Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

PICHL. Die September-Gemeinderatssitzung 2023 wird wohl in die Geschichte der Marktgemeinde eingehen. SP-Bürgermeister Franz Scheiböck erklärte seinen Rücktritt, um sogleich sein Antreten bei der Neuwahl zu verkünden.

Pichler Gemeindeamt (Foto: OÖN)
Pichler Gemeindeamt (Foto: OÖN)

Das Ganze ist nur der vorläufige Höhepunkt eines jahrelang schwelenden Konfliktes. Scheiböck gewann im Herbst 2021 die Stichwahl gegen die Amtsinhaberin Gabriele Aicher (VP) mit 39 Stimmen Vorsprung. Im Gemeinderat haben die Schwarzen mit zehn Mandataren die relative Mehrheit. Die SPÖ und FPÖ haben jeweils fünf, dahinter folgen die Grünen mit drei und die Neos mit zwei Mandaten. Das Regieren war für den neuen Bürgermeister nicht einfach. Die Volkspartei stellte sofort auf Konfliktmodus und suchte den Fehler im Detail. Jede Sitzung glich einer Vorlesung im öffentlichen Recht. Dazu näherten sich die Schwarzen und die Blauen an. Zum Drüberstreuen kam das immer schwieriger werdende Verhältnis zwischen Bürgermeister und Amtsleiterin. Nach einem Rechtsgutachten folgte eine Strafanzeige wegen Verdachts des Amtsmissbrauchs der Beamtin, Tips berichtete. Sie weist die Anschuldigungen als haltlos zurück. Das Gesprächsklima war jedoch endgültig zwischen allen Beteiligten im Eiszeit-Modus.

Wieder-Antritt

Nun folgte der Rücktritt als Bürgermeister. „Die Vertrauenskrise, die sich zwischen der Amtsleitung und mir als Bürgermeister entwickelt hat, erfordert jetzt eine Lösung“, sagt Scheiböck. Er nimmt auch die Opposition in die Pflicht. „Die bis dahin Regierenden scheinen diesen von Ihnen gewünschten Wechsel in Pichl noch immer nicht akzeptieren zu können“, schreibt Scheiböck in einem Statement an die Bürger. Er will sich wieder um das Vertrauen bemühen und fordert: „Machen wir Schluss mit den parteipolitischen Manövern und schaffen wir klare Verhältnisse.“ Er werde alle Sachverhalte auf den Tisch legen. Aber durch den Vertrauensverlust mit der Amtsleitung plus den Parteitaktiken sehe er sich zu dem Rücktritt und zur Neuwahl gezwungen.

„Schlechter Scherz“

Die Volkspartei spricht von einem „schlechten Scherz“ nach dem Rücktritt plus Ankündigung, bei der Neuwahl anzutreten. „Wir alle stellen uns die Frage: Wird das Spiel ,Rücktritt, Neuwahl, Rücktritt, Neuwahl‘ dann immer wieder stattfinden, wenn Franz Scheiböck mehr als 50 Prozent der Stimmen erreicht?“, so die Schwarzen. Stabilität bedeutet dies nicht. Man sucht einen Kandidaten und wartet auf den schriftlichen Rücktritt. Dann kann das Neuwahl-Prozedere anlaufen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Netzwerk in Gunskirchen stärkt Gemeinderätinnen aus Wels-Land

Netzwerk in Gunskirchen stärkt Gemeinderätinnen aus Wels-Land

GUNSKIRCHEN. Wie viel muss man wissen, um sich in der Gemeindepolitik einzubringen? - Weniger, als viele glauben, meint Ursula Weber. Die Referentin ...

Tips - total regionalMag. Ingrid Oberndorfer
Molto Luce feiert 45-Jahr-Jubiläum in Wels und Weißkirchen

Molto Luce feiert 45-Jahr-Jubiläum in Wels und Weißkirchen

WELS/WEISSKIRCHEN. 400 Fachbesucher tagsüber, 600 Festgäste am Abend: Der Welser Beleuchtungsspezialist Molto Luce feierte sein 45-jähriges ...

Tips - total regionalMag. Ingrid Oberndorfer
Frau in der Wirtschaft feierte mit dem max.center 20 Jahre

Frau in der Wirtschaft feierte mit dem max.center 20 Jahre

WELS. Dass ein Einkaufszentrum mehr ist als die Summe seiner Geschäfte, haben die Mitglieder von Frau in der Wirtschaft bei ihrem Besuch im ...

Tips - total regionalMag. Ingrid Oberndorfer
Welser Bürgermeister Andreas Rabl: Prozesse kann man immer verbessern

Welser Bürgermeister Andreas Rabl: "Prozesse kann man immer verbessern"

WELS. FP-Bürgermeister Andreas Rabl spricht über die anstehende Landesgartenschau, wie über Baustellenmanagement und die Freizeitmeile an ...

Tips - total regionalOnline Redaktion
Mehr Wohnraum in Buchkirchen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter

Mehr Wohnraum in Buchkirchen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter

BUCHKIRCHEN. In Buchkirchen erweitert die LAWOG das Wohnangebot für ältere Menschen: Das bestehende Gebäude für „Betreubares Wohnen“ ...

Tips - total regionalAnzeige
Felix Fritsch wird Miteigentümer von Richter Pharma in Wels

Felix Fritsch wird Miteigentümer von Richter Pharma in Wels

WELS. Florian Fritsch, bisheriger Alleineigentümer von Richter Pharma, hat 30 Prozent seiner Anteile an seinen Sohn Felix Fritsch übertragen. ...

Tips - total regionalMag. Ingrid Oberndorfer
Weitere Beiträge