Tag gegen den Lärm (28. April): Jeder Fünfte leidet unter der Belastung

Nora  Heindl Nora Heindl, Tips Redaktion, 27.04.2021 16:05 Uhr

OÖ. Am 28. April, dem Tag gegen den Lärm, warnen die Oberösterreichischen Hörakustiker: Jeder Fünfte ist bereits durch seine laute Umgebung gesundheitsgefährdet. Ab 2050 soll ein Viertel der Menschen ein Hörproblem haben. Schuld ist zu einem großen Teil der Straßenverkehr.

„Die Werte sind dramatisch“, sagt Thomas Aigner, Landesinnungsmeister der Oberösterreichischen Hörakustiker. Jeder fünfte Europäer leidet laut Europäischer Umweltagentur unter einer gesundheitsgefährdenden Lärmbelastung. Hauptquelle dafür ist der Straßenverkehr. Konkret sind 113 Millionen Menschen in Europa dauerhaftem Verkehrslärm ausgesetzt. 22 Millionen werden zudem von der Bahn beschallt und vier Millionen vom Flugverkehr. Kein Wunder, dass jeder vierte Mensch laut WHO im Jahr 2050 ein Hörproblem haben wird.

Chronischer Lärm führt nicht nur zu Hörminderung sondern laut Studien auch zu Problemen wie Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen sowie kognitiven Einschränkungen. Rund 6,5 Millionen Europäer haben wegen des Lärms bereits Schlafstörungen. Oftmals unterschätzt wird die Auswirkung auf Kinder.

Schleichender Hörverlust

„Wir raten, den Lärmpegel im eigenen Wohnbereich aber auch in den Schulen und am Arbeitsplatz, wo man sich täglich aufhält, messen zu lassen. Ist dieser zu hoch – also überschreitet er über 8 Stunden gemittelt 80 Dezibel(A) – dann ist es wichtig, zu handeln“, sagt der Experte. Nachts sollte der gemittelte Lärmpegel 30 dB nicht überschreiten, um Schlafstörungen zu vermeiden. Auch, wenn man akut keinen Hörverlust oder Tinnitus bei sich feststellt, kann ein Problem bestehen. Hörverlust nimmt mit dem Alter zu und ist das Resultat einer dauerhaften Beschallung.

Gegen diese Überforderung der Ohren bieten die Hörakustiker verschiedene Lösungen. Die zwei wirkungsstärksten Alternativen sind der Kapselgehörschutz oder der individuelle Gehörschutz, der vom Hörakustiker nach einem Ohrabdruck maßgefertigt wird. Die bekannten Schaumstoffstöpsel sind dagegen für den Dauergebrauch nur schlecht geeignet. „Wer eine durchgängige Geräuschkulisse gewöhnt ist, bemerkt das Problem oft gar nicht mehr oder ist sich unsicher, ob sie eine Gefahr darstellt. Die Oberösterreichischen Hörakustiker stehen für alle Fragen rund um dieses Thema zur Verfügung – und haben auch während des Lockdowns geöffnet“, schließt der Landesinnungsmeister.

60 dB(A): normales Gespräch

Ab 65 dB(A): Meist ungefährlich, Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen

70 dB(A): Staubsauger, Haartrockner

80 dB(A): Starker Verkehr, LKW

Ab 85 dB(A): Gehörschäden bei längerer Einwirkung

95 dB(A): Musik (Kopfhörer)

110 dB(A): Formel 1-Wagen (30 m), Rockkonzert

Ab 120 dB(A): Schmerzgrenze, Gehörschäden auch kurzzeitig

140 dB(A): Flugzeugstart

160 dB(A): Geschützknall

So laut ist unser Alltag:

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