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INNVIERTEL. Das Thema Missbrauch erschüttert. Leider ist es nach wie vor aktuell. Eltern können ihre Kinder vor allem mit einer guten Bindung und einem offenen Gesprächsklima stärken und unterstützen, wie das Kinderschutzzentrum Innviertel berichtet.

Eltern können ihre Kinder mit einem offenen Gesprächsklima unterstützen. Eltern können ihre Kinder mit einem offenen Gesprächsklima unterstützen. (Foto: Talia Mdlungu/peopleimages.com/stock.adobe.com)

Wie können Kinder gestärkt, vor Missbrauch geschützt und Betroffene unterstützt werden? Diese und ähnliche Fragen stellen sich viele Eltern. „Eines der wichtigsten Elemente zur Stärkung der Persönlichkeit unserer Kinder ist die sichere Bindung“, heißt es vom Kinderschutzzentrum Innviertel.

Macht ein Kind zu Beginn seines Lebens die Erfahrung, dass seine wichtigsten Bezugspersonen auf seine Bedürfnisse zeitnah und sensibel reagieren, kann sich beim Kind Sicherheit und Vertrauen in die eigenen Gefühle entwickeln. Eltern können ihre Kinder stärken, indem sie ihnen einen Rahmen geben, in dem sie sich sicher und frei bewegen können. Zugleich sollten sie die Grenzen der Kinder ernst nehmen und auch ihre eigenen Grenzen wahren und so als Modell zur Verfügung stehen. Wichtig sei ein Gesprächsklima, das frei von Angst und Scham ist und das es leicht macht, über schwierige Situationen zu sprechen und unangenehme Fragen zu stellen.

Themen früh ansprechen

Die Themen Gewalt, Grenzen und Sexualität sollten dem Kinderschutzzentrum zufolge schon früh angesprochen werden. „Kinder im Vorschulalter sollten altersentsprechend mit achtsamer Sprache aufgeklärt werden. Oft sind die Fragen bezüglich Fortpflanzung nicht auf sexuelle Inhalte, sondern auf die körperlichen Unterschiede bezogen. Oft geht es darum, Fragen, die vom Kind kommen, zu erklären. Man sollte das Kind mit den Themen aber nicht überfordern.“ Ab ungefähr sechs Jahren sollten Kinder wissen, dass es die Möglichkeit von sexuellen Übergriffen geben kann.

Auf Gewalt reagieren

Wenn ein Kind mit physischer oder psychischer Gewalt konfrontiert wurde, sollten Eltern versuchen, ruhig zu bleiben, sich Zeit und Raum nehmen, ihr Kind erzählen zu lassen, und Hilfe zusichern. Es wird empfohlen, das Kind für den Mut, den es auf sich nimmt, zu loben, es aber auch zu akzeptieren, wenn es nicht weitersprechen möchte. Zudem sollte man es nicht mit bohrenden Fragen überfordern oder die Aussagen des Kindes in Frage stellen. „Besonders wichtig ist es, dem Kind keine Vorwürfe zu machen und ihm zu vermitteln, dass es keinerlei Verantwortung oder Schuld an dem Übergriff trägt.“

Keinesfalls sollten Eltern: dem Kind nicht glauben, die Schuld geben, das Gesagte bagatellisieren, es strafen, es mit seinem Problem allein lassen, sich auf die Seite des Beschuldigten stellen und in Panik ausbrechen.

Laut dem Kinderschutzzentrum gibt es zu den Themen Grenzen, Aufklärung oder Gefühle viel stärkende und bereichernde Literatur. Das Zentrum berät Eltern dazu individuell. Das Programm „Mein Körper gehört mir“ klärt außerdem in Schulen zu dem Thema auf.

Sich Hilfe holen

Wer darüber hinaus Hilfe benötigt, kann sich an das Kinderschutzzentrum Innviertel wenden. Es ist eine Opferschutzeinrichtung für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr. Angeboten wird beispielsweise eine Familienberatung und Prozessbegleitung. Außerdem ist das Zentrum für die First Love Ambulanz im Krankenhaus Braunau zuständig. Zusätzlich dazu gibt es im Innviertel mehrere psychosoziale Beratungsstellungen, die Kinder- und Jugendhilfe, die Schulsozialarbeit (SuSa), die Schulpsychologie und mehr.

Das Kinderschutzzentrum bietet beispielsweise eine Telefonberatung an. Sie ist an vier Tagen in der Woche unter 07722 85550147 erreichbar.

Weitere Informationen:
www.kischu.at

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