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WELS. Baustellen gibt es in der Messestadt genug. Doch die Koordinierung funktioniert nicht immer reibungslos, wie das Dilemma rund um die Busse in der Rablstraße beziehungsweise Karl Loystraße zeigt. Apropos Messestadt: Da kritisiert VP-Stadtrat Peter Lehner im Tips-Exklusiv-Interview vor allem die fehlende Transparenz rund um die Zukunft nach der Corona-Pandemie.
 

VP-Stadtrat Peter Lehner: ". Die Messe Wels ist für Wels, die Welser Unternehmen und Betriebe von enormer Bedeutung. Die Verantwortlichen müssen visionäre, nachhaltige und zukunftsorientierte Konzepte und einen klaren Plan entwickeln, wie es weitergehen kann und wird. Dazu braucht es aber auch einen intensiven Austausch und einen Dialog mit allen Beteiligten" Foto: Stadt

Tips: Als Baureferent ist das Chaos rund um die Busse in der Rablstraße plus Baustelle VKB-Areal nicht gerade erfreulich?

Lehner: Der Zustand ist nicht tragbar und zeigt klar die Defizite und den akuten Handlungsbedarf auf. Die Organisation der Busdrehscheibe liegt ja nicht im Baureferat. Es braucht für die Ausweich-Busdrehscheibe dringend ein durchdachtes, ganzheitliches Konzept, das alle Betroffenen berücksichtigt: die Verkehrsteilnehmer, die Öffi-Nutzer, die Anrainer und die ansässigen Betriebe und Geschäfte. Ein Projekt wie dieses benötigt eine Gesamtkoordination – wie sie früher unter Baudirektor Karl Pany perfekt funktioniert hat.

Tips: Es liegen viele Bauprojekte auf dem Tisch; das ehemalige Lagerhaus-Areal, Freiung, Sauna-Kreuzung und noch einige mehr. Schafft die Stadt diesen Bauboom?

Lehner: Wels ist – trotz der Krise – unglaublich aktiv. Wirtschaftlich tut sich sehr viel. Die Welser arbeiten hart. An dem Bauboom und der Vielzahl an spannenden und unterschiedlichen Bauprojekten erkennt man, wie sich die Stadt weiterentwickelt. Für die Begleitung der Projekte holen wir uns jetzt externe Unterstützung, um eine effiziente Bearbeitung und eine rasche Verfahrensdauer zu ermöglichen. Gerade in der aktuellen Situation ist es wichtig, die vielen Wohn- und Gewerbeprojekte zeitnah zu prüfen, um eine Realisierung voranzutreiben. Mit den Dienstleistern ist es möglich, den hohen Bedarf zu decken, schnell voranzukommen und die aktuelle Personalknappheit zu kompensieren.

Tips: Die Wirtschaft in der Region kommt gut durch die Krise. Ein Aushängeschild, die Messe Wels, hat hart zu kämpfen?

Lehner: Die Welser sind kreativ, fleißig und arbeiten hart. Das kommt unserer Stadt in diesen fordernden Zeiten zugute. Die Krise hat aber die unterschiedlichen Branchen in unterschiedlichem Ausmaß getroffen. Die Lockdowns setzen der Messebranche besonders zu. Aber die Messebranche darf dennoch für die Zukunft optimistisch sein, denn die Coronakrise zeigt, wie wichtig Präsenz-Messen und Kongresse sind. Sie können und werden nicht zur Gänze von Online-Formaten abgelöst werden. Diesen Bedarf spürt man heute. Die Messe Wels ist für Wels, die Welser Unternehmen und Betriebe von enormer Bedeutung. Die Verantwortlichen müssen visionäre, nachhaltige und zukunftsorientierte Konzepte und einen klaren Plan entwickeln, wie es weitergehen kann und wird. Dazu braucht es aber auch einen intensiven Austausch und einen Dialog mit allen Beteiligten.

Tips: Woher kommt dieser Nicht-Informationsfluss?

Lehner: Es braucht hier dringend mehr Transparenz. Offensichtlich erfolgt die Kommunikation primär zwischen Bürgermeister Rabl und Messepräsident Wimmer. So soll die Stadt mindestens drei Millionen Euro zur Sicherung der Messe zuschießen. Diese Zahlungsverpflichtung müsste die Stadt noch vor Mai 2021 übernehmen, da sonst Zahlungsunfähigkeit und damit der Konkurs der Messe Wels droht. Eine reine Finanzspritze ist der falsche Weg. Das ist für die Stadt eine große Summe Geld. Wir haben die Verantwortung, sorgsam damit umzugehen. Die Messe muss ein klares, nachhaltiges und zukunftsorientiertes Konzept vorlegen. Das muss die Grundvoraussetzung für die Unterstützung sein. Wir müssen eine Lösung, ein Konzept unterstützen, dürfen aber nicht blind Budgetlöcher stopfen. 

Tips: Was verlangen Sie von der Messe und auch dem Bürgermeister konkret?

Lehner: Es braucht drei Schritte für eine erfolgreiche Zukunft der Messe Wels. Schritt eins heißt Zahlenwahrheit und Transparenz. Wie steht es tatsächlich um die Messe Wels? Schritt zwei ist ein Sanierungskonzept. Wie kann die Zahlungsfähigkeit sichergestellt werden, welche Maßnahmen müssen gesetzt werden? Und Schritt drei: Die Messe Wels braucht ein Zukunftskonzept. Wie soll das Geschäftsmodell der Messe in der Post-Corona-Ära neu aufgestellt werden?

Tips: Wie sieht der Plan der Volkspartei für die Messe Wels aus?

Lehner: Die ÖVP glaubt an eine erfolgreiche Zukunft der Messe Wels. Der Messestandort Wels muss auch nach Corona Relevanz haben. Es braucht aber dafür neue, kreative und mutige Ideen, die wir sehr gerne gemeinsam entwickeln können.


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