Zukunft Schweinehaltung im Fokus
WELS. Die Bezirksbauernkammer war Bühne für eine interessante Veranstaltung. 150 Landwirte , vor allem schweinehaltende Betriebe aus dem Bezirk Wels und zum Teil darüber hinaus, folgten der Einladung um sich einerseits über die Gesetzgebung und -werdung, Tierwohl sowie Haltungsstandards zu informieren, und mit Entscheidungsträgern zu diskutieren.

Bauernbund-Bezirksobmann Leopold Keferböck und Bezirksbäuerin Margit Ziegelbäck sprachen in der Einleitung bereits über den politischen Kompromiss. Was auf der einen Seite wesentliche Verbesserungen für die Tierhaltung in Österreich bringt, verursacht auf der Anderen enorme Kosten bei Investitionen und Anpassungen an die gesetzlichen Normen, früher oder später. Wer will sich das noch leisten oder besser gesagt, wer kann es sich leisten. „Spätestens beim Einkauf werden die Konsumenten dann wie bisher schon entscheiden, ob sie Produkte mit dem höchsten Tierwohl-Standard aus Österreich zu höheren Preisen oder zu importierten Produkten oder „verschleierten Marken“ zu wesentlich niederen Tierwohlstandards greifen werden, die nicht immer gleich als solche erkennbar sind“, so die Beiden.
Bei den Landwirten geht es um Planungssicherheit. Die Referenten des Abends sind aber überzeugt davon, dass der erzielte Kompromiss, mit den gefassten Beschlüssen im Nationalrat jedenfalls langfristig eine bessere Absicherung der heimischen Produktion und der Selbstversorgung in Österreich bringen wird und davon auch die Konsumenten profitieren werden, sofern man sie vom „nachhaltigem Einkaufen“ besser überzeugen kann als bisher. „Appelle an die Konsumenten alleine, bewusst zur heimischen Ware zu greifen, werden dabei aber nicht ausreichen. Den Themen Kommunikation, Aufklärungsarbeit in den Schulen und Bildungsbereichen sowie verbesserte Kennzeichnung, vor allem von Importwaren mit wesentlich niedrigeren Tierwohlstandards, müssen wir uns in allen uns zur Verfügung stehenden Diskussions- und Entscheidungsgremien, und das auf allen Ebenen, auch selbst annehmen, damit unsere Betriebe auch zukünftig, am besten vor Ort, Einkommen erwirtschaften können“, so der einhellige Tenor.


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