Lebenshilfe-Kindergarten in Braunau feiert 35-jähriges Bestehen
BRAUNAU. Der Lebenshilfe-Kindergarten feiert im Februar sein 35-jähriges Bestehen. Bis zu acht Kindern mit Beeinträchtigung bietet er seither einen familiären Ort zum Wachsen, Lernen, Entdecken und Spaß haben.

Die meisten Kinder kommen morgens mit dem Bus, dann versammeln sie sich mit der Pädagogin zum Morgenkreis mit gemütlicher Begrüßungsrunde. Dies bietet auch immer Gelegenheit für ein spezielles Förderangebot: Zurzeit beschäftigen sich die Kinder mit den fünf Sinnen. Nach der gemeinsamen Jause steht freies Spielen am Programm, wobei gleichzeitig Einzeltherapien stattfinden. Regelmäßig musizieren, basteln oder turnen die Kinder auch gemeinsam in der Gruppe. Nach dem Mittagessen ist erstmal Ruhen angesagt, ehe es am Nachmittag wieder zum Spielen geht – oder einmal in der Woche zum heilpädagogischen Reiten. Ein ganz besonderes Highlight für die Kinder.
Jubiläum
Dies ist nur ein kleiner Einblick in den Alltag des Kindergartens der Lebenshilfe in Braunau. Die Einrichtung feiert heuer ihr 35-jähriges Bestehen und bietet seither Kindern mit Beeinträchtigung aus dem ganzen Bezirk einen familiären Ort zum Wachsen. Beinahe genauso lange, nämlich 30 Jahre, ist die Leiterin Maria Rehatschek bereits hier tätig. Eintönig wurde ihr Job trotzdem nie. „Jedes Kind ist eine neue Herausforderung. Bei uns ist es ein sehr intensives Arbeiten in kleinen Gruppen, dadurch haben wir viel Zeit für jedes einzelne Kind“, erklärt sie.
Eingespieltes Team
Gemeinsam mit einer weiteren langjährigen Kindergartenpädagogin, einer Assistentin und einem Zivildiener betreut sie derzeit fünf Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf. Bis zu acht Kinder kann die Einrichtung aufnehmen. Unterstützt werden die Pädagoginnen von vier Therapeuten, die wöchentlich vorbeikommen. „Das Angebot an Therapien hat sich seit Bestehen stark verbessert. Auch die Eltern profitieren davon, wenn dies alles im Kindergarten-Alltag integriert ist“, erklärt Rehatschek. Neben bewährten Therapiemöglichkeiten ist das Team stets für Neues aufgeschlossen und versucht, sich immer weiterzubilden. Auch die Methoden haben sich in den letzten drei Jahrzehnten verändert, weg vom Arbeiten nach Richtlinien: „Man orientiert sich jetzt mehr an den Kindern und deren Interessen und holt sie da ab, wo gerade ihr Entwicklungs- und Wissensstand ist.“
Spaß und Freude
Für die Pädagogin ist es besonders wichtig, mit viel Spaß und Freude das Interesse der Kinder zu wecken. Dies treibe auch die Entwicklung voran: „Es macht auch mir Freude, wenn die Kinder ihre Welt entdecken und wenn sie sich bei uns im Kindergarten wohlfühlen.“
Mehr Inklusion
Zweimal zog der Lebenshilfe-Kindergarten in den vergangenen Jahren um, ehe er im Jahr 2000 beim Regelkindergarten Neustadt einen Zubau bezog. Eine weitere räumliche Veränderung steht in den nächsten Jahren an: Im Zuge eines geplanten Neubaus sollen Regelkindergarten und Lebenshilfe-Kindergarten noch weiter zusammenrücken. Schon ab September wird daher mit verschiedenen Projekten und Aktivitäten noch mehr Inklusionsarbeit betrieben, damit sich die Kinder beider Gruppen öfter begegnen, erzählt Rehatschek: „Kinder lernen voneinander eben am meisten. Etwa gegenseitigen Respekt.“


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