweg absurd“, so Kirchmayr.

Der geschäftsführende Stadtparteiobmann, Stadtrat Johann Reindl-Schwaighofer, hat für seine Vorgehensweise auch viel Zuspruch erhalten: „Viele haben sich mit mir solidarisiert, trotz der Schmutzkübelkampagne. Am Donnerstag gibt es jetzt noch einen Stadtparteiausschuss. Dort werden wir noch einmal diskutieren und Beschlüsse erstellen. Wenn jemand anderer Meinung ist, dann soll er dies dort kundtun. Das gilt auch dann für die Klausur Ende März, Anfang April. Wir werden entsprechende Beschlüsse fassen, die es dann zu respektieren gilt. Ich stelle alles zur Diskussion und jeder ist eingeladen seine Meinung kundzutun. Ich erwarte aber, dass Mehrheiten anerkannt werden. Das gilt für mich und auch für alle anderen“.

Gemeinderat Bernhard Humer will auf jeden Fall beim Hearing für den neuen Obmann mitmachen: „Der Stadtparteiausschuss wird eine Empfehlung geben und der will ich nicht vorgreifen“. Falls er nicht als erster Kandidat vorgeschlagen wird, behält er sich trotzdem das Recht vor am 10. Mai zu kandidieren: „Wir warten ab!“


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