„Das Coronavirus ist leider auch schon in die Wüste vorgedrungen“
BRAUNAU. In ihrem Buch „Strahlendes Afrika“ schreibt Astrid Hynek über ihre Erlebnisse in Afrika, wo sie trotz dramatischer Momente auch enge Bindungen aufbauen konnte. Mittlerweile ist das Coronavirus auch schon bei ihren Freunden in Nigeria angekommen und verbreitet dort Panik, wie die Braunauerin berichtet.

„Das Coronavirus ist leider auch schon in die Wüste vorgedrungen. Ich hatte immer gehofft, dass diese heißen, trockenen Gebiete verschont bleiben könnten, aber es ist jetzt auch dort Winter. Viele Leute sind krank, auch in meinem Dorf Aouderas“, sagt Hynek. Im Krankenhaus stelle sich heraus, dass Covid die Ursache sei. „Es gibt auch schon Tote.“
Zu wenig Informationen
„Das Problem ist, dass die Leute über diese Krankheit nicht Bescheid wissen, es gibt ja keine Zeitungen oder Fernsehen. Es ist Panik ausgebrochen, ganze Familien werden wegen Erkältungen für zwei Wochen weggesperrt und haben auch nichts zu essen.“ Die Braunauerin wurde deswegen bereits gebeten, sich um Informationsveranstaltungen zu kümmern. Von Zuhause aus ist das schwierig, die Autorin ist aber bereits auf der Suche nach Lösungen.
Strahlendes Afrika
In ihrem Buch wird das Virus vor allem am Ende erwähnt. Hauptsächlich geht es im Werk aber um die Erfahrungen, die Hynek in den vergangenen Jahren in Afrika machte. 2004 erfüllte sie sich einen lange gehegten Wunsch und reiste in die Wüste - in die nigrische Sahara. Die Reise verwandelte sich allerdings in einen Alptraum, als die Reisegruppe im äußersten Norden von Niger von salafistischen Terroristen festgehalten wurde. „Sie beraubten uns und forderten ein Lösegeld. Glücklicherweise konnten wir unsere Reise aber körperlich unversehrt beenden“, erzählt Hynek.
Hilfsprojekte durchgeführt
Trotz dieser Erlebnisse entstand eine enge Bindung zu Afrika und den Menschen, die Hynek dort kennenlernte. Die Autorin führte daraufhin mit den Vereinen „Freundinnen von Aouderas“, der „Initiative Eine Welt“ in Braunau und mit Unterstützung der OÖ. Landesregierung zahlreiche Hilfsprojekte durch.
Als sie dabei mit lokalen NGOs zusammenarbeitete, stieß sie auch auf die Probleme des Uranabbaus in Nigeria. Sie nahm daraufhin an zahlreichen internationalen Kongressen zu diesem Thema teil, wobei sie viele afrikanische Länder kennen, lieben und verstehen lernte. Auch diese Thematik greift sie in ihrem Buch auf.
Kindergarten errichtet
Seit der Veröffentlichung des Buches konnte die Braunauerin mit den „Freundinnen von Aouderas“ auch in den derzeit schwierigen Zeiten weitere Projekte vorantreiben: „Es gelang uns mit Hilfe der österreichischen Botschaft in Algier, die für den Niger zuständig ist, ein Gebäude für den Kindergarten in Aouderas zu errichten. Finanziert wurde dieses Projekt durch die ADA, die österreichische Entwicklungsagentur“, freut sich Hynek.
„Der österreichische Botschafter in Algier hat uns zusätzlich versprochen, sich für dieses Jahr für das Mobiliar des Gebäudes einzusetzen. Solarpanelle sollten auf das Dach montiert werden, damit die Hitze in diesem Haus mit Flachdach im Sommer erträglich wird.“
Hoffnung auf Lesungen
Pläne für ein neues Buch gibt es derzeit noch keine, so die Autorin. Nach wie vor hat sie aber die Sehnsucht, wieder einmal in ihr Afrika reisen zu können - und die Hoffnung, nach dem Lockdown Lesungen anbieten zu dürfen. „Mein Buch ist leider zu einer denkbar ungünstigen Zeit herausgekommen. Ich hoffe aber auf Lesungen, vielleicht im Sommer.“


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