Wo sich Luchs und Wildkatze begegnen: Böhmerwald-Moor ist Hotspot für seltene Arten
AIGEN-SCHLÄGL. Entlang des Grünen Bandes, der einstigen Stacheldrahtgrenze zwischen Ost- und Westeuropa, haben sich viele Perlen der Natur erhalten. So auch im Böhmerwald, wo der Naturschutzbund ein Stück Moor gekauft hat um seltene Pflanzenarten wieder zurück zu holen.

Mitten im Wald befindet sich die kleine Lichtung, auf der sich schon viel getan hat. Die 1,5 Hektar große Fläche war ursprünglich komplett vermoort, wurde aber vor dem Zweiten Weltkrieg als Streuwiese verwendet und teils trockengelegt und aufgeforstet. Seither wurde sie aber nicht mehr bearbeitet. „Wir haben dann im Vorjahr den Baumbestand geschlägert und mit Hilfe von Asylwerbern aus Aigen-Schlägl von Ästen befreit“, erzählt Julia Kropfberger vom Naturschutzbund Oberösterreich. Auf dem bis heute erhalten gebliebenen Moor-Teil der Fläche finden sich unter anderem so seltene Pflanzenarten wie wild wachsende Orchideen.
Es kreucht und fleucht
Doch nicht nur das: Auch ganz seltene Tierarten wie zum Beispiel die Birkenmaus wurde mit Hilfe von Fotofallen dort bereits gesichtet. Die aufregendsten Neuigkeiten gab es aber mit dem Besuch von Luchs und Wildkatze dort zu verzeichnen. Kropfberger: „Anhand der Bilder konnten wir die Wildkatze zwar schon mit hoher Wahrscheinlichkeit identifizieren, allerdings fehlt uns noch der DNA-Beweis. Wir versuchen nun, mit Hilfe von mit Baldrian bestrichenen Lockstöcken, das Tier anzulocken und so Fellproben zu erhalten. Wenn es tatsächlich eine Wildkatze ist, ist das wirklich eine Sensation.“
Zurück zur Natur
Die Schutzmaßnahmen für das Moor im Böhmerwald umfassen Pflege und Betreuung wie eine kontinuierliche Entbuschung. Wichtig für die Schonung solcher Moore ist es, Trittschäden zu vermeiden, um nachhaltige Verbesserungen zu erzielen, viel zu informieren und die Akzeptanz zu erhöhen.
Refugium für Sonnentau
Durch den Einbau von Grabensperren wird das Moor in nächster Zeit weiter vernässt, um die Bedingungen für verschiedene Moorpflanzen zu verbessern. „Wir hoffen natürlich dadurch, dass sich auch der Sonnentau, eine seltene fleischfressende Pflanze, hier bald wieder heimisch fühlt und eine Lebensgrundlage findet“, wünscht sich Kropfberger.
Bitte nicht stören!
Um zu verhindern, dass die wertvollen Pflanzen- und Tierarten zerstört oder gestört werden, wird in dem Artikel bewusst auf eine genaue Ortsangabe des Moores verzichtet. Die Natur braucht dort nur eins: Ruhe, um sich zu erholen


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