Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

Leserartikel Eva Leutgeb, 13.05.2019 08:00

ZWETTL. Jedes Jahr wird vom Kuratorium Wald in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus ein Baum des Jahres auserkoren. Heuer ist es die die Hopfenbuche. Da lag es sehr nahe, für den Info-Vortragsort am 9. Mai 2019 die Brauerei Schwarz in Zwettl auszuwählen - nicht zuletzt, da die Hopfenbuche auch Schwarzbuche heißt.

V.l.n.r.: Hermine Hackl, Julia Gundacker, Karlheinz Piringer, Obmann Gerhard Blabensteiner, Bürgermeister Franz Mold, Brauereichef Karl Schwarz, Ewald Altenhofer, Melissa Frühwirth, Nationalrätin Angela Fichtinger, Peter Fischer, Herbert Grulich

Der Verein zur Förderung des Waldes wollte mit dieser Veranstaltung gleichzeitig auf die Wichtigkeit des Waldes in Zeiten des Klimawandels aufmerksam machen. „Wenn Waldmenschen zusammenkommen, lacht der Himmel“, eröffnet der wiedergewählte Obmann Gerhard Blabensteiner den Vortrag und meint damit die Sonne, die sich kurz davor wieder zeigte. „Zum Wort Hopfen hat sofort jeder eine positive Einstellung entwickelt“, scherzt Nationalrätin Angela Fichtinger, „Die Zähne eines Rechens oder eine Hobel wurden früher aus dem Holz der Hopfenbuche gemacht“. Landtagsabgeordneter Bürgermeister Franz Mold erwähnt in seiner Begrüßungsrede die Bedeutung des Waldes in der Region. Die Fichte ist der Brotbaum im Waldviertel. Immerhin seien 46 % der Gesamtfläche des Bezirkes Zwettl mit Wald bedeckt, davon sehr viel mit Fichte.

Das Expertenteam

Die Vortragenden Hermine Hackl, Ewald Altenhofer, Geschäftsführer der WWG Holz Anton Besenbäck und Herbert Grulich gaben fachmännische Informationen zum Thema Hopfenbuche und Wald. „Im eigentlichen Sinne hat die Hopfenbuche gar nichts mit dem Hopfen und der Buche zu tun, sie ist ein Birkengewächs“, erklärt der Natur- und Baumexperte Ewald Altenhofer. Der nächste Verwandte der Hopfenbuche ist die Haselnuss. Dass die Natur sehr intelligent ist, gab Ewald Altenhofer anhand eines Beispiels mit der Fortpflanzung von manchen Bäumen preis: Damit es zu keiner Fremdbestäubung, sprich „Inzucht komme“, blühen die Männchen und Weibchen zu verschiedenen Zeiten. Für den Hopfen, den man fürs Bier verwendet, werden nur weibliche Pflanzen angebaut, weil es durch die Bestäubung zu einer Geschmacksveränderung kommt. Die Hopfenbuche ist, was den Boden betrifft, eher anspruchslos. Sie braucht nur einen festen Untergrund und so findet man sie zum Beispiel auch auf Müllhalden.

Holzmarktsituation

Anton Besenbäck gab Statements zur aktuellen Holzmarktsituation ab. Momentan gibt es zu viel Holz, um alles aufarbeiten zu können. Den Grund dafür kennt man, das ist großteils der Borkenkäfer, aber auch Schneedruck im Winter. Die Preise sind dadurch stark gefallen. Vor allem Waldbesitzer betrifft die momentan schlechte finanzielle Situation, denn die Industrie verdient mit Holz kräftig weiter. Gegen den Borkenkäfer gäbe es aber auch einige natürliche Feinde, erklärt Ewald Altenhofer. Die zirka einen halben Zentimeter große Brackwespe ernährt sich zum Beispiel von den Borkenkäfer-Larven.

Was der Wald am dringendsten braucht

Herbert Grulich wünscht sich Waldunterstützung von allen, damit der Wald in Zukunft wieder wachsen kann. Was die Waldbesitzer betrifft, so wären das rechtzeitige Kontrollen, mehr Wissen über Borkenkäfer, frühzeitiges Entfernen erster Käferbäume, richtige Holzlagerung und rasche Holzabfuhr sowie das Wipfel- und Abfallholz nicht in Waldnähe zu lagern. In der Landwirtschaft sollten potenzielle Nahrungsflächen für das Wild bis März vorhanden sein und die Waldwiesen nicht am letzten „Pflugtag“ noch gemäht werden. So würde man verhindern, dass das Wild an Bäumen frisst. Auch Jäger würden dazu beitragen, wenn das Wild nicht am Waldrand, also an der Nahrungsquelle, gejagt wird. Generell können alle dazu beisteuern, in dem das Verhalten in der Natur überdacht wird und Freizeitaktivitäten nicht unbedingt am Waldrand ausgetragen werden. Der Wald sollte als regionale Wertschöpfung erkannt werden, denn „Wir machen uns die Märkte selbst“, spricht Herbert Grulich, „Man könnte viel mehr mit Holz bauen“. Im Anschluss an den Vortrag waren alle in den Dämmerschoppen der Brauerei Schwarz geladen, bei dem noch eifrig diskutiert wurde.

Baumpflanzung der Hopfenbuche

Die Hopfenbuche wird demnächst in Zwettl vor der Bezirkshauptmannschaft zu bewundern sein. Am Montag, 13. Mai,  wird um 17 Uhr mit Bezirkshauptmann Michael Wiedermann, Nationalrätin Angela Fichtinger, Brauereichef Karl Schwarz und Vereinsvertretern eine „Ostrya carpinifolia“ gepflanzt.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden