Hausärztemangel in Altheim: Lage spitzt sich weiter zu
ALTHEIM. Die hausärztliche Versorgung in Altheim hat einen kritischen Punkt erreicht. Früher waren in der Stadtgemeinde drei Hausärzte tätig, jetzt ist nur mehr eine Kassenordination übrig. Altheims Bürgermeister Harald Huber (FPÖ), Bürgermeister Manfred Feichtinger (St. Veit im Innkreis) und Vertreter der Altheimer Gemeindefraktionen machen auf die prekäre Situation aufmerksam und fordern rasches Handeln der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), der Ärztekammer und des Landes Oberösterreich.

Von den drei Kassenstellen für Allgemeinmedizin in Altheim sind derzeit zwei unbesetzt. Nach den Pensionierungen der beiden Ärzte Christian Haller-Zajc und Michael Krösslhuber sei trotz jahrelanger Bemühungen keine Nachbesetzung gelungen. Der verbleibende Arzt Markus Etzler habe bereits einen weiteren Arzt angestellt, um die hohe Zahl an Patienten bewältigen zu können. Dennoch seien sie längst an ihrer Belastungsgrenze angelangt. Im gesamten Sanitätssprengel mit Altheim, St. Veit und Mühlheim müssen derzeit rund 7.000 Menschen mit lediglich eineinhalb Hausärzten auskommen.
Die Stadtgemeinde betont, seit 2020 intensiv an Lösungen gearbeitet zu haben. So wurde der ÖGK ein gemeindeeigenes Grundstück angeboten. Auch Räumlichkeiten, Parkplätze sowie finanzielle Unterstützung für Investitionen seien in Aussicht gestellt worden. Zuletzt liefen zudem Gespräche mit zwei interessierten Ärzten über den Ausbau des ersten Stockes der Volksbank, die im Gemeindeeigentum steht – jedoch ohne Erfolg. „Die Stadtgemeinde hat ihre Hausaufgaben gemacht. Jetzt erwarten wir uns, dass ÖGK und Ärztekammer handeln“, betonte Bürgermeister Huber.
Besonders belastend sei die Situation für die Bevölkerung. Immer wieder würden ältere Menschen verzweifelt im Bürgermeisterbüro vorsprechen, weil sie keinen Hausarzt mehr finden. Gleichzeitig kritisierten die Gemeindevertreter, dass der Wettbewerb um Ärzte zunehmend über finanzielle Anreize geführt werde – ein Wettlauf, den viele kleinere Gemeinden kaum mitgehen könnten.
„Laut Bezirksärztesprecher Gerhard Roitner gibt es grundsätzlich genügend Ärzte – die Frage ist, wie sie verteilt sind. Als Gemeinde haben wir den Teppich für neue Hausärzte ausgerollt. Jetzt braucht es Ärzte, die dieses Angebot auch annehmen“, sagt Vizebürgermeister Günter Steinhögl (ÖVP).








Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden