Luxusvilla mit Seeblick und weitere „römische Spuren“ am Attersee
WEYREGG/ATTERSEE. „Gemeinsam grenzenlos gestalten“ hinter diesem Leitsatz steht „Interreg Österreich-Bayern“ – ein Förderprogramm der Europäischen Union. „Mit dem Projekt ,Inwertsetzung der römischen Kulturstätten in Ostbayern und Oberösterreich“ soll dieser Bedeutung sowie allgemeinen Tourismustrends stärker Rechnung getragen werden“, sagt Christian Schirlbauer, Geschäftsführer der Tourismusregion Attersee sowie Initiator und treibende Kraft für die Projektumsetzung vor Ort.

Der große Einfluss der Römer, speziell in den Provinzen Noricum und Raetia und damit im ostbayerisch-oberösterreichischen Grenzraum, wurde bis dato nur lokal aufbereitet. Erstmals soll dieses historische Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet und grenzüberschreitend dargestellt werden. Ohne finanzielle Unterstützung der Europäischen Union wären derartige Projekte undurchführbar.
Römerradweg verbindet
Das Bindeglied zwischen den Regionen ist mit Sicherheit der Römerradweg, der von Bayern über den Attersee bis nach Enns führt. Mit einheitlichen Rastplätzen und informativen Römer-Schautafeln führt er den „radelnden Gast“ auf eine Reise in die Vergangenheit und gibt spannende Einblicke in das Leben der Römer. Laut Stefan Traxler, dem Römerexperten im OÖ. Landesmuseum, ist die Anlage in Weyregg die bedeutendste römische Gutshofanlage in Oberösterreich. Schon 1767 stießen Arbeiter bei Wegarbeiten auf Reste eines Mosaikfußbodens. Umfangreiche Forschungen fanden 1924 statt. Bei den letzten Ausgrabungen Ende 2017 wurde ein bislang unbekanntes Gebäude entdeckt. Eine Dokumentation zu den neuen Funde und den jüngsten Erkenntnissen wird derzeit von der Universität Salzburg und dem OÖ. Landesmuseum aufbereitet. Ein großes Stück „originales Mauerwerk“ soll geborgen und konserviert werden, ebenso wird ein 3D Modell der „Luxusvilla mit Seeblick“ von Weyregg erstellt – dazu werden auch Daten aus dem Projekt „Geophysik Weyregg“ verwendet, das von ZAMG/Archeo Prospections im Auftrag des Heimatvereines Attergau, des OÖ. Landesmuseums und des Tourismusverbands Attersee durchgeführt worden ist. In der Gemeinde Attersee werden die Themen „Römer im Salzkammergut“ sowie 6000 Jahre Siedlungsgeschichte in Form einer rund 350 Meter langen „Sitz-Bank“ mit Glas-Schautafeln direkt am See präsentiert.
Ein „Römer-Ausflug“ zum Attersee lohnt sich
Beide Standorte, Weyregg und Attersee, stellen mit diesen neuen baulichen Maßnahmen höchst interessante und wissenschaftliche belegbare Informationen für Gäste, Ausflügler und auch Einheimische bereit. Ab Mitte Mai 2018 lohnt sich sicherlich ein „Römer-Ausflug“ an den Attersee. Die Förderung aus Mitteln der Interreg beträgt 75 Prozent, die restlichen 25 Prozent an Eigenmitteln werden aus Mitteln der Gemeinden Weyregg und Attersee, des Tourismusvereines Weyregg und des Tourismusverbandes Attersee-Salzkammergut aufgebracht, der auch die Projektträgerschaft übernommen hat.


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