Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

WAIDHOFEN/YBBS. Ein Leserbrief zum Thema Corona-Impfung in der Ybbstaler Ausgabe in KW 04 sorgte für Empörung über die Grenzen des Ybbstals hinaus. Die NÖ Ärztekammer unter Präsidentschaft von Dr. Christoph Reisner bezieht dazu klar Stellung: „Die Corona-Schutzimpfung ist der einzige Weg aus der COVID-19-Pandemie.“ Wir bedanken uns für das Statement und schließen uns ihm vollumfänglich an.

NÖ Ärztekammerpräsident Christoph Reisner (Foto: Raimo Rudi Rumpler)
NÖ Ärztekammerpräsident Christoph Reisner (Foto: Raimo Rudi Rumpler)

Die Corona-Schutzimpfungen helfen unserem Körper, eine effiziente und schützende Immunantwort auf SARS-CoV-2 zu finden. Die Impfstoffe regen das Immunsystem zu einer Immunantwort an, die uns gegen das Virus, das COVID-19 verursacht, schützt. Auch wenn der dabei erzeugte Antikörperspiegel nach einigen Monaten sinkt, kann eine schützende Immunantwort durch eine Impfung erreicht werden. Denn mit einer Impfung werden neben den Antikörpern auch Immunzellen trainiert, die Corona-infizierte Zellen erkennen und zerstören können. Auffrischungsimpfungen dienen dazu, dass der Impfschutz bestmöglich aufrechterhalten wird.

Impfwirkung trotz Mutationen

Die COVID-19-Impfung wirkt, obwohl sich das Coronavirus verändert hat, nach wie vor sehr gut. Sie bietet keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Infektion, schützt aber in sehr hohem Grad davor, schwer an COVID-19 zu erkranken oder an einer Coronainfektion zu sterben. Jeder, der sich gegen Corona impfen lässt, schützt daher sich selbst, die Menschen in seiner Umgebung, aber auch unsere Krankenhäuser vor Überbelegung und unser medizinisches Personal vor Überlastung.

Impfreaktionen im bekannten Ausmaß

Wie bei jeder Impfung können auch nach der COVID-19-Schutzimpfung Impfreaktionen und Nebenwirkungen auftreten. Impfreaktionen, wie etwa Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen oder Fieber, treten in der Regel kurz nach der Impfung auf und halten wenige Tage an. Zu schweren Nebenwirkungen kommt es nach Corona-Schutzimpfungen sehr selten. Das Risiko durch eine Infektion mit SARS-CoV-2 ernsthaft und/oder dauerhaft zu erkranken oder daran zu sterben, ist statistisch gesehen um ein Vielfaches höher.

Unbegründete Sorge um Erbgut

Eine Angst, die von Impfgegnern immer wieder geschürt wird, ist die, dass mRNA-Impfstoffe das menschliche Erbgut verändern würden. Diese Sorge ist allerdings unbegründet, denn unsere DNA kommt mit der RNA, die wir als Impfstoff gespritzt bekommen, nicht in Kontakt. Die Impfstoff-RNA gelangt in die Zellflüssigkeit von Zellen und wird nach kurzer Zeit wieder abgebaut. Beim Menschen befindet sich das Erbgut jedoch in Form von DNA im Zellkern. Dorthin kann die RNA nicht vordringen.

Medikamente keine Alternative zur Impfung

Seit Beginn der Corona-Pandemie wird die Wirksamkeit bereits vorhandener Medikamente gegen SARS-CoV-2 geprüft und es wird an neuen Therapien geforscht. Manche sind schon zugelassen, weitere sollen in den kommenden Monaten folgen. Medikamente mit zum Beispiel monoklonalen Antikörpern, die Risikopatientinnen und -patienten vor einer schweren Erkrankung bewahren sollen, wurden von der Europäischen Arzneimittelagentur EMA für die Zulassung empfohlen und stehen in Österreich bereits zur Verfügung. Die neuen Medikamente sind jedoch keine Alternative zur Corona-Schutzimpfung.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden