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Man braucht nur eine Wanderkarte dieser Region zur Hand nehmen, fallen einem gleich etliche Namen auf, die auf Bären hinweisen. Leider sind kaum Erinnerungen an diesen Böhmerwaldbewohner niedergeschrieben worden, darum sind über ihn nur sehr karge Geschichten bekannt.

Meister Petz hat im Böhmerwald ein schönes Leben geführt – bis der Mensch ihn gestört hat.
Meister Petz hat im Böhmerwald ein schönes Leben geführt – bis der Mensch ihn gestört hat.

Hauptsächlich ist das Zusammentreffen von Menschen mit ihm bekannt, jedoch ohne dass er Furcht verbreitet hätte. Vielmehr wird vermittelt, dass Bären den Kontakt mit Beerensuchern oder Holzarbeitern mieden. Wurde der Bär im Wald von einem Menschen überrascht, floh er sofort und wurde kaum mehr in der Region wahrgenommen. In den Berichten über das Zusammentreffen, steht die Angst auf beiden Seiten im Vordergrund. Einerseits lebte der Mensch in großer Angst vor ihm, anderseits nahm der Bär sofort Reißaus vor ihm.

Begehrte Trophäe

Anders verhielt sich einstmals die Jägerschaft. Für die Jäger stand sein Fell als Trophäe im Vordergrund. In allen Klostermuseen von Kremsmünster oder Admont findet man ihn präpariert als besonders sehenswertes Schaustück. Über seine Herkunft reicht die Bezeichnung „Bär aus dem Böhmerwald“.

Die Umstände, wie man zu dieser seltenen Jagdtrophäe kam, sind größtenteils erfunden. Manche Geschichten darüber sind gruselig und entsprachen darum den Erwartungen der Besucher. Möchte man den Wahrheitsgehalt ergründen, stößt man leider auf fadenscheinige Ausreden. Darum soll uns allein die Tatsache genügen, dass in vergangenen Zeiten Meister Petz im Böhmerwald ein für ihn lebenswertes Dasein führen konnte – solang die Unberührtheit des Waldes von den Menschen nicht gestört wurde.

Verfasser:Fritz Winkler


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