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WAIDHOFEN/YBBS. Am Freitag, 18. August 2023, wird um 19 Uhr in die Stadtgalerie zur Vernissage von Gerlinde Wurths Ausstellung anlässlich ihres 90. Geburtstags geladen. Nach der Begrüßung durch Klaudia Stöckl spricht Elisabeth Voggeneder, Kuratorin und künstlerische Direktorin des Forum Frohner Krems, zur Ausstellung.

Ohne Titel, 1977, Dispersion, Sand auf Pressspanplatte, 60 x 75 cm (Foto: Gerlinde Wurth)
Ohne Titel, 1977, Dispersion, Sand auf Pressspanplatte, 60 x 75 cm (Foto: Gerlinde Wurth)

Es gibt kaum ein künstlerisches Werk von vergleichbarer Kontinuität und Konzentration wie jenes von Gerlinde Wurth. Die 1933 geborene Autodidaktin entwickelte in den 1960er-Jahren eine abstrakte Bildwelt, die die Sprache der Farbe in ihren Qualitäten demonstriert: Transparenz, Opazität und Farbwerte erzählen von den Möglichkeiten der Malerei.

Unbegrenztes Repertoire an Variationen

Unter verschiedenen Gesichtspunkten setzt sie sich ab 1970 in nahezu monochromen Gemälden mit den haptischen Eigenschaften des Farbkörpers auseinander und gewinnt durch die Kombination mit Materialien wie Sand, Schwämmen und Schnüren eine plastische Dimension. 1980 erfolgt ein ebenso plötzlicher wie massiver Einschnitt. Gerlinde Wurth legt die Palette und den Pinsel zur Seite und beginnt mit Tusche auf Papier feinste Linien zu ziehen. Sie reiht die Linie zu Schraffuren, zu Quadern und Würfeln, formiert sie zu hellen und dunklen Balken, lässt sie über die Fläche tanzen, Kreisformationen einnehmen. Ein schier unbegrenztes Repertoire an Variationen tut sich aus diesem einzigen Gestaltungselement auf. Jeden Tag entsteht ein Blatt. Linie folgt auf Linie, dann Punkt auf Punkt. Gerade in der Reduktion liegt die Komplexität ihres Ansatzes.

90 Jahre jung

Aus Anlass des 90. Geburtstages stellt die Ausstellung „Gerlinde Wurth. Variationen zu einem Thema“ das malerische Werk der Künstlerin in einen Dialog zu ihren grafischen Arbeiten und versucht Beziehungen und Strukturen Kompositionsprinzipien, Motive und Arbeitsmuster der Künstlerin herauszuarbeiten. Die Ausstellung erschließt die Bedeutung ihres umfangreichen Oeuvres, das bis dato noch keine adäquate Anerkennung erfahren hat.

Freitag, 18. August 2023
Stadtgalerie
Beginn: 19 Uhr
Ausstellungsdauer: bis einschließlich 3. September
Öffnungszeiten: Fr 16–19 Uhr, Sa 10–13 Uhr, So 15–18 Uhr

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