Sturm hatte 115 Einsätze der Ischler Feuerwehren zu folge
BAD ISCHL. Ein heftiges Gewitter zog gestern wieder einmal über das Ischler Tal. Heftige Windböen rissen Bäume um. Der heftige Regenfall ließ Straßen und kleine Bäche zu reißenden Flüsse werden.

Um exakt 18.36 Uhr war die erste Einsatzmeldung erfolgt. Binnen kurzer Zeit trafen rund 50 Meldungen ein. Alarmstufe 2 (Pflichtbereichsalarm) alle fünf Feuerwachen und alle fünf freiwilligen Feuerwehren in Bad Ischl ausgelöst.
Dabei war bereits die Anfahrt zu den einzelnen Zeugstätten für die Kameraden der alarmierten Wehren teilweise sehr gefährlich. „Sie mussten sich durch die Straßen regelrecht durchkämpfen. Für Einige war ein anrücken in der Erstphase des Unwetters gar nicht möglich, da die Straßen versperrt waren, ihre eigenen Nachbarn oder gar sie selbst vom Unwetter betroffen waren“, so Michael Zeppezauer von der FF Bad Ischl. Teilweise war die Zufahrt zu den Zeugstätten nicht möglich, es mussten daher die Fahrzeuge oft weit entfernt abgestellt werden.
So mussten die Kameraden der Feuerwache Perneck ihr eigenes Depot vor den Wassermassen schützen, die entlang der Perneckerstraße flossen, schützen. Erst dann konnten sie selbst in Not geratene Personen helfen.
In der Erstphase des Katastropheneinsatzes konzentrierte man sich darauf, die Hauptverkehrswege freizumachen. Immer wieder trafen auch Meldungen von Familienangehörigen der im Einsatz stehenden Feuerwehrkameraden ein, dass ihre eigenen Objekte betroffen seien.
Stromausfall stoppt Beatmungsgerät
Viele Ortschaften waren ohne Strom, weil Stromleitungen von Bäumen beschädigt oder ganze Strommasten umgerissen wurden. Dramatisch war auch ein Zwischenfall in der Ortschaft Mitterweißenbach. Durch den Stromausfall funktionierte ein Beatmungsgerät nicht mehr. Auch hier konnte die Feuerwehr helfen. Zahlreiche Autos wurden unter den Bäumen regelrecht begraben, wie durch ein Wunder gab es keine Personenschäden.
Die FF Bad Goisern wurde alarmiert, um mit ihrem Hubsteiger die Aufräumungsarbeiten in Bad Ischl zu unterstützen. Die Stadtgemeinde Bad Ischl unterstützte mit entsprechendem Personal und Gerätschaften. Zahlreiche Straßenzüge mussten gesperrt werden.
Wohnhäuser evakuiert
Im Traunreiterweg mussten zwei Wohnhäuser evakuiert werden. In einem Hang wurden durch den heftigen Wind Bäume entwurzelt. Die Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehr stellten hier auf Grund der vorherrschenden Bodenbeschaffenheit erhebliches Gefahrenpotential für die Objekte fest. Die Wildbach- und Lawinenverbauung wurde daraufhin zum Einsatzort beordert.
Die Bergrettung Bad Ischl sicherte die Feuerwehrkameraden, die auf den abgedeckten Dächern im Einsatz stehen.
Bis gegen Mitternacht wurden die Einsätze, in Summe 115 (!), abgearbeitet. Die Aufräumungsarbeiten werden wohl noch einige Tage dauern.


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