Außergewöhnliche Naturereignisse sind nicht automatisch mitversichert

Nach Katastrophen wird immer wieder der Ruf nach einer Pflichtversicherung laut. (Foto: Lisa-S/shutterstock.com)
Nach Katastrophen wird immer wieder der Ruf nach einer Pflichtversicherung laut. (Foto: Lisa-S/shutterstock.com)
Sebastian Wallner Online Redaktion, 02.09.2021 20:03 Uhr

Die extremen Wetterbedingungen im heurigen Sommer haben zu vielerlei Schadensfällen rund um Besitztümer geführt: Ob Haus, Garten oder Fahrzeuge – zahllose Unwetterschäden sind zu beklagen. Nicht immer kann man mit adäquatem Schadensausgleich durch Versicherungen rechnen.

Denn bei Eigenheim- und/oder Haushaltsversicherung sind außergewöhnliche Naturereignisse nicht automatisch mitversichert! Dazu zählen Hochwasser, Überschwemmungen, Muren, Lawinen und Erdbeben. Immer versichert hingegen sind Schäden durch erwartbare Naturgefahren wie Sturm, Hagel, Schneedruck, Steinschlag und Ähnliches.

Basisschutz nur 4.000 Euro

Alexander Gimborn, Vorstand des Österreichischen Versicherungsmaklerrings (ÖVM): „Wer eine Eigenheim- und/oder Haushaltsversicherungen abschließt, prüft am besten zuerst, ob ein Basisschutz vorhanden ist. Meist sind dies nur 4.000 Euro. Man kann selbstverständlich eine erweiterte Naturkatastrophendeckung abschließen.“ Dies ist aber nur dann möglich, wenn der Besitz sich außerhalb eines Risikogebietes befindet und auch nur bis zu einem limitierten – oft viel zu niedrigen – Betrag. Wer wissen will, wie risikobehaftet das Gebiet rund um die eigenen Besitztümer ist, überprüft die Adresse unter www.hora.gv.at.

Pflichtversicherung wäre ein Lösungsansatz

Das nächste Hochwasser kommt bestimmt: Laut einer Studie des Instituts für Umweltstudien in Amsterdam wird sich das Risiko für extreme Überschwemmungen in Europa bis 2050 mehr als verdoppeln. Dazu Gerhard Veits, ÖVM-Vorstand und Vorsitzender der Österreichischen Versicherungsakademie: „Wie nach jeder derartigen Katastrophe werden wieder die Forderungen nach einer Pflichtversicherung laut. Aber gerade hier sind sich sowohl Politik als auch die Experten vieler Fachrichtungen uneins.“

Konzepte existieren bereits

Der Versicherungsverband Österreich verweist auf entsprechende Lösungen in Spanien, Norwegen, Schweden, Belgien oder der Schweiz. Auch für Österreich seien Konzepte in der Lade, um den Betroffenen bei Hochwasser, Vermurung, Sturm, Lawinen und Erdbeben einen Versicherungsschutz zu bieten.

Pflichtversicherung: Teurer für alle, aber mehr Schutz

Aber: Eine solche Pflichtversicherung würde auch jene Versicherungskunden mit einer Zusatzprämie belasten, die gar keinem Hochwasser-Risiko ausgesetzt sind. Andererseits könnten Personen, die von Katastrophen bedroht sind, eine erheblich bessere Versicherungsdeckung bekommen.

Kommentar verfassen

62 Prozent aller Eltern wollen für ihren Nachwuchs ein eigenes Zimmer

Die Pandemie hat dazu geführt, dass gewisse Aspekte beim Wohnen nun wichtiger sind. Was das genau das ist und ob das aktuelle Immobilienangebot diese Wünsche auch Wirklichkeit werden lassen kann, ...

In drei Schritten: Wie man eine Holzterrasse an einem Tag renoviert

Für die Renovierung von Holzterrassen genügt oft ein neuer Anstrich, zum Beispiel mit Terrassenölen auf Basis von Leinöl, Naturharzen und natürlichen Pigmenten. Sie sind dünnflüssig, ...

Wie man schon beim Bauen und Sanieren Hagelschäden vermeiden kann

Maßgeblicher Faktor für die bei Hagelunwettern verursachten Schadensausmaße ist die tendenziell steigende Größe der Hagelkörner, die in weiterer Abhängigkeit von Auftreffgeschwindigkeit ...

Wenn Einbrecher die Urlaubszeit schamlos ausnutzen

OÖ. Jetzt, da die Corona-Reisebeschränkungen in vielen Ländern gelockert wurden und sich viele Österreicher in den herbeigesehnten Urlaub begeben, warnen Experten wieder vor ungebetenen ...

Dämmstoffe aus Pflanzenfasern

GEBOLTSKIRCHEN/OÖ. Nachhaltiges und biologisches Bauen gewinnt immer mehr an Stellenwert und ist heute aktueller denn je zuvor. Frei nach dem Motto „fürs Klima grün dämmen“ beschäftigen ...

Die Preise am Immobilienmarkt steigen weiter

Die aktuelle Ausgabe der Immobilienmarktanalyse der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) zeigt eine weitere Beschleunigung des Preisanstiegs für Wohnimmobilien.

Immobilienverkauf: Nie ohne Marktwerteinschätzung

Aufgrund der Marktsituation ist es ein guter Zeitpunkt, eine Wohnimmobilie zu verkaufen. Wie hoch soll jedoch der Verkaufspreis sein? Das festzulegen, ist kein leichtes Unterfangen.

Firmenumzug - Mit diesen Vorbereitungen gelingt der Standortwechsel

Es gibt vielerlei Gründe, die für einen Firmenumzug sprechen – seien es die eigenen vier Wände fürs Unternehmen, günstigere Mietkosten, ein besserer Standort oder gar größere ...