Welser Firma macht aus Klärschlamm Bio-Brennstoff

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Gertrude Paltinger, BSc Gertrude Paltinger, BSc, Tips Redaktion, 01.12.2020 17:05 Uhr

WELS. Die noch recht junge Firma Green Sentinel wurde im Rahmen des Greenstart-Awards der Bundesregierung ausgezeichnet. Das Unternehmen gewinnt aus Klärschlamm wertvolle Rohstoffe und macht daraus einen Bio-Brennstoff.

Klärschlamm muss nicht immer teuer entsorgt werden. Klärschlamm kann auch lukrativ verwertet werden. Daniel Scheiböck-Ortner von der Welser Firma Green Sentinel entwickelte in zweijähriger intensiver Arbeit ein mehrstufiges Verfahren (das sogenannte RSR-Verfahren), in dem aus dem Klärschlamm anorganische Materialien entfernt, Rückstände oxidiert und Phosphor zurückgewonnen werden kann. Dabei wird der ökologische Fußabdruck wesentlich reduziert, es werden wertvolle Rohstoffe rückgewonnen.

 

Hoher Heizwert und Rohstoffe

Das werthaltige Endprodukt ist ein gereinigter Bio-Brennstoff, vergleichbar mit Pellets. „Das wahre Potenzial des Klärschlamms liegt nicht im Phosphor für die Düngemittelindustrie, sondern im hohen Heizwert, der über jenem von Braunkohle liegt“, erklärt Scheiböck-Ortner. „Unser Ersatzbrennstoff kann in gängigen Feststoff-Heizkesseln ab 50 kW eingesetzt werden.“

Greenstart-Award erhalten

Mit ihrem einzigartigen Aufschlussverfahren überzeugte die Welser Firma auch beim Greenstart-Award der Bundesregierung die Jury. Die Preisverleihung durch von Bundesministerin Eleonore Gewessler fand im Rahmen einer virtuellen Feier statt. Bei dieser Prämierung werden aus den eingereichten Projekten zunächst von einer Jury die besten zehn Start-Ups ausgewählt und schließlich mittels öffentlichem Voting drei Sieger auserkoren.

„In unserer heutigen Zeit ist es wichtig, den ökologischen Fußabdruck möglichst gering zu halten, einen nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen zu pflegen und das Ganze auch noch wirtschaftlich attraktiv zu gestalten“, ist Scheiböck-Ortner überzeugt. Der Biotechnologe hat drei Jahre Berufserfahrung in den Bereichen Abwassertechnik und Industrieanlagenbau. Dabei betreute er Forschungs- und Entwicklungsprojekte.

Stationäre und mobile Anlagen

 

Die GmbH wurde am 1. August gegründet. Das Team setzt sich aus qualifizierten jungen Technikern zusammen, die Erfahrung in Verfahrenstechnik sowie Industrieanlagenplanung und Bau haben. Ende des ersten Quartals 2021 soll die erste Anlage fertig sein. 

Green Sentinel bietet stationäre Aufbereitungsanlagen für Kläranlagen und für Energieversorger, die schon bisher Klärschlamm thermisch verwerten, zum Kauf an. Betreiber kleiner Klärwerke können auch eine mobile Anlage anmieten.

Die ersten Anlagen werden wohl nach Deutschland gehen. Aber auch hierzulande ist das Marktpotenzial gewaltig. Denn in Österreich fallen jährlich 235.000 Tonnen Trockenmasse an Klärschlamm an. Die Betreiber können mit der neuen Technologie zwischen 40 und 70 Prozent der Kosten im Vergleich zur Entsorgung einsparen.

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