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WELS. Als Verkehrsreferent steht SP-Stadtrat Klaus Hoflehner mitten im Geschehen. Tips sprach mit ihm nicht nur über die Problematik in Wels-Nord, sondern auch wie es in der SPÖ Wels weitergeht.

SP-Stadtrat Klaus Hoflehner: Da steckt schon sehr viel sozialdemokratischer Schwung dahinter und wir merken es auch an den heftigen Reaktionen der Koalitionspartner FPÖ und ÖVP, dass wir hier unangenehm auffallen. Foto: Stadt Wels

Tips: Die Oberfeldstraße plus Zubringer versinkt im Chaos. Liegt es an der Verkehrsplanung oder an der Raumordnung?

Hoflehner: Das eine derart hohe Dichte an Handelsbetrieben an einer einzigen Straße dementsprechend hohe Verkehrsaufkommen produziert, liegt auf der Hand. Da hat tatsächlich die wirtschaftliche Dynamik die Verkehrsplanung und die Menschen teilweise ausgebremst.

Tips: Gerade im Norden wird gebaut und gebaut. Die Verkehrsinfrastruktur hinkt nach?

Hoflehner: Ja, und ganz besonders der öffentliche Verkehr. Ich erwähne da die sogenannte Tangentiallinie, die hier wichtig ist. Rad- und Fußgängerverkehr brauchen ebenso verbesserte Bedingungen, daran arbeiten wir konkret zum Beispiel bei der Kreuzung Oberfeldstraße/Wallererstraße. Die Idee mit dem Kreisverkehr an der Kreuzung Oberfeldstraße/Grieskirchnerstraße habe ich auch noch nicht aufgegeben.

Tips: Peter Lehner meint der Autobahnanschluss Wimpassing hilft. Ist hier nicht der Wunsch Vater des Gedankens oder vettröstet man hier die Menschen nur auf den Sankt Nimmerleins-Tag, der ohnehin nie wirklich eintritt?

Hoflehner: Was den Schwerverkehr betrifft, gebe ich Peter Lehner recht. Da müssen die Wohngebiete entlastet werden und das werde ich mit Verordnungen so gut wie möglich unterstützen. Der PKW-Durchzugsverkehr braucht aber auch andere Lösungen

Tips: Über die Eisenhowerstra0e wird diskutiert. In der Oberfeldstraße auch. Wird es nicht Zeit für ein Gesamtkonzept für die Stadt?

Hoflehner: Ein Gesamtverkehrskonzept muss sinnvollerweise über die Stadtgrenzen hinausdenken. Ohne die Miteinbeziehung der B 137, B 138, der Autobahnanschlussstellen Wels-Nord und -West sowie vor allem der B1 im Sinne zum Beispiel eines Generalverkehrskonzeptes „Großraum Wels“ gehen wir an der Herausforderung der Zukunft vorbei. Innerstädtisch braucht es eine politisch vereinbarte Mobilitätsstrategie, in der den in Wels lebenden Menschen umfassend mehr Beachtung gewidmet wird.

Tips: Bleiben wir in der Innenstadt. Am KJ wird gebaut, ebenso beim Alten Urbann. Verkehrstechnisch wird dies schwieriger?

Hoflehner: Baustellen sind immer Hindernisse und oft auch Ärgernisse. Ich denke, dass sich, wie man gerade am Stadtplatz sehen kann, alle Beteiligten kräftigst unter extremen Bedingungen bemühen, die Belastungen möglichst gering und kurz zu halten.

Tips: Thema Radverkehr: Ist es nicht ein Hohn , wenn beim neuen Amtsgebäude Greif angeblich gerade einmal 13 Fahrradstellplätze geplant sind. Hat der Radverkehr sowenig Stellenwert in Wels?

Hoflehner: Dabei muss es sich um ein Gerücht handeln. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Stadt Wels, die ab Herbst 2018 mit den Umlandgemeinden die erste österreichische Radmodellregion werden wird, sich ausgerechnet beim Neubau des Amtsgebäudes eine derartige Blöße geben sollte.

Tips: Kommen wir zum Stadtparteiobmann der SPÖ: Die Oppositionsrolle ist für die Partei ungewohnt. In drei Jahren wird gewählt, wird es nicht schön langsam Zeit für mehr Schwung?

Hoflehner: Die SPÖ Wels hat nach einer sehr schwierigen Zeit inzwischen viele für die Welser Bevölkerung wichtige Themen federführend besetzt. Ich denke dabei beispielsweise an Fragen der Klein- und Kleinstkinderbetreuung, Schaffung von adäquaten schulischen Formen wie der Ganztagesschule, viele Vorschläge zur aktiven städtischen Politik für leistbares Wohnen, mehr Augenmerk für die Lebensqualität in den Stadtteilen und die problematische ärztliche/pflegerische Grundversorgung.  Da steckt schon sehr viel sozialdemokratischer Schwung dahinter und wir merken es auch an den heftigen Reaktionen der Koalitionspartner FPÖ und ÖVP, dass wir hier unangenehm auffallen. Aber ja: Luft nach oben gibt es.


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