Sicherheit im Bezirk Braunau:„Cyber-Crime-Fälle steigen massiv“
BRAUNAU/SIMBACH. Eine Einbruchsserie beschäftigt derzeit die Simbacher Polizei. In Braunau wurde eine junge Frau von zwei Frauen überfallen. Wie steht es um die Sicherheit in der Region? Bezirkspolizeikommandant Stefan Haslberger beruhigt: Es gibt im Bezirk keine große Steigerung an Raubdelikten. Massiv gestiegen seien hingegen Cyber-Crime-Fälle.

Der Überfall auf eine 26-Jährige aus dem Bezirk fand auf einem Parkplatz in Braunau statt. Die junge Frau wollte sich dort die Beine vertreten. Als sie zu ihrem Auto zurückkehrte, kamen zwei unbekannte Frauen auf sie zu und versuchten, ihre Geldtasche zu rauben. Die 26-Jährige wehrte sich, wurde dabei verletzt und musste im Krankenhaus behandelt werden. Die Suche nach den Täterinnen läuft. Hinweise zu dem Überfall können unter der Telefonnummer 059 133-4200 abgegeben werden.
Laut Haslberger ist dieser Überfall im Bezirk ein Einzelfall. „Es gibt hierzu keine regelmäßigen Vorkommnisse.“ Im Gegenteil: Dieses Jahr wurde vor dem Vorfall Anfang August noch kein einziger Taschenraub gemeldet. „Nur ab und zu gibt es Raufereien bei Jugendlichen“, erzählt der Kommandant. Einbrüche seien ganz selten.
Im Vorjahr gab es im Bezirk vier Raubdelikte. Diese wurden alle geklärt. „Im Schnitt sind es null bis fünf pro Jahr“, so Haslberger.
Gefahren im Internet
Anders verhält es sich mit den Fällen von Cyber-Kriminalität. Diese steigen in ganz Österreich. Im Bezirk Braunau sind regelmäßig Fälle zu verzeichnen, beispielsweise was Erpressungen im Internet betrifft. „Es gibt bei den Fällen von Cyber-Kriminalität eine Steigerung im zweistelligen Prozentbereich“, erklärt der Kommandant. Im Internet gilt es also, aufmerksam zu sein, besonders was die Weitergabe von sensiblen persönlichen Daten betrifft.
Auf der Straße ist man im Bezirk somit laut Statistik sicherer als im Internet. Wer trotzdem Angst vor Überfällen hat, kann mit mehreren Maßnahmen seine Sicherheit erhöhen.
Die Schauplätze von Straßen- und Handtaschenraub sind häufig dunkle und abgelegene Orte, beispielsweise einsame Wege oder Bahnhöfe zur Nachtzeit. Aber auch an belebten Orten wie Einkaufsstraßen können Täter zuschlagen. Die Kriminalprävention empfiehlt, dunkle und abgelegene Straßen zu meiden.
Zudem kann es helfen, seine Umgebung und eventuell verdächtige Personen zu beobachten. Bei ersten Anzeichen von möglichen Gefährdern sollte man die Distanz zu ihnen erhöhen.
So handelt man im Notfall
Im Notfall gilt es, durch Lärm auf sich aufmerksam zu machen: „Rufen Sie mit fester und lauter Stimme ,Nein!‘.“ Haslberger empfiehlt außerdem den Einsatz eines sogenannten Taschenalarms. Dieser gibt bei Aktivierung einen sehr lauten Dauerton von sich und kann so Täter abschrecken.
Ein weiterer Tipp der Kriminalprävention: von anderen Personen gezielt Hilfe einfordern. Zum Beispiel: „Sie im roten Hemd, rufen Sie bitte die Polizei.“ Ist man mit Gewalt konfrontiert, sollte man die erste Möglichkeit zur Flucht nutzen, besonders, wenn keine Hilfe in der Nähe ist. Selbstverteidigungskurse können aber dabei helfen, die Selbstsicherheit und die Fähigkeit, sich selbst zu behaupten, zu stärken.
Bargeld ist am besten in den Innentaschen der Kleidung aufgehoben. Bei der Auszahlung von Geldautomaten sollte man von niemandem beobachtet werden. Alternativ kann man bargeldlos bezahlen. Handtaschen sind eingeklemmt unter dem Arm am sichersten.
Einbrüche im Urlaub vermeiden
Im Sommer können vermehrt Wohnungs- und Hauseinbrüche vorkommen. In den benachbarten bayerischen Landkreisen Rottal-Inn und Passau kommt es seit Mitte Juli immer wieder zu Einbrüchen. Die Täter schlugen hier vor allem nachts an Werktagen zu. Sie gelangten über offenstehende oder gekippte Fenster, nicht versperrte Türen oder mithilfe abgelegter Schlüssel in die Gebäude.
Laut Haslberger ist der Bezirk Braunau bisher nicht von solchen Einbrüchen betroffen. Dennoch gilt es, gerade in der Urlaubszeit, achtsam zu sein. Eine möglichst lückenlose Außenbeleuchtung und Bewegungsmelder können die Sicherheit erhöhen. Zudem ist es ratsam, Zeichen der Abwesenheit zu vermeiden, wenn man in den Urlaub fährt. „Ganz wichtig: Vermeiden Sie überfüllte Briefkästen“, rät Haslberger.
Ein weiterer Tipp des Kommandanten: „Nach Möglichkeit nicht auf öffentlich zugänglichen Social-Media-Kanälen etwaige längere Abwesenheiten posten.“


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