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Wahlergebnisse und Reaktionen im Bezirk: „Hat einen Rechtsruck gegeben“

Katharina Vogl, 22.10.2017 11:32

BEZIRK ZWETTL. Die Nationalratswahl 2017 ist geschlagen. Während auch im Bezirk blaue Jubelstimmung herrscht und die schwarz-türkise Bewegung sich über das Ergebnis freut, ist bei der SPÖ gedämpfte und bei den GRÜNEN Krisenstimmung zu beobachten. Die Ergebnisse im Bezirk bestätigen viele der bundesweiten Trends.

Die Gemeindeergebnisse im Überblick, Quelle: BMI
  1 / 5   Die Gemeindeergebnisse im Überblick, Quelle: BMI

Gut drei Viertel (76,4 Prozent) aller Wahlberechtigten im Bezirk schritten am 15. Oktober zur Urne. Zwei Tage später wurde die Beteiligung in Anbetracht der Vielzahl an ausgestellten Wahlkarten in der Region um einiges aufgebessert: So machten demnach 85,8 Prozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch (2013: 84,1 Prozent). (Anmerkung: Stand zu Redaktionsschluss am Dienstag, 17. Oktober, vorläufiges Endergebnis inklusive Wahlkarten).

Schwarz-Blaue Mehrheit

Was viele Umfragen bereits im Vorfeld aufzeigten, ist beim Wahldurchgang am 15. Oktober Wirklichkeit geworden. Bundesweit marschierte die ÖVP (31,5 Prozent) als erste durch das Ziel, die Freiheitliche Partei (FPÖ) jubelt mit 26 Prozent ebenso über ein sattes Plus die SPÖ hingegen bleibt beim Wahlergebnis von 2013 (26,9 Prozent). Die Grünen stürzen ab, verpassen knapp den Einzug in das Parlament und landen hinter den NEOS und der Liste PILZ auf Platz sechs.

Auch im Bezirk Zwettl überwiegt die schwarz-blaue Wählerschaft und zwar in 23 von 24 Gemeinden. Nur Bärnkopf ist nach wie vor noch in „roter Hand“, wenn auch mit SP-Einbußen. Zwar bleibt die ÖVP bezirksweit mit 49,6 Prozentpunkten nach wie vor die stärkste Kraft, kann aber auch keinen Zugewinn gegenüber 2013 verzeichnen. Diesbezüglich eindeutiger Sieger auf regionaler Ebene ist die Freiheitliche Partei (26,1 Prozent), sie verzeichnet in allen Gemeinden im Bezirk ein deutliches Plus, teilweise sogar im zweistelligen Bereich.

Reaktionen aus dem Bezirk

FP-Bezirksparteiobmann Alois Kainz in einer ersten Reaktion: „Große Hochachtung vor dem hervorragenden Bezirksergebnis, unsere Botschaft ist angekommen bei den Menschen, wir haben jahrelang ausgearbeitet, wo der Schuh drückt. Und rund 58 Prozent haben unseren Wahlinhalt gewählt, diese Zahl ergibt sich, wenn man die Stimmen von der schwarz-türkisen Partei und unsere zusammenzählt. Schließlich hat die ÖVP unser Wahlprogramm ja nahezu ident übernommen.“ Kainz, wird unter Umständen laut Waldhäusl, wenn der Spitzenkandidat im Wahlkreis, Landesparteiobmann Walter Rosenkranz, mit der Anfang nächsten Jahres folgenden Landtagswahl nach Niederösterreich übersiedeln wird, sein Direktmandat übernehmen.

Bei der schwarzen Partei mischt sich zur Freude über den Bundessieg ein bitterer Beigeschmack, wie die regionale VP-Spitzenkandidatin Angela Fichtinger angibt. „Das tolle Bundesergebnis und das Sebastian Kurz so gestärkt wurde, freut mich sehr. Bezirksweit kann man zufrieden sein, auch wenn wir uns gewünscht hätten, dass wir wieder die 50-Prozent-Marke-knacken. Ein wenig traurig stimmt es mich, dass wir das sensationelle Ergebnis der ÖVP von 2013 in meiner Heimatgemeinde nicht halten konnten und von knapp 73 auf 58,9 Prozent gerutscht sind. Insgesamt ist für mich der blau gewordene Einschlag regional als auch überregional enttäuschend. Aber man darf nicht vergessen, der Wähler hat letzten Endes immer Recht.“ Mit 4632 erhaltenen Vorzugsstimmen zieht Fichtinger erneut in den Nationalrat ein.

Die SPÖ (15 Prozent) verliert bezirksweit an Boden, auch in den sonst „roten“ Hochburgen Bärnkopf (-4,1 Prozent) und vor allem Gutenbrunn (-11,1 Prozent) büßt sie massiv an Stimmen ein. Gedämpfte Stimmung daher bei den Roten im Bezirk. Der SP-Bezirksparteivorsitzende Herbert Kraus zieht einen Tag nach der Wahl folgendes Resümee: „Wenn einmal ein Minus davor steht, ist das nie erfreulich, das ist klar. Vor allem der Verlust in Gutenbrunn hat mich erschreckt, auch wenn dort noch sehr viele Wahlkarten ausgestellt wurden, die erst ausgezählt werden müssen. Dennoch die Hoffnung war sicher eine andere. Der markanteste Punkt für mich sind aber die starken Zugewinne der Freiheitlichen. Es hat einen Rechtsruck gegeben, die Programme von FPÖ und ÖVP sind mittlerweile nahezu deckungsgleich.“

Dem Ergebnis geschuldet relativ geknickt schien die GRÜNE Spitzenkandidatin im Bezirk, Silvia Moser. Nur knapp 600 Stimmen wanderten zu ihnen. „Wir sind frustriert und ich möchte es in aller Deutlichkeit sagen, es ist eine Katastrophe für die grüne Arbeit und die grünen Anliegen“, bringt es Silvia Moser auf den Punkt. Die meisten Wähler habe man an die SPÖ verloren, vermutlich eine taktische Entscheidung, um Schwarz-Blau zu verhindern, was aber bekanntlich nicht gelungen sei. Dass es auf Bundesebene bei den GRÜNEN viele Probleme gegeben habe, brauche man nicht zu leugnen, fasst Moser zusammen. Dennoch müsse man klar zwischen Nationalrats-, Landtags-, und Gemeinderatswahl unterscheiden. „Österreich bekommt, was es gewählt hat, die Mehrheit hat sich entschieden nach rechts orientiert und das müssen wir zur Kenntnis nehmen“, so Moser abschließend.

Im Gegenzug konnten die NEOS im Bezirk mit einem Plus von 0,7 Prozent punkten, die Liste PILZ erreichte auf Anhieb 2,2 Prozent in unserer Region.


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