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BRAUNAU. Sieben Künstler schufen beim ersten Braunauer Stahlbildhauer-Symposium große Werke. Das Ergebnis: vielfältige Skulpturen, die mit Glasauge, Rückgrat und Atlaswirbel fast schon einen Körper bilden. Die Kunstwerke werden voraussichtlich im Herbst im Stadtgebiet aufgestellt.

Andreas Sagmeisters Werk wird ab Herbst bei der Palmpassage zu sehen sein. (Foto: Klaus Zeugner)
  1 / 8   Andreas Sagmeisters Werk wird ab Herbst bei der Palmpassage zu sehen sein. (Foto: Klaus Zeugner)

Wer in den letzten Wochen an der Braunauer Bauernmarkthalle vorbeiging, konnte bis zum Abend Schweißgeräusche hören. Drinnen waren Bildhauer der Innviertler Künstlergilde (IKG) am Werk. Sie hatten zur Vorbereitung Rundgänge durch Braunau gemacht. Daraus ergaben sich die Ideen für ihre Werke, die sie im Symposium umsetzten. Ihr Ziel: Ortsspezifische Kunstwerke für Braunau, die eine persönliche Handschrift der Künstler aufweisen.

Christine Perseis (Mondsee) ist vielen durch den Gockel „Walter“, den sie für die Innbrücke gestaltete, bekannt. Beim Symposium schuf sie einen abstrakten Flügel, der auf dem Bürgerspitalsplatz aufgestellt wird. „Er soll Schutz, Geborgenheit und Leichtigkeit vermitteln“, so die Künstlerin.

Stefan Esterbauer (Hochburg-Ach) gestaltete ein Werk unter dem Titel „All directions“, das aus Pfeilen besteht, die in verschiedene Richtungen weisen. Es wird in der Salzburger Vorstadt aufgestellt und „ist ein Symbol für das Denken in alle Richtungen, für die Demokratie und eine Erinnerung daran, dass es wichtig ist, in politischen Systemen frei agieren zu können“, erklärt Esterbauer.

Der Glas- und Metallkünstler Paul Osterberger (Riedau) fertigte eine Stele an, die bei der Stadtpfarrkirche stehen wird. Eine Besonderheit dieses Kunstwerks: Es wird ein Glasauge haben und so gewissermaßen einen Blick auf das Geschehen haben.

Architektur als Inspiration

Dietmar Gruber (Hohenzell) ließ sich von der Braunauer Architektur, wie dem Stadttortrum oder der Kirche, inspirieren. Er fertigte in einer Mischung aus kristalliner und architektonischer Formensprache verschachtelte Skulpturen an.

Andreas Sagmeisters (Raab) Werk wird bei der Palmpassage zu sehen sein. Seine Inspiration war ebenfalls die Altstadtarchitektur und deren geschichtliche Abschnitte. „Ich habe mir einen Schnitt durch die Wand vorgestellt und bin so auf die Form gekommen“, erklärt der Künstler. Seine Skulptur, auf die man sich theoretisch setzen könnte, kann man mit Blick auf das nahe liegende Rathaus außerdem als eine Art Hochsitz verstehen.

Rolf Lavens (Wien) Skulptur wird im Zentrum des Palmparks präsentiert. Dass Johann Philipp Palm als Verfechter der Pressefreiheit 1806 in Braunau zu Tode kam, veranlasste ihn, aus einer bereits bestehenden Skulptur eine Art Rückgrat zu erschaffen. Sie soll unter anderem als Platz zum Bücheraustausch genutzt werden. „Es soll ein Ort des Austauschs und ein friedvoller Ort sein“, sagt Laven.

Verschiedene Blickwinkel

Harald Herkner (Wien/Lohnsburg) wird seine rund vier Meter hohe Skulptur bei einem Schnittpunkt des Jägerstätter- und Motorikparks sowie des Naherholungsgebietes aufstellen. Die drei Sichtachsen werden durch drei übereinandergesetzte Ringe verbildlicht. Sie erinnern optisch auch an Atlas, den ersten Halswirbel, der es ermöglich, den Kopf zu bewegen und so verschiedene Blickwinkel einzunehmen.

Walter Holzinger, der frühere IKG-Vorsitzende, hatte intensiv am Symposium mitgearbeitet. Vor seinem Tod hatte er noch den Entwurf einer Stele angefertigt und sich für den Standort außerhalb der Stadtmauer entschieden. Die springende Figur kann man laut Herkner als barockes Zitat verstehen. Sie wird als Auftragsarbeit realisiert.

Bürgermeister Johannes Waidbacher (ÖVP) freut sich, dass die Arbeiten in Braunau ausgestellt werden: „Es ist eine große Ehre“. Ab Herbst soll es einen Rundgang dazu geben. Hanna Kirmann von der IKG wünscht sich eine Fortführung des Symposiums.


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