Letzter Feinschliff nach Großumbau: Stift Schlägl putzt sich zum bevorstehenden Jubiläumsjahr ordentlich heraus
AIGEN-SCHLÄGL. Seit 2014 wird im Zuge der größten Umbaumaßnahme seit 150 Jahren im Stift Schlägl gesägt, gehämmert und gebohrt. Dabei kamen auch längst vergessene Dinge zum Vorschein. Das ambitionierte Ziel: Im Juli, spätestens aber im Herbst, will man mit den Arbeiten fertig sein.

Eine mittelalterliche Zisterne, die bis ins 17. Jahrhundert noch außerhalb der Stiftsmauern stand, ist nun wieder aufgetaucht. „Wahrscheinlich stammt sie aus der Zeit zwischen 1400 und 1500“, erzählt Kämmerer Markus Rubasch bei einem Rundgang auf der Baustelle.
Tatsächlich wird noch an allen Ecken und Enden gearbeitet: Dem Besucher wird gleich beim Eingang der neue Empfangsbereich auffallen, der künftig auch einen kleinen Shop beherbergt. Zudem entstanden neue Zimmer samt Pflegeinfrastruktur für die Brüder, das ganze Stift präsentiert sich barrierefrei, die Stiftskirche wurde renoviert und in der Haustechnik hat sich einiges getan. In der Brauerei werden die Gär- und Lagertanks modernisiert.
Großer Auftraggeber
„Wir leben nach unseren alten Werten, sind aber trotzdem immer offen für Neues“, erklärt Abt Martin Felhofer. So erzeugte man bereits jetzt mit Hilfe von Wasserkraft und künftig auch über eine Photovoltaik- und Solaranlage so viel Strom, wie Hochficht und Stift über Jahr gesehen verbrauchen. Bei der Vergabe der Arbeiten seien bevorzugt Unternehmen aus dem Bezirk Rohrbach und dem Mühlviertel zum Zug gekommen. „In den letzten Jahren beschäftigten wir an den Baustellen etwa 250 Mitarbeiter aus der Umgebung“, so Kämmerer Rubasch.
Heimat für Ordensleute
„Wir bauen hier nicht nur für uns selbst, sondern sichern damit auch den Bestand und die Weiterentwicklung des Stiftes auf Jahrzehnte. Die Priester haben hier eine Heimat, auch nach ihrer Pensionierung sollen sie sich wohlfühlen“, sind sich Abt Felhofer der Tragweite ihrer Maßnahmen bewusst. Schließlich gehören derzeit 39 Mitbrüder im Alter zwischen 22 und 84 Jahren zum Konvent. Dazu kommen noch drei Schwestern aus der Slowakei, die für die Pflege zuständig sind.
Jubiläumsjahr steht an
Den Anstoß für die große Umbaumaßnahme gab übrigens die Landesgartenschau „Bio Garten Eden“, die im nächsten Jahr rund um das Stift stattfinden wird. Zudem wird am 30. September, dem Todestag des Stiftsgründers Kalhoch von Falkenstein, das Jubiläumsjahr 800 Jahre Stift Schlägl eingeläutet, im Zuge dessen es eine Reihe von Veranstaltungen geben wird.
Mehr Informationen dazu gibt“s auf www.stift-schlaegl.at.


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