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DIERSBACH. Weil einer Diersbacher auf der Facebook-Seite der FPÖ Diersbach ein Foto der Grünen Chefin Eva Glawischnig mit den Worten „Schutzsuchende müssen das Recht haben auf Mädchen loszugehen!“ gepostet hatte, drohte ihm die Politikerin mit einer Klage von Höhe von 43.000 Euro. Eine aufrechte, öffentlich gemachte Entschuldigung der Diersbachers, der gleichzeitig Administrator der Seite ist, nahm Glawischnig an, dennoch bleibt der Mann auf Kosten von 5300 Euro sitzen.

Foto: Screenshot/Facebook
Foto: Screenshot/Facebook

„Hasspostings sind kein Kavaliersdelikt, sondern eine sehr ernsthafte Angelegenheit“, schreibt die grüne Politikerin auf ihrer Facebook-Seite und erklärt, dass mit dem Diersbacher ein Vergleich möglich gemacht wurde. Dennoch seien bereits Kosten von mehr als 5300 Euro  entstanden. Circa 4300 Euro sind die bisherigen Verfahrenskosten. „Die restlichen 1000 Euro sind Schadenersatz, die wir wieder zu 100 Prozent spenden werden“, heißt es in der schriftlichen Stellungnahme von Glawischnig. Auf der Facebook Seite der FPÖ Diersbach ist indessen eine „Ehrenerklärung“ zu lesen in der es heißt: „Ich habe auf der Facebook-Seite der FPÖ Diersbach von Abgeordneter zum Nationalrat Dr.in Eva Glawischnig veröffentlicht. Dieses Lichtbild habe ich mit folgenden Erklärungen unterlegt: „Schutzsuchende müssen das Recht haben, auf Mädchen loszugehen! Alles andere wäre rassistisch Flüchtlingen gegenüber!“. Diese Behauptungen sind falsch, Eva Glawischnig hat niemals solche oder ähnliche Behauptungen aufgestellt. Ich ziehe diese falschen Behauptungen daher mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück“.


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Sabrina Lang
Sabrina Lang
16.01.2016 07:39

Zuerst denken

Es ist immer wieder spannend zu beobachten, wie unreflektiert viele Menschen den, oft offensichtlich vor Hetze und Unrichtigkeit nur so triefenden, Inhalten des weltweiten Netzwerkes Glauben schenken. Wenn die hetzerischen Botschaften dann auch noch wütend machen und die Finger auf der Tastatur zum Glühen bringen, wird das eigene Facebook-Profil mit fremdenfeindlichen Inhalten geschmückt. Ob diese von unseriösen Quellen stammen oder nicht, wird nicht hinterfragt, warum auch? Stimmt ja alles was im Internet steht. Wenn dann auch noch User glauben, dass sie vor ihrem PC-Bildschirm in Sicherheit sind und sie im Internet keiner finden kann, wird schon mal im vemeintlichen Schutz der Anonymität so ein kleines aber feines Hassposting verfasst oder von jemanden geteilt, der genauso wütend und natürlich anonym ist. Wenn dann jedoch plötzlich eine Klage ins Haus flattert ist die Sorge groß, die Auswirkungen der Worte im Internet werden klar und man sieht ein, dass man, auch wenn man beim Verfassen des Postings alleine zu Hause war, dennoch nicht unbeobachtet blieb. Die aufrichtige Entschuldigung des Diersbachers bewahrte ihn vor einer Klage, dennoch bleibt er auf mehr als 5000 Euro sitzen, viel Geld, dass man sich sparen kann, wenn man Inhalte auf Facebook kritisch hinterfrägt und sich Zeit nimmt sich selbst ein Bild zu machen. Gemäß dem Motto der Facebook-Aufklärer Seite: "Zuerst denken, dann klicken".