Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

WELS. Die noch recht junge Firma Green Sentinel wurde im Rahmen des Greenstart-Awards der Bundesregierung ausgezeichnet. Das Unternehmen gewinnt aus Klärschlamm wertvolle Rohstoffe und macht daraus einen Bio-Brennstoff.

  1 / 2   Die Verwertung von Klärschlamm als neue Möglichkeit für Kläranlagen-Betreiber. Foto: Green Sentinel

Klärschlamm muss nicht immer teuer entsorgt werden. Klärschlamm kann auch lukrativ verwertet werden. Daniel Scheiböck-Ortner von der Welser Firma Green Sentinel entwickelte in zweijähriger intensiver Arbeit ein mehrstufiges Verfahren (das sogenannte RSR-Verfahren), in dem aus dem Klärschlamm anorganische Materialien entfernt, Rückstände oxidiert und Phosphor zurückgewonnen werden kann. Dabei wird der ökologische Fußabdruck wesentlich reduziert, es werden wertvolle Rohstoffe rückgewonnen.

Hoher Heizwert und Rohstoffe

Das werthaltige Endprodukt ist ein gereinigter Bio-Brennstoff, vergleichbar mit Pellets. „Das wahre Potenzial des Klärschlamms liegt nicht im Phosphor für die Düngemittelindustrie, sondern im hohen Heizwert, der über jenem von Braunkohle liegt“, erklärt Scheiböck-Ortner. „Unser Ersatzbrennstoff kann in gängigen Feststoff-Heizkesseln ab 50 kW eingesetzt werden.“

Greenstart-Award erhalten

Mit ihrem einzigartigen Aufschlussverfahren überzeugte die Welser Firma auch beim Greenstart-Award der Bundesregierung die Jury. Die Preisverleihung durch von Bundesministerin Eleonore Gewessler fand im Rahmen einer virtuellen Feier statt. Bei dieser Prämierung werden aus den eingereichten Projekten zunächst von einer Jury die besten zehn Start-Ups ausgewählt und schließlich mittels öffentlichem Voting drei Sieger auserkoren.

„In unserer heutigen Zeit ist es wichtig, den ökologischen Fußabdruck möglichst gering zu halten, einen nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen zu pflegen und das Ganze auch noch wirtschaftlich attraktiv zu gestalten“, ist Scheiböck-Ortner überzeugt. Der Biotechnologe hat drei Jahre Berufserfahrung in den Bereichen Abwassertechnik und Industrieanlagenbau. Dabei betreute er Forschungs- und Entwicklungsprojekte.

Stationäre und mobile Anlagen

Die GmbH wurde am 1. August gegründet. Das Team setzt sich aus qualifizierten jungen Technikern zusammen, die Erfahrung in Verfahrenstechnik sowie Industrieanlagenplanung und Bau haben. Ende des ersten Quartals 2021 soll die erste Anlage fertig sein. 

Green Sentinel bietet stationäre Aufbereitungsanlagen für Kläranlagen und für Energieversorger, die schon bisher Klärschlamm thermisch verwerten, zum Kauf an. Betreiber kleiner Klärwerke können auch eine mobile Anlage anmieten.

Die ersten Anlagen werden wohl nach Deutschland gehen. Aber auch hierzulande ist das Marktpotenzial gewaltig. Denn in Österreich fallen jährlich 235.000 Tonnen Trockenmasse an Klärschlamm an. Die Betreiber können mit der neuen Technologie zwischen 40 und 70 Prozent der Kosten im Vergleich zur Entsorgung einsparen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Netzwerk in Gunskirchen stärkt Gemeinderätinnen aus Wels-Land

Netzwerk in Gunskirchen stärkt Gemeinderätinnen aus Wels-Land

GUNSKIRCHEN. Wie viel muss man wissen, um sich in der Gemeindepolitik einzubringen? - Weniger, als viele glauben, meint Ursula Weber. Die Referentin ...

Tips - total regionalMag. Ingrid Oberndorfer
Molto Luce feiert 45-Jahr-Jubiläum in Wels und Weißkirchen

Molto Luce feiert 45-Jahr-Jubiläum in Wels und Weißkirchen

WELS/WEISSKIRCHEN. 400 Fachbesucher tagsüber, 600 Festgäste am Abend: Der Welser Beleuchtungsspezialist Molto Luce feierte sein 45-jähriges ...

Tips - total regionalMag. Ingrid Oberndorfer
Frau in der Wirtschaft feierte mit dem max.center 20 Jahre

Frau in der Wirtschaft feierte mit dem max.center 20 Jahre

WELS. Dass ein Einkaufszentrum mehr ist als die Summe seiner Geschäfte, haben die Mitglieder von Frau in der Wirtschaft bei ihrem Besuch im ...

Tips - total regionalMag. Ingrid Oberndorfer
Welser Bürgermeister Andreas Rabl: Prozesse kann man immer verbessern

Welser Bürgermeister Andreas Rabl: "Prozesse kann man immer verbessern"

WELS. FP-Bürgermeister Andreas Rabl spricht über die anstehende Landesgartenschau, wie über Baustellenmanagement und die Freizeitmeile an ...

Tips - total regionalOnline Redaktion
Mehr Wohnraum in Buchkirchen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter

Mehr Wohnraum in Buchkirchen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter

BUCHKIRCHEN. In Buchkirchen erweitert die LAWOG das Wohnangebot für ältere Menschen: Das bestehende Gebäude für „Betreubares Wohnen“ ...

Tips - total regionalAnzeige
Felix Fritsch wird Miteigentümer von Richter Pharma in Wels

Felix Fritsch wird Miteigentümer von Richter Pharma in Wels

WELS. Florian Fritsch, bisheriger Alleineigentümer von Richter Pharma, hat 30 Prozent seiner Anteile an seinen Sohn Felix Fritsch übertragen. ...

Tips - total regionalMag. Ingrid Oberndorfer
Weitere Beiträge