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AIGEN-SCHLÄGL. Die Situation am Milchmarkt ist nicht einfach, vor allem im Vorjahr hatten die Landwirte mit sinkenden Erzeugerpreisen zu kämpfen. Die Südtiroler Bauern hingegen erzielen seit vielen Jahren respektable Preise für ihre Milch. Was sie besser oder anders machen, als die Mühlviertler Bauern verrät Annemarie Kaser beim Absolvententag der Bioschule Schlägl.

Der Bio-Anteil steigt weiter. Foto: BioAustria
Der Bio-Anteil steigt weiter. Foto: BioAustria

Bei einem Preis von rund 50 Cent pro Liter konventioneller Milch können sich die Südtiroler freuen. Hierzulande gibt es gerade mal 31 Cent dafür. Annemarie Kaser steht dem Südtiroler Sennereiverband als Direktorin vor. Einem Verband, der die Qualitätssicherung aber auch die Vermarktung für die zehn genossenschaftlichen Milchverarbeitungsbetriebe Südtirols übernimmt. Sie kennt die Besonderheiten und Unterschiede zur Mühlviertler Situation und spricht darüber am 16. März (19.30 Uhr) in der Bioschule Schlägl. Zeit für Diskussionen wird ebenfalls ausreichend sein.

„Wir wollen reinhören und darüber diskutieren, warum die Situation in Südtirol besser ausschaut als bei uns“, lädt der Obmann des Schlägler Absolventenverbandes, LAbg. Georg Ecker ein. Der Bezirksbauernkammer-Obmann weiß, dass die letzten zwei Jahre ziemlich hart waren. „Mit den Preisen muss noch Einkommen erzielt werden können“, betont er.

Mehr Bio-Bauern

Trotz aller Schwierigkeiten am Milchmarkt steigt die Milchproduktion im Bezirk: „Wir haben mehr Rinder als im ganzen Bundesland Vorarlberg und produzieren auch mehr Milch“, weiß Georg Ecker.

Weil sich der Preis für Biomilch stabil hielt (zwischen 44 und 52 Cent), wagten einige Milchbauern den Schritt zur Umstellung auf biologische Wirtschaftsweise. Generell nutzen die Bauern die Chancen im Biolandbau. „27 Prozent der knapp 2000 landwirtschaftlichen Betriebe werden bereits biologisch bewirtschaftet, bei der Flächen liegt der Bioanteil bei mittlerweile 30 Prozent“, ist Ecker stolz auf die Bio-Hochburg. Prinzipiell ist ihm aber jeder Betrieb wichtig und er freut sich, wenn wirtschaftlich vertretbar investiert wird.

Die Gründe für die steigende Zahl an Bio-Betrieben liegen auch im immer größer werdenden Hunger der Konsumenten nach Bio-Produkten und an der Tatsache, dass immer mehr Verarbeiter, Vermarkter und Gastronomen auf biologisch erzeugte Lebensmittel setzen. 8,1 Prozent der Frischeprodukte werden im Lebensmitteleinzelhandell in Bio-Qualität gekauft. Gesundheit und gesunde Ernährung, Umwelt- und Tierschutz, Regionalität und Herkunft sind die häufigsten Motive für den Kauf von Bio-Produkten. Am häufigsten werden Eier, Milch, Erdäpfel und Gemüse in Bio-Qualität gekauft.


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