Vier Unternehmer aus dem Bezirk Braunau, die der Krise trotzen
BEZIRK BRAUNAU. Vier Unternehmen aus dem Bezirk zeigen, wie regionale Wirtschaft auch in schwierigen Zeiten erfolgreich sein kann und wo der Schuh drückt. Unter dem Motto „Braunau kann Wirtschaft“ wurde deutlich: Individualität und klare Konzepte sichern den Erfolg.

Die Wirtschaftskammer (WKO) Braunau holte vier Positivbeispiele aus der Region in den Vordergrund, „die eindrucksvoll zeigen, wie man auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten erfolgreich agieren kann“, stimmte Klemens Steidl, Obmann der WKO Braunau, auf die Runde ein.
Darunter befand sich der Neukirchner Gastronom Franz Dafner jun., der bewusst auf ein Alleinstellungsmerkmal – besondere Speisen in Kombination mit großer Weinkompetenz statt klassischer Wirtshausküche – setzt. Dabei möchte Dafner stets leistbar bleiben, „weshalb ich nicht jede Preiserhöhung dem Endkunden aufrechne und immer versuche, andere Lösungen dafür zu finden“, sagt Dafner. So konnten er und sein Team mit Unterstützung seiner Eltern in den letzten zehn Jahren den Umsatz verdreifachen.
Aus dem Baugewerbe berichtete Michael Zenz vom gleichnamigen Holzbaubetrieb in Eggelsberg, der in kurzer Zeit mehrere Krisen – vom Großbrand über Corona bis zur Baukrise – gemeistert hat. Trotz steigender Kosten und schwieriger Rahmenbedingungen zeigt sich der Familienbetrieb robust und gut aufgestellt.
Roland Tiefenböck vom Industrieunternehmen rt-group in Helpfau-Uttendorf wurde von den Folgen der KTM-Insolvenz schwer getroffen, nur durch Personalabbau und vorausschauende Finanzpolitik konnte er die Krise meistern. Trotz dieser Herausforderungen zeigt er sich vorsichtig optimistisch und rechnet mit Wachstum – und sucht auch wieder neue Mitarbeiter und Lehrlinge.
Im Handel punktet Laura Schneebichler von Mode & Tracht Gypser in Mattighofen mit persönlicher Beratung. Besonders wichtig ist der 20-Jährigen, die in den nächsten Jahren das Geschäft ihrer Großeltern komplett übernehmen will, sichtbar zu bleiben, sowohl über Social Media für die jüngere Generation als auch klassisch über Printmedien. Auf ihrem Weg steht besonders das Ziel, sich von der Menge abzuheben und außergewöhnlich zu sein, „aber den Kopf in den Sand zu stecken, ist keine Lösung“, sagt die 20-Jährige.
Dennoch dürfe man nicht den Fehler machen, aufgrund dieser Erfolgsgeschichten auf die gesamte wirtschaftliche Lage im Bezirk zu schließen, denn „esgeht längst nicht allen Unternehmen gut“, erklärt Klaus Berer, Leiter der WKO Braunau.


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