Moderne Druiden: Hüter der Kraftorte

Evelyn Kasis   Anzeige, 21.04.2021 08:23 Uhr

Alte Kraftorte sind der Schauplatz vieler Sagen und Legenden. Heute noch berichten die Besucher solcher Orte manchmal von wundersamen Erlebnissen. Auch in den Wäldern Oberösterreichs verstecken sich mystische Plätze – zum Beispiel die Bründlkapelle in Auberg (Rohrbach), oder der Kultstein in Adlwang. Moderne Druiden beschäftigen sich intensiv mit der Bedeutung und Kraft solcher Orte. Sie führen dort ihre Rituale durch und ernten magische Zutaten für ihre Gebräue und Tinkturen. Wir haben die Mitglieder von einem Druidenzirkel getroffen, der in Österreich aktiv ist und mittlerweile sogar einen eigenen Druidenladen betreibt.

Ein Druidenzirkel in Österreich

Ohne dem Druiden Miraculix und seinem Zaubertrank hätten Asterix und Obelix wohl so manches Abenteuer nicht heil überstanden! Dementsprechend hoch ist die Erwartungshaltung, wenn man die Gelegenheit hat, einmal „echte“ Druiden kennenzulernen. Die Mitglieder vom Druidenzirkel Keltus tragen einfache, braune Kutten und sehen fast so aus wie Mönche. Doch an ihre Gürtel haben sie allerlei Werkzeuge geschnallt, die man zum Teil noch aus den Asterix-Geschichten kennt: vergoldete Sicheln, Lederbeutel gefüllt mit magischen Kräutern, hölzerne Runenstäbchen zur Befragung des Orakels... Begleitet wird jeder von ihnen von einem hohen Wanderstab, der einen kostbaren Kristall an der Spitze trägt.

Der Keltus-Zirkel hat insgesamt fünf Mitglieder. Er besteht aus den vier Schülern (darunter eine Schülerin) und einem Druidenmeister, der sein ganzes Leben dem Druidentum verschrieben hat und sein Wissen an die vier jüngeren Druiden weitergibt. Ihre Ausbildung umfasst Bereiche wie Kräuterkunde, Ritualmagie, die Erweckung von Krafttieren und den Zyklus des Mondes. An den besonderen Tagen im Kalender, wie zum Beispiel der Sonnenwende, führen sie an einem Kraftort gemeinsam Rituale durch.

„Ich habe den Druidenmeister vor neun Jahren beim Wandern an einem Kraftort kennengelernt und bin seither sein Schüler,“ erzählt uns Manuel. Sein Spezialgebiet im Druidentum ist die Energie der Bäume. Dazu forscht er mit verschiedenen Baumarten. „Jeder Baum hat ganz spezielle Eigenschaften und Kräfte. Die Esche ist zum Beispiel sehr gut für Reinigungsrituale, Ahorn verstärkt die kreative Energie. Die Kiefer ist hingegen ein super Holz, um sich davon lenken zu lassen. Wir verwenden es jetzt also für Wünschelruten,“ so der Druide.

Sabrina erzählt, dass sie schon vor ihrer Zeit als Druidin eine „weiße Hexe“ war und sich von allem Mystischen magisch angezogen gefühlt hat. Sie setzt sich intensiv mit der Kraft verschiedener Pflanzen und Kräuter auseinander, erntet diese gemäß den Mondphasen und trocknet sie für rituelle Räuchermischungen und andere Zwecke. „Der Druidenmeister ist wie ein wandelndes Lexikon, wenn es darum geht, selbst die unscheinbarsten Pflänzchen im Wald zu erklären. Jede Pflanze hat ihren Zweck, ihre Bedeutung und auch eine Seele. Deswegen ist es so wichtig, dass wir unsere Zutaten nur zum passenden Zeitpunkt ernten und Mutter Natur dafür immer unsere Dankbarkeit aussprechen,“ berichtet Sabrina.

Rund um das Wissen der Druiden hat Keltus mittlerweile sogar einen kleinen Druidenladen mit Webshop aufgebaut. Auf Druidenladen.eu bietet man unter anderem rituelle Räucherzutaten an, magische Amulette, sowie allerlei Werkzeuge für Druiden und Hexen. „Der Druidenladen ermöglicht uns, die wunderschöne Energie, der wir in unserer Arbeit begegnen, mit mehr Menschen zu teilen,“ so der Druide Astrogaol.

Ein besonderes beliebtes Angebot von Keltus sind die Druidenstäbe, die vom Druidenmeister persönlich hergestellt werden.

Das Geheimnis der Druidenstäbe

Druidenstäbe spielen seit jeher eine wichtige Rolle im Leben der Druiden. Einer alten Legende zufolge, hat ein Druidenmeister in den Fischbacher Alpen einst solche besonderen Stäbe für eine Reihe von Bauernkindern im Umkreis seiner Wälder angefertigt. Die damit beschenkten jungen Männer sollen Erstaunliches erlebt und die Stäbe das ganze Leben bei sich getragen haben. Seit mehreren Jahren lassen die Keltus-Druiden diese Tradition wieder aufleben und statten naturverbundene Menschen mit Druidenstäben aus, die in einem Ritual gesegnet wurden.

Die Auswahl des Holzes erfolgt dabei in Abstimmung mit dem Baumhoroskop der Interessenten. Auf Wunsch werden magische Kristalle oder Schutzrunen in den Stab eingearbeitet. „Für die Druidenstäbe, so wie für alle anderen Holzarbeiten von uns, werden natürlich keine Bäume verletzt. Wir arbeiten nur mit Fall- und Treibholz, dem der Druidenmeister in einem Kraftort-Ritual neues Leben gibt,“ erzählt uns Manuel.

Die Druidenstäbe sollen ihren Trägern eine besonders starke Verbindung zur Natur ermöglichen und ihnen auf ihren Wanderungen als Begleiter und Behüter zur Seite stehen. Manchmal schließen sich sogar alle Träger eines solchen Stabes für ein gemeinsames Druiden-Ritual zusammen. So zuletzt zur Frühlings-Tag-und-Nachtgleiche: „Am Ostara-Ritual haben sich hunderte Menschen in ganz Europa beteiligt und wir haben dabei eine Verbindung zwischen vielen verschiedenen Kraftorten hergestellt, das war wunderschön,“ erzählt Sabrina über das Ritual.

Auch für die Zukunft haben die Druiden viel geplant. So möchte man bald eine „Weltneuheit“ vorstellen, die mit der Kraft der Lärche zu tun hat. Zudem sucht man nach Wegen, mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, das druidische Handwerk zu erlernen. „Aber alles mit der Ruhe,“ versichert uns Manuel, „das Wichtigste für uns Druiden ist, dass wir im Einklang mit der Natur und dem Jahreskreis leben. Alles passiert zur richtigen Zeit.“

 

 

 

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