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WELS/WELS-LAND. Der Sommer 2018 ist zu heiß und viel zu trocken – darin sind sich Experten einig. Allein der August lag heuer um 4,2 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel. Im gesamten Jahr sind es bisher 2,5 Grad.

Landwirte mit Schotterböden waren besonders betroffen.Foto: Wallner BWSB LKOÖ
  1 / 2   Landwirte mit Schotterböden waren besonders betroffen.Foto: Wallner BWSB LKOÖ

Dass es zu trocken ist, zeigt sich vor allem im oberösterreichischen Zentralraum: Hier wurden nur etwas mehr als 50 Prozent der langjährigen Niederschlagswerte verzeichnet. Besonders zu spüren bekommen das die Landwirte. „Der Gesamtschaden in der Landwirtschaft bedingt durch die Dürre beträgt in Oberösterreich 110 Millionen Euro. Dabei handelt es sich um die gegenwärtige Situation, die Auswirkungen auf die Herbstkulturen sind noch nicht inkludiert“, erklärt Mario Winkler von der OÖ. Hagelversicherung.

Herbstfrüchte sehr früh

Wels bildet da keine Ausnahme. „Im Bezirk war alles extremst trocken“, bestätigt Thomas Jungreuthmayer, Dienststellenleiter der Bezirksbauernkammer. Bei der Wintergerste im Frühsommer war alles noch im Rahmen, ab dem Weizen hat man es gemerkt. Deutlich zeigen sich die Auswirkungen jetzt. „Wir haben bei den Herbstfrüchten eine extrem frühe Ernte“, erklärt Jungreuthmayer, dass der Mais heuer rund drei Wochen früher gedroschen wurde. Die Erträge seien aber im Durchschnitt fast besser als erwartet. „Der Soja lässt eher aus. Die Körner sind sehr klein und die Landwirte haben weniger Ertrag am Hektar“, so Jungreuthmayr.

Schwer getroffen

40 Prozent weniger Gerste, 60 Prozent weniger Raps und jetzt noch 30 Prozent weniger Mais – diese ernüchternde Bilanz muss Harald Wörister ziehen, dessen Felder in der Welser Heide liegen. „In den letzten Jahren war immer jedes zweite Jahr ein sehr heißer Sommer und einmal waren die Frühjahrskulturen betroffen und dann wieder die späteren. Heuer hat es halt alle Kulturen betroffen“, ist Wörister abgeklärt. Weizen baut er auf dem Schotterboden schon seit zehn Jahren nicht mehr an und „so lange es nicht dramatischer wird, werde ich bei meinen Kulturen bleiben“, so Wörister, weil: „Den Himmel hat der Hergott in der Hand und unsere Werkstatt ist nunmal unter freiem Himmel!“.

„Wir haben Spitzenertrag“

Ganz anders ist es bei Anita Straßmayr. „Beim Mais haben wir einen Spitzenertrag“, sagt die Bezirksbäuerin aus Bad Wimsbach-Neydharting. „Da wo ich wohne, kann keiner jammern. In der Welser Gegend ist es natürlich schon anders wegen der Bodenbeschaffenheit“.

Straßmayr gehört auch zu den wenigen Milchkuh-Haltern in der Region. Der fehlende Regen hat sie aber auch hier nicht in Bedrängnis gebracht. „Man muss als Landwirt immer vordenken. Wir haben ja solche Jahre schon gehabt“, erinnert sich Straßmayr. „Ich habe immer Silage-Ballen auf Vorrat und als das Grünland dann aus geworden ist, habe ich Silage gefüttert“, erzählt die Bezirksbäuerin.

Ausfälle beim Gemüse

Während die Obsternte sehr gut ist, hat es die Gemüsebauern stark getroffen. „Beim Kraut haben wir massive Ausfälle, mehr als die Hälfte“, erklärt der Thalheimer Landwirt Mario Thallinger. „Über den Sommer ist vieles nichts geworden“. Die Eissalat-Köpfe seine weniger und kleiner, ebenso die Kürbisse. Bewässert habe er seine Felder nicht. „Das rechnet sich nicht“, so der Landwirt. Wahrscheinlich müsse man sich aber überlegen, andere Kultur anzubauen, die nicht so viel Wasser brauchen, oder doch eine Bewässerung errichten, weil: „Ohne Wasser geht gar nix“.

Der Borkenkäfer wütet

Und noch ein Problem haben die Landwirte heuer: den Borkenkäfer, der sich bei hohen Temperaturen besonders wohlfühlt. „Der Fichtenbestand im Bezirk ist massivst betroffen“, bestätigt auch Jungreuthmayr. Erschwerend kommt hinzu, „dass Holz nicht nachgefragt ist, weil so viel am Markt ist und deshalb nicht aus den Wäldern abtransportiert werden kann“. Aufgrund der anstehenden Feldarbeit haben die Landwirte momentan auch wenig Zeit für die Holzarbeit.

„Vom Klimawandel betroffen“

Landesrat Max Hiegelsberger, selbst Landwirt, zur Situation: „Das heurige Jahr zeigt in einer extremen Form, dass die Landwirtschaft die erste Branche ist, die direkt vom Klimawandel betroffen ist. Wir gehen davon aus, dass diese Wetterextreme in ihren verschiedensten Ausprägungen extremer und häufiger werden. Daher setzten wir auf vorsorgliche Absicherungsmöglichkeiten.“


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