Bezirksärztevertreterin Angelika Reitböck: „Schwere Impfschäden treten äußerst selten auf“

Susanne Winter, MA Susanne Winter, MA, Tips Redaktion, 14.02.2019 16:22 Uhr

BEZIRK KIRCHDORF. In den vergangenen Wochen wurde das Thema Impfungen durch akute Erkrankungsfälle von Masern in Österreich diskutiert. Bezirksärztevertreterin Angelika Reitböck nimmt das Thema genauer unter die Lupe.

Das Sozialministerium gab bekannt, dass seit Beginn 2019 in Österreich 31 Fälle von Masern gemeldet wurden, wobei die Bundesländer Steiermark, Salzburg, Tirol und Wien betroffen waren. Alleine in Europa haben sich 2018 zehntausende Kinder und Erwachsene mit Masern angesteckt, gab die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kürzlich bekannt. Leider verstarb auch ein kleinerer Teil der Betroffenen an dieser Erkrankung.

Früher gefürchtete Erkrankungen vorerst von der Bildfläche verschwunden

Durch die hohe Durchimpfungsrate der vergangenen Jahrzehnte sind viele früher gefürchtete Erkrankungen wie Pocken, Diphtherie, Tetanus und Kinderlähmung vorerst von der Bildfläche verschwunden. Manche dieser Erkrankungen wurden sogar als besiegt und für ausgestorben erklärt. „Dies führte zu einer Bedenkenlosigkeit, die in einer zunehmend sich ausbreitenden Gegnerschaft gegen Impfungen jeder Art in den vergangenen 10-15 Jahren ihre Fortsetzung fand“, berichtet Bezirksärztevertreterin Angelika Reitböck aus Steyrling.

Sicherheit der Impfungen verbessert und Nebenwirkungsrate gesunken

„Impfgegner warnen vor deren schädlichen Auswirkungen. Deren Argumente fallen vor allem bei den Menschen auf fruchtbaren Boden, die bereits ein gewisses Misstrauen gegen Medikamente und Pharmaindustrie entwickelt haben und sich meist auch stark für alternative medizinische Praktiken interessieren. Gerade in den vergangenen Jahren hat sich aber die Sicherheit der Impfungen sehr verbessert und die Nebenwirkungsrate ist gesunken“, so Reitböck.

Mögliche Nebenwirkungen

Rötungen, Schwellungen, Schmerzen an der Einstichstelle oder ein Gefühl, wie bei einem blauen Fleck, können mitunter vorkommen, seien laut der Ärztin aber harmlos. „Ferner sind Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und bei Kindern auch Fieber in den ersten Tagen nach der Impfung möglich. Schwere Impfschäden treten aber äußerst selten auf“, betont Reitböck.

„Bilanz fällt deutlich zugunsten der Impfungen aus“

„Insgesamt müssen wir die meist geringen Probleme nach Impfungen den gesundheitlichen schweren Bedrohungen durch die Krankheiten und deren möglichen Folgeerscheinungen, vor denen wir durch sie geschützt werden, gegenüberstellen. Hier fällt in der direkten Abwägung die Bilanz deutlich zugunsten der Impfungen aus“, meint die Bezirksärztevertreterin.

„Aktuelle Erkrankungsfälle könnten erste Vorboten sein“

Angelika Reitböck gibt zu bedenken: „Falls es hier nicht rasch wieder zum Umdenken kommt, werden die aktuellen Erkrankungsfälle in Österreich und Europa nur die ersten Vorboten einer neuen Erkrankungswelle von längst als vergessen geglaubten Erkrankungen darstellen. Warten wir nicht, bis größere Epidemien und viele Erkrankte mit womöglich weiteren Todesopfern auch den letzten Impfgegner zur Besinnung bringen. Es liegt an uns, die Zukunft zu gestalten und es nicht zu größeren Katastrophen kommen zu lassen.“

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