Keine Medikamente auf Impfreaktionen von Apothekern

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Auf einen anaphylaktischen Schock als Impfreaktion können nur ausgebildete Mediziner angemessen reagieren.Foto: bangoland/Shutterstock.com
Karin Novak Karin Novak, Tips Redaktion, 20.04.2021 13:00 Uhr

NÖ. Die NÖ Ärztekammer verwehrt sich gegen den Vorstoß der Apothekerkammer: Apotheker dürfen auch nach Impfreaktion keine Medikamente verabreichen. Die Patientensicherheit hat höchste Priorität, Impfen durch Laien in Apotheken zählt definitiv nicht dazu.

„Versuche der Apothekerkammer, sich bei der Corona-Schutzimpfung in den Vordergrund zu spielen, sind populistisch und reiner Aktionismus“, kommentiert Christoph Reisner, MSc, Präsident der NÖ Ärztekammer, den neuerlichen Vorstoß der Apothekerkammer, impfen zu wollen.

Universitätsabschluss kein Kompetenzmerkmal für Impfung

„Es gibt in Niederösterreich ein dichtes Netz an Impfordinationen, Impfstraßen und Impfzentren. Dort könnten sehr viel mehr Menschen von Ärzten sowie medizinisch geschultem Personal unter ärztlicher Aufsicht geimpft werden, als Impfstoff zur Verfügung steht. Zusätzlich erhalten die Menschen in diesen Einrichtungen ärztliche Aufklärung, ärztliche Nachbetreuung und in Notfällen unverzügliche ärztliche Therapie. Weitere Räumlichkeiten, in denen ausschließlich Laien vor Ort sind, die ohne entsprechende Ausbildung lediglich den Impfstich setzen können, brauchen wir definitiv nicht. Dies würde die Patientensicherheit in höchstem Maße gefährden. Pädagogen oder IT-Techniker kommen auch nicht auf die Idee, Impfungen verabreichen zu wollen, nur weil sie wie Apotheker einen Universitätsabschluss haben“, ergänzt Reisner.

Unverzügliches Handeln auf Impfreaktion

Impfen ist mehr als nur ein Stich: Aufklärung, ärztliche Beobachtung und rasches Handeln nach möglichen Impfreaktionen sind mindestens genauso wichtig. Auch wenn es für manche Laien so aussieht, als wäre das Impfen mit dem Setzen des Stiches erledigt, so sollte doch gerade die Apothekerkammer wissen, dass die ärztliche Aufklärung vor der Impfung und vor allem das unverzügliche Handeln nach einer möglichen schweren Impfreaktion lebensrettend sein können.

Ein dokumentierter anaphylaktischer Schock

Dietmar Baumgartner, Vizepräsident und Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte, meint dazu: „In Niederösterreich hatten wir bereits einen Fall des zwar seltenen, aber lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schocks nach einer Corona-Schutzimpfung. Nur aufgrund der sofort gesetzten Maßnahmen der Ärztin konnte die betroffene Person gerettet werden. Auch sonst wissen wir von Impfärzten, dass schon mehrere Impfreaktionen aufgetreten sind, die einer akutmedizinischen Intervention bedurft haben. Apotheker oder sonstige Laien dürfen allerdings keine Medikamente verabreichen.“ 

Vorstoß mit Apothekern abgestimmt?

Apotheker würden sich selbst, aber auch die Impflinge in eine nicht beherrschbare Situation bringen, indem sie trotz statistisch auftretender schwerer Impfreaktionen ohne (notfall-)medizinische Ausbildung Impfungen anbieten möchten. Ob der Vorstoß der Apothekerkammer mit den Apothekern wirklich abgestimmt ist und diese die Linie ihrer Kammerführung unterstützen, also auch in Notfällen bereit sind, die Verantwortung zu übernehmen, muss daher massiv angezweifelt werden.

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