Mit Permakultur durch die Krise: Selbsttest fiel überraschend positiv aus
AIGEN-SCHLÄGL. Für die Mitglieder der Permagruppe Donau-Böhmerwald hat die Corona-Krise gezeigt, wie gut das Konzept der Permakultur helfen kann, einen nachhaltigen, krisensicheren Lebensstil zu entwickeln.

Gerade die vergangenen Wochen machten deutlich, wie wichtig und interessant die Themen der zeitgemäßen Lebensmittelversorgung sind. „Wir hatten genug Zeit für einen umfassenden Selbsttest, der überraschend positiv ausfiel“, resümiert Vereinsobfrau Roswitha Diaz Winter. „Viele unserer Mitglieder haben während des Lockdowns beobachtet, wie gut und frei es sich anfühlt, wenn viele Fertigkeiten noch oder wieder beherrscht werden und man mit einfachsten Mitteln das Leben gestalten kann. Permakultur hält gerade in schwierigen Zeiten viele passende, krisensichere Lösungsansätze bereit.“
Zeitgemäße Selbstversorgung kann man lernen
Diaz Winter betreibt mit der „Wilden Rose„ auch ein Ausbildungszentrum für zeitgemäße Selbstversorgung und Permakultur. „Nach dem sehr guten Start kam der Lockdown und damit die Pause. Mitte Juli soll der Neustart erfolgen, das Konzept wird an die besonderen Bedingungen die Corona fordert, angepasst“, informiert die Aigen-Schläglerin. Neben Angeboten in kleinsten Gruppen wird auch die digitale Ebene ausgebaut und in Kürze können Webinare gebucht werden. Online-Beratungen sind ebenfalls möglich.
Funktionierendes Netzwerk
In die digitale Welt hat sich auch die Permagruppe Donau-Böhmerwald begeben und eine Homepage gestartet (www.permakultur-donau-boehmerwald.at). Zugleich zeigte sich beim kontaktlosen Austausch von guten Tipps, von so manchem Schmankerl, vielen Pflänzchen und Saatgut, dass das Netzwerk gut funktioniert. „Interessierte bekommen regelmäßig Post von uns und auf unserer 'Überlebensliste' sammelt sich eine Anzahl an Betrieben und Initiativen aus der Region, die uns mit hochwertigen und nachhaltig produzierten Produkten das Leben wertvoller gestalten lassen“, sagt Diaz Winter, der die Unterstützung von Bio-Lebensmittelerzeugern ein besonderes Anliegen ist.
Food-coop geplant
Um die Krise als Chance zu nutzen, wird derzeit in kleinen Teams an verschiedenen neuen Ideen gebastelt. „In Planung ist zum Beispiel eine Food-coop in Aigen-Schlägl“, informiert die Vereinsobfrau. Im Frühjahr mussten alle Veranstaltungen Corona-bedingt abgesagt werden. Ob es im Herbst Permakultur-Stammtische geben wird, hängt von der weiteren Entwicklung ab und wird kurzfristig entschieden.
Im Gemeinschaftsgarten mitwerken
Seit Anfang Mai ist auch der Gemeinschaftsgarten am Gelände der Landesgartenschau wieder in Betrieb, wo schon Obst und Gemüse sprießt. Aktuelles zum umweltschonenden Gärtnern wird bei den wöchentlichen Gartentreffen in geteilten Gruppen besprochen. „Wir suchen weitere Interessierte für unsere Gartengemeinschaft, auch Hochbeete stehen bereit“, lädt Roswitha Diaz Winter ein. Und fügt hinzu: „Gartenflächen sind die ertragreichsten Nutzflächen. Wer nach den Kriterien der Permakultur ganzjährig gärtnert, kann auf einer Fläche von 50 m2 so viele pflanzliche Lebensmittel heranziehen, dass sich ein Mensch davon ein Jahr lang ernähren kann. Dieses Wissen und das entsprechende Tun gibt Sicherheit in schwierigen Zeiten.“


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