Wie man mit Sodbrennen während der Schwangerschaft umgeht

Stefanie Koertig, Leserartikel, 08.01.2020 08:38 Uhr

Hilfreiche Tipps gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft

Sodbrennen in der Schwangerschaft ist ein Problem, mit dem viele Frauen zu kämpfen haben. Gerade im letzten Trimester, wenn der Körper kurz vor der Geburt steht, kann Sodbrennen zu einer echten Belastung werden. Woran liegt das, wie kommt Sodbrennen überhaupt zustande und was kann dagegen getan werden? Diesen Fragen gehen wir in diesem Artikel nach.

 

Was ist Sodbrennen und wie kommt es zustande?

Sodbrennen ist ein Phänomen, mit dem nicht nur Schwangere zu tun haben. Je nach Lebensweise treten die unangenehm brennenden Symptome bei manchen Menschen häufiger auf als bei anderen. Im Magen herrscht ein saures Millieu, damit die Nahrung effektiv in ihre Bestandteile zersetzt werden kann. Dazu ist eine gewisse Menge Magensäure nötig. Die Menge der Magensäure passt sich unter anderem dem Volumen der zu verarbeitenden Nahrung an. Wer also sehr viel isst, produziert mehr Magensäure. Aber es gibt noch andere Faktoren, die die Produktion von Magensäure anregen:

  • Stark gewürzte Speisen (sehr scharf, süß, fettig oder salzig)
  • auch scharf angebratenes Essen begünstigt die Entstehung von Magensäure
  • Rauchen
  • Alkohol, insbesondere Rotwein
  • Stress

Am Mageneingang befindet sich ein Schließmuskel, der eigentlich verhindern soll, dass Nahrungsbrei wieder zurück in die Speiseröhre gelangt. Ist der Magen jedoch aufgebläht oder befindet sich zu viel Magensäure darin, können Speisereste den umgekehrten Weg gehen. Damit gelangt Magensäure zurück in die empfindliche Speisreöhre und wird als Brennen wahrgenommen. Die Schmerzen liegen dabei hinter dem Brustbein und können bis hinauf in den Hals gehen. Manchmal in Kombination mit Aufstoßen und Kratzen im Hals.

 

Warum die Schwangerschaft Sodbrennen begünstigt

Nicht nur die Ernährung wirkt sich auf das Sodbrennen aus. Auch die Körperposition spielt eine wichtige Rolle. Sodbrennen verstärkt sich allgemein im Liegen. Der Grund: Die Magensäure gelangt viel leichter zum Mageneingang. Ebenso begünstigt Übergewicht das Sodbrennen. Wenn somit Sodbrennen Schwangerschaft beeinflusst, liegt das daran, dass das Baby in der wachsenden Gebärmutter die Organe nach oben verschiebt. Dickdarm, Dünndarm und Magen werden bis kurz vor der Geburt beinahe bis in den Brustkorb gedrückt. Das wirkt sich nicht nur auf die Atmung aus, sondern eben auch auf die Verdauung.

 

Was tun bei Sodbrennen in der Schwangerschaft?

Es sei gesagt: Ganz verhindern lässt sich die Kombination „Schwanger Sodbrennen“ nicht. Rein anatomisch ist dies eines der unangenehmsten Symptome in der Schwangerschaft. Das Gute ist aber, dass dieses klar zu begründende Sodbrennen oft bereits nach der Geburt sofort verschwindet.

Doch bis dahin gibt es einige Dinge, auf die Sie achten können, um das Brennen im Zaum zu halten.

  • Wählen Sie Ihre Mahlzeiten mit Bedacht aus. Die Lebensmittel sollten schonend zubereitet werden. Würzen Sie lieber zu wenig als zu viel, um die Überproduktion der Magensäure zu verhindern.
  • Auf das Rauchen und Alkohol sollten Sie in der Schwangerschaft ohnehin verzichten.
  • Kohlensäurehaltige Getränke befeuern das saure Millieu im Magen. Auch säurehaltige Fruchtsäfte begünstigen Sodbrennen. Greifen Sie auf stilles Wasser, Tees oder andere Getränke dieser Art zurück. Auch der morgendliche Kaffee sollte reduziert oder weggelassen werden, wenn es danach ständig zum Brennen in der Speiseröhre kommt.
  • Kauen Sie Ihre Mahlzeiten ausreichend. Je gröber die Lebensmittel im Magen ankommen, desto mehr Aufwand muss dieser betreiben, um die Nahrung aufzuspalten.
  • Da Stress die Entstehung von Sodbrennen begünstigt, sollten Sie diesen reduzieren. Gönnen Sie sich öfters Ruhe, nehmen Sie sich Auszeiten, wenn Sie merken, dass es zu viel wird. Hilfreich sind auch Entspannungsübungen wie autogenes Training, Meditation oder die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen.
  • Akutes Sodbrennen können Sie bekämpfen, indem Sie ihre Ernährung auf basische Lebensmittel konzentrieren. Basisch ist, ganz heruntergebrochen, das Gegenteil von sauer. Konkret hieße das: Ein, zwei Gläser fettreiche Milch können den pH-Wert der Magensäure etwas ausgleichen. (Im Sinne der Säuren-Basen-Lehre ist Milch eigentlich ein saures Lebensmittel, wirkt aber basisch ausgleichend auf die Säure). Weitere gute basische Lebensmittel wären Spinat, Gurken, Fenchel, Petersilie, Trockenfeigen, Obst, Pilze, Mandeln und noch viel mehr. Dahingehend gibt es im Internet zahlreiche Listen, an denen Sie sich orientieren können.
  • Trinken Sie den Tag über ausreichend. Zum einen braucht Ihr Körper natürlich ausreichend Wasser, um Sie und Ihr Kind zu versorgen. Zum anderen verdünnen Sie mit dem regelmäßigen Trinken die Säure im Magen.
  • Liegen Sie mit erhöhtem Oberkörper im Bett. Das reduziert die Gefahr des Aufsteigens der Magensäure. Schlafen Sie außerdem auf der linken Seite. Gerade im letzten Schwangerschaftsdrittel sollte dadurch zusätzlich der Druck auf die untere Hohlvene reduziert werden. Damit ist eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff für Mutter und Kind gewährleistet.
  • Wenn die Beschwerden anhalten, hilft es auch, auf Medikamente zurückzugreifen. Sprechen Sie dies aber in jedem Fall mit Ihrer Frauenärztin ab.

Tipp: Ein schnelles Hausmittel: Essen Sie ein bis zwei Esslöffel Haferflocken. Diese binden die Säure. Aber vergessen Sie nicht, gründlich zu kauen.

Jede Frau, die Sodbrennen schwanger erleben muss, ist froh, wenn Sie hilfreiche Tipps dazu findet. Denn die Vorfreude auf das Baby kann dadurch zumindest etwas getrübt sein. Achten Sie auf Ihre Lebensweise und lassen Sie sich im Zweifel von Ihrem Arzt helfen.



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