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BAD LEONFELDEN/URFAHR-UMGEBUNG. Nach dem Fall des 15-Jährigen aus dem Bezirk Urfahr-Umgebung, der seine Ex-Schulkameraden bedroht hat, ist das Thema Gewalt in der Schule wieder in den Vordergrund geraten.

Foto: Roman Bodnarchuk/shutterstock.com
Foto: Roman Bodnarchuk/shutterstock.com

Erst vergangene Woche ist bekannt geworden, dass ein 15-Jähriger aus dem Bezirk Urfahr-Umgebung drei seiner ehemaligen Schulkollegen aus der Polytechnischen Schule Bad Leonfelden – allesamt aus dem Bezirk Freistadt – über einen Zeitraum vom 13. Jänner bis zum 30. Jänner 2019 bedroht hat. Konkret ließ er seine Schulkameraden über eine Nachrichtenplattform wissen, dass er ihnen das Genick brechen und ihnen ins Gesicht schießen werde. Zuvor hatte er einem der drei auch noch ein Video zugesandt: Darauf ist zu sehen, wie er eine Pistole lädt.

Wie sich später herausstellte, handelte es sich dabei um die Schreckschusspistole seines Vaters. Diese hatte er in dessen Büro gefunden. Die Waffe, die laut der Polizei augenscheinlich einer echten Faustfeuerwaffe gleichgestellt ist, wurde von den Einsatzkräften sichergestellt. Ein vorläufiges Waffenverbot wurde ausgesprochen. Der Schüler wurde wegen gefährlicher Drohung angezeigt. Da er mit dem Tod gedroht hat, kann er mit einer Freiheitsstrafe von bis zu eineinhalb Jahren bestraft werden. Auslöser für die Drohungen waren laut der Bildungsdirektion Oberösterreich Streitereien zwischen den betroffenen Schülern.

Verschiedene Maßnahmen im Anlassfall möglich

Kommt es zu so einem Vorfall in einer Schule, so gibt es unterschiedliche Optionen, wie damit an der betroffenen Schule umgegangen werden kann. Laut der Bildungsdirektion Oberösterreich gibt es grundsätzlich ein Team von Schulpsychologen. Diese seien nicht nur für die Nachbetreuung zuständig, sondern würden sich auch damit beschäftigen, wie eine derartige Situation hätte verhindert werden können. Zusätzlich gäbe es an einigen Schulen auch noch sogenannte „Peergroups“. Auch sie fungieren als Ansprechpartner, wenn es Probleme oder Bedrohungen gibt. An jeder Schule gibt es auch unter dem Lehrpersonal eine Person, die bei Schwierigkeiten ins Vertrauen gezogen werden kann. Außerhalb der Schule würde außerdem auch das Rote Kreuz ein Kriseninterventionsteam anbieten.

Keine genauen Zahlen über Gewalttaten an Schulen

Wie oft es in Oberösterreich oder in den Bezirken in Schulen wirklich zu gewalttätigen Zwischenfällen komme, sei laut Bildungsdirektion nicht genau bekannt. Grund dafür sei, dass die meisten Vorfälle direkt an der Schule geregelt werden. Erregt ein Vorkommnis aber beispielsweise mediale Aufmerksamkeit, so können sich die betroffenen Schulen an die Bildungsdirektion wenden. Diese leistet dann Unterstützung beim Kontakt mit den Medien. Außerdem gäbe es einen Leitfaden für die Direktionen, wie in konkreten Situationen vorgegangen werden soll. Einen Automatismus, dass die Polizei der Bildungsdirektion eine Anzeige meldet, gibt es übrigens nicht. Im Fall des 15-Jährigen in Bad Leonfelden wurden laut der Bildungsdirektion Gespräche mit der Direktorin und den Eltern geführt. Auch mit den Schülern wurde der Vorfall aufgearbeitet. Von Seiten der Bildungsdirektion heißt es weiters, dass der Vorfall von außen dramatischer gesehen werde als vor Ort. Ein Kriseninterventionsteam sei nicht notwendig gewesen.


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