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Niederösterreichischer Teil des Eiserne Vorhang-Radweges nimmt konkrete Formen an

Olivia Lentschig, 20.07.2015 08:57

BEZIRK ZWETTL. Der Eiserne Vorhang-Radweg führt in Niederösterreich entlang der Grenze zu Tschechien durchs Wald- und Weinviertel. Im Rahmen des Radoptimierungsprogrammes erfolgen nun in zehn Gemeinden umfassende Baumaßnahmen. Die Fertigstellung ist bis Jahresende 2016 geplant.

Foto: Waldviertel Tourismus, Christoph Kerschbaum
Foto: Waldviertel Tourismus, Christoph Kerschbaum

„Der 10.400 Kilometer lange Eiserne Vorhang-Radweg führt von der Barentssee bis zum Schwarzen Meer und er soll die europäische Geschichte und Politik sowie die Kultur und Natur erlebbar machen. Dieser neu geschaffene Radweg leistet einen wesentlichen Beitrag für das Zusammenwachsen Europas und kurbelt durch seine internationale Ausrichtung zudem die Tourismuswirtschaft nachhaltig an“, beurteilt Wirtschafts- und Tourismuslandesrätin Petra Bohuslav (ÖVP) den „EuroVelo 13 – Iron Curtain Trail“.

Der Eiserne Vorhang-Radweg führt auf einer Länge von rund 200 Kilometer in Niederösterreich entlang des ehemaligen Grenzverlaufs zu Tschechien. Die Streckenführung verteilt sich hierbei je zur Hälfte auf den beiden benachbarten Territorien.

Nun werden in insgesamt zehn Gemeinden im Wald- und Weinviertel umfassende Baumaßnahmen wie Asphaltierungsarbeiten durchgeführt. Ferner erhält die so optimierte Radstrecke in allen 27 betroffenen Gemeinden Beschilderungen. Das Land Niederösterreich hat die Unterstützung aus Mitteln der Regionalförderung auf Initiative von Landesrätin Bohuslav beschlossen.

Die Projektkosten belaufen sich auf insgesamt 2.104.530,00 Euro. Sämtliche Maßnahmen sollen bis Ende 2016 umgesetzt werden.

„Dieser Radweg erzählt sehr viel Geschichte, wie es schon im Namen zum Ausdruck kommt. Ziel war es eben auch neben den touristischen Hot Spots auch historische Grenzanlagen wie Bunker oder Wachtürme einzubinden“, erklärt der verantwortliche Geschäftsführer Hannes Weitschacher von der Weinviertel Tourismus GmbH.

„Diese Route bietet eine Möglichkeit, kulturhistorisch interessante Orte wiederzubeleben und die Wertschöpfung in den Regionen zu erhöhen. Darüber hinaus wird das Verbindende wie die gemeinsame Küche oder die gemeinsamen musikalischen Wurzeln aufgearbeitet. Das lockt nicht nur europäische Gäste in die quartierbietenden Dörfer, sondern sicherlich auch amerikanische Touristen“, so ARGE „EuroVelo 13 – Iron Curtain Trail“-Sprecher Weitschacher weiter.

Ausgehend von der Idee des „Berliner Mauer-Radweges“ wurden beginnend im Jahr 2010 Machbarkeitsstudien zur Trassenführung eines Eiserne Vorhang-Radweges durchgeführt. Die positive Markteinschätzung aller beteiligten Länder führte dazu, dass die geplante Radfernroute als „EuroVelo 13“ deklariert wurde. In Niederösterreich erfolgte im Jahr 2013 die Projektvorstellung seitens der Tourismusorganisationen Weinviertel und Waldviertel.

„In der Tourismusstrategie 2020 haben wir Niederösterreich als Land des Genießens und der Lebenskultur definiert. Deshalb werden nach den Baumaßnahmen entlang dieser Radroute regionale touristische Angebote entwickelt werden“, hält Bohuslav abschließend fest.

Kurz-Beschreibung

Von der Barentssee an der norwegisch-russischen Grenze bis zum Schwarzen Meer führt diese 6.800 km lange Fernradroute. Sie verläuft entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs, der heute nicht mehr trennt, sondern Symbol einer gemeinsamen Erfahrung im wiedervereinigten Europa ist.

Seit April 2014 ist die Route im Waldviertel beschildert und wurde als eine der acht Top-Radrouten Niederösterreichs anerkannt.

Um den Streckenverlauf im Waldviertel noch attraktiver zu gestalten, wurde der offizielle Iron Curtain Trail noch um einige Etappen erweitert – der „Lainsitztaler Iron Curtain Trail“ wurde ins Leben gerufen. Dieser führt bei Hirschenwies in Moorbad Harbach ins Waldviertel und verläuft über Weitra, mit der Ausstellung zum Eisernen Vorhang, nach Gmünd. Dort mündet er in den offiziellen Iron Curtain Trail, wo er im Waldviertel bis nach Retz führt.


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