Rotkreuz-Mitarbeiterin im Sozialmarkt seit vier Jahren: "Einkaufsberechtigte sollen ihr Recht viel mehr nutzen"
AIGEN-SCHLÄGL. Es ist Donnerstagnachmittag, kurz vor zwei Uhr. Schon seit geraumer Zeit warten die Kunden vor dem Sozialmarkt darauf, dass dieser öffnet und sie ihre Einkäufe erledigen können. Nicht als Kundin, sondern als Rotkreuz-Mitarbeiterin ist Sylvia Lang hier – so wie jeden Donnerstag seit mittlerweile vier Jahren.

Schon immer war ihr klar, dass sie sozial aktiv wird, sobald sie in Pension geht. Der Sozialmarkt in Aigen-Schlägl kam der Julbacherin da genau richtig. „Vom ersten Tag seit der Eröffnung bin ich dabei und es hat mir immer Spaß gemacht“, erzählt Sylvia Lang. Es ist vor allem die Gemeinschaft im Roten Kreuz, die ihr so taugt: Da sitzt man im Gemeinschaftsraum noch ein wenig beisammen, geht miteinander auf ein Eis, unternimmt einen Betriebsausflug oder trifft sich bei der Weihnachtsfeier.
„Ich mag die Leute“
Aber natürlich gefällt ihr auch die Arbeit im Sozialmarkt. „Wenn ich einen Donnerstag nicht kann, geht mir was ab“, meint die Rotkreuz-Mitarbeiterin. Sie ist in der Nachmittagsschicht, wenn die Kunden kommen, tätig. Berechtigungsausweise kontrollieren, kassieren, Regale auffüllen, dazwischen im Lager ein wenig Ordnung schaffen und zum Schluss zusammenräumen – „zu tun ist immer genug“, sagt Lang. Zeit für Gespräche mit den Kunden bleibt aber auch. „Ich mag die Leute und mit der Zeit lernt man viele besser kennen.“
Keine Scheu
Sie hat aber den Eindruck, dass der Sozialmarkt von den Einheimischen zu wenig angenommen wird. „Wer das Recht hat und einen Berechtigungsausweis von der Gemeinde bekommt, soll das Angebot auch nutzen. Da braucht sich niemand zu schämen“, betont die rührige Julbacherin.
Über jede Spende froh
Die Waren für den Sozialmarkt werden in Geschäften abgeholt, die diese nicht mehr verkaufen könnten. Das Team freut sich auch über Lebensmittelspenden oder Geldspenden, mit denen zusätzliche Waren angekauft werden können.
Der Rotkreuz-Sozialmarkt in Aigen-Schlägl ist jeden Dienstag und Donnerstag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Menschen mit geringem Haushaltseinkommen sind zum Einkauf berechtigt, einen entsprechenden Antrag gibt es am jeweiligen Gemeindeamt.


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