Faktencheck im Bezirk: Von Autos, E-Mobilen und Autonomem Fahren
BEZIRK ZWETTL. Die Bevölkerungszahl sinkt, die Anzahl an Autos steigt. Der Bezirk Zwettl hat die zweithöchste Pkw-Dichte niederösterreichweit. Dennoch ist die Mobilität im Wandel: Die E-Autos sind langsam aber stetig im Vormarsch und auch das Autonome Fahren wird in Zukunft ein wichtiges Thema für unsere ländliche Region werden, ist Herbert Greisberger von der Energie- und Umweltagentur NÖ (eNu) überzeugt.

Laut aktueller Studie des Verkehrsclub Österreichs weist das Bundesland Niederösterreich die höchste Pkw-Dichte pro Kopf auf, der Bezirk Zwettl befindet sich dabei an zweiter Stelle. Demnach ist die Anzahl der Autos seit dem Jahr 2010 im Bezirk deutlich stärker gestiegen als die Bevölkerungszahl. Während die Zahl der Pkw um rund 1500 auf 29.622 anwuchs, ist die Bevölkerungszahl seit 2010 um über 1000 auf 42.760 gesunken. Die Folge: Der Motorisierungsgrad nahm von 643 im Jahr 2010 auf 693 (entspricht den Autos pro 1000 Einwohner) im Jahr 2016 massiv zu.
Elektrisch unterwegs
Um den Verkehr auf Klimakurs zu bringen, spielt die E-Mobilität eine wichtige Rolle. Noch ist dieser Trend in der Region überschaubar, auch wenn die Tendenz durchaus steigend ist. Waren es im Bundesland mit Dezember 2016 noch 2151 E-Autos, so zählte man im April 2017 bereits 2499 elektrische Gefährte. Durch die seit Jänner geltenden Förderungen habe es nicht zuletzt einen enormen Anstieg gegeben, fasst Herbert Greisberger, Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur NÖ (eNu), zusammen.
Mit rund 5000 Euro wird eine Privatperson derzeit beim Kauf eines E-Autos in NÖ unterstützt, die Anschaffung einer Ladestation wird mit maximal 1000 zusätzlichen Euros gefördert, informiert die eNu. Diese Förderung mildere den oft zitierten Nachteil der hohen Anschaffungskosten, betont Greisberger.
Im Bezirk sind laut Informationen der eNu aktuell 59 elektrische Flitzer unterwegs. Im Jahr 2015 waren gemäß der VCÖ-Analyse in der Region 1,1 Prozent der Neuwagen E-Pkw, im Vorjahr 1,3 Prozent und in den ersten vier Monaten des heurigen Jahres betrug der E-Auto-Anteil 1,5 Prozent.
Und was die Carsharing-Modelle betrifft: Derzeit gibt es rund 70 solcher Modelle in Niederösterreich, Tendenz steigend. Mittlerweile ist die Reichweite auch nicht mehr das große Thema, zudem sind rund 95 Prozent der alltäglichen Autofahrten kürzer als 50 Kilometer. Den einen oder anderen Gedanken muss man sich allerdings noch um die nächste „Tankstelle“ machen, denn öffentliche Ladestationen sind in manchen Teilen des Waldviertels noch rar. Navi und Apps schaffen Abhilfe, auf www.goingelectric.at sind alle verfügbaren Stromtankstellen eingezeichnet, inklusive nützlicher Details zu den jeweiligen Ladestellen.
Autonomes Fahren
Was derzeit noch utopisch klingt, soll in Zukunft alltäglich werden, das Autonome Fahren. Ein Auto, das sich selbst steuert, ohne menschlichen Eingriff.
„Das Autonome Fahren hat enorme Vorteile und wird wahrscheinlich die Mobilität am allerstärksten verändern. Es gibt schon Testregionen, bei uns ist es aber noch kein Thema. Dennoch wird es schon bald spruchreif werden. In 15 Jahren ist das Autonome Fahren meiner Meinung nach Realität, es wäre prädestiniert für unsere Region, für das Waldviertel. Wenn man an ältere Personen denkt, die nicht mehr gerne selbst fahren: Diese hätten dann die Möglichkeit, ein solches Mobil, ähnlich wie ein Taxi, zu rufen“, wirft Herbert Greisberger einen abschließenden Blick in die Zukunft.


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