Bilanz 2025: 11.765 Anfragen bei der Welser Arbeiterkammer bearbeitet
WELS. „Es geht nicht um Statistiken oder Rekorde. Es geht um Dinge, die den Menschen zustehen“, sagt der Präsident der Arbeiterkammer, Andreas Stangl. Und es ist auch egal, ob es große oder kleine Beträge sind.

Bei einem Fall ging es um 13 Euro. „Nach Beendigung des Dienstverhältnisses wollte der Dienstgeber diesen Betrag, der als Guthaben auf einer Chipkarte war, nicht auszahlen. Nach Aufforderung hat er es dann doch getan“, sagt der AK-Bezirksstellenleiter Klaus Kirchberger. Den höchsten Betrag, 41.665 Euro, erhielt ein Arbeitnehmer erst nach Intervention der AK, nachdem das Unternehmen die Abfertigung alt nicht auszahlen wollte.
In Summe wandten sich Rat- und Hilfesuchende 11.765 Mal an die Experten der Arbeiterkammer Wels: In 7.090 Fällen telefonisch, in 3.754 Fällen persönlich (inklusive 64 Bildungsberatungen) und in 921 Fällen per E-Mail. Wenn die Beratung nicht ausreicht, dann wird interveniert. Außergerichtlich hat die Arbeiterkammer Wels 807.467 Euro an vorenthaltenem Entgelt im Jahr 2025 hereingebracht. Manche Arbeitgeber lassen es aber auf einen Streit vor Gericht ankommen. Dort erkämpfte die Arbeiterkammer Wels im vergangenen Jahr für ihre Mitglieder 239.500 Euro. „In Oberösterreich sind gut ein Viertel der Fälle entweder aus dem Gastro- oder Arbeitskräfteüberlasser-Bereich“, meint Stangl. Von den insgesamt 499 Arbeitsrechtsfällen stammen 411 Fälle und somit 82 Prozent aus Betrieben ohne Betriebsrat. „Das zeigt, wie wichtig ein Betriebsrat ist“, sind Stangl und Kirchberger überzeugt. 201 Mal ging es um enthaltenes Entgelt, gefolgt von Differenzen bei der Endabrechnung (89) und unbegründeten Entlassungen (48). In 357 Sozialrechtsangelegenheiten erstritt die Arbeiterkammer Wels 12.662.840 Euro. Zusätzlich wurden 2025 für 555 Arbeitnehmer aus 50 insolventen Betrieben in den Bezirken Wels-Stadt und Wels-Land 6.484.543 Euro durchgesetzt.
Neue Bezirksstelle
Der Gestaltungsbeirat hat die Pläne für die neue Bezirksstelle bei der Sauna-Kreuzung im zweiten Anlauf genehmigt. Im zweiten Halbjahr 2027 sollen die Bauarbeiten starten.


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