Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

DIMBACH. Im vergangenen Jahr hat Maria Hader mit knapp 65 Jahren ihre Karriere als ehrenamtliche Rettungssanitäterin beendet. Im Jahr 1989 hat sie in Grein begonnen. Seit sie 1996 in die Ortsstelle St. Georgen am Walde gekommen ist, war sie jedes Jahr nie unter 1000 Stunden im Einsatz. Jetzt hat die Pensionistin auf Essen auf Rädern umgesattelt.

Ein Leben für das Rote Kreuz: Maria Hader wird liebevoll „Muttl“ genannt. Foto: mip
Ein Leben für das Rote Kreuz: Maria Hader wird liebevoll „Muttl“ genannt. Foto: mip

Eigentlich wollte sie an ihrem 65. Geburtstag den letzten Dienst als Rettungssanitäterin absolvieren. Weil ihr Knie aber nicht mehr mitspielte, hat sich die heute 65-Jährige bereits im Frühjahr des vergangenen Jahres verabschiedet. Zwischen 1000 und 1500 Stunden im Jahr war die „Hader-Muttl“ seit 1996 im Einsatz. In einem Tagebuch hat sie über alle ihre Einsätze seither auch alles niedergeschrieben.

Ein Miteinander von Jung und Alt

„Ein Kind von mir ist an Krebs gestorben, uns hat leider keiner helfen können. Damals habe ich mir gedacht: Wenn ich jemandem helfen kann, dann würde ich das gerne tun“, erzählt Maria Hader im Tips-Gespräch.

Mit einem Erste-Hilfe-Kurs hat alles begonnen und seit 1989 war sie nach der Ausbildung dann als Rettungssanitäterin aktiv. Fast regelmäßig hat die Hausfrau und Landwirtin zwei Nacht- und einen Tagdienst wöchentlich übernommen. „Ich kann mir heute gar nicht mehr vorstellen, wie ich das früher alles geschafft habe. Um 4.30 Uhr bin ich aufgestanden, hab die Kühe gemolken, damit ich um 6 Uhr im Dienst sein konnte“, erinnert sich Hader noch sehr genau. Vor allem die Gemeinschaft ist Dimbacherin immer besonders wichtig gewesen. „Ich war irgendwann für alle nur mehr die Hader-Muttl“, lacht die 65-Jährige, „das Vertrauen für einander, egal ob Jung oder Alt, war immer da.“

Wenn sie heute an ihre Sanizeit zurückdenkt, fallen ihr vor allem die schönen Erlebnisse ein. Dazu gehören zwei Geburten und die Tatsache, dass die Leute immer sehr dankbar waren, dass man zu Hilfe gekommen ist. „Natürlich gab es auch Todesfälle, die einen prägen, aber das gehört auch dazu. Ich habe nie etwas mit nach Hause mitgenommen.“

Früher waren die Gespräche wichtiger als die Geräte

Generell sei früher vieles im Rettungsdienst anders gewesen. „Alleine durchs Gespräch konnte man viele Schmerzen lindern. Früher wurde bei der Ausbildung auch mehr Wert auf das Psychologische gelegt als auf die Gerätschaften, die gab es früher ja auch gar nicht“, so Maria Hader. Ihre Lebenserfahrung hätte ihr dafür immer geholfen. Bei Entbindungen hatte die Mutter von drei Kindern immer ein paar hilfreiche gute Worte parat. „Für mich war es immer ein Ausgleich zum Haufrauendasein und zur Wirtschaft zu Hause. Wo wäre ich denn sonst auch hingekommen.“

Inzwischen ist die Dimbacherin mit „Essen auf Rädern“ unterwegs. Denn ganz ohne Rotes Kreuz ginge es nicht. „Es hat für mich immer dazu gehört. Ich war immer gewissenhaft, aber auch bei jeder Gaudi dabei, darum kennt man mich mit meinem Eifer auch weit und breit.“ Das ist natürlich auch bei ihrer heutigen Aufgabe kein Nachteil, denn in den meisten Häusern, in die sie heute warme Mahlzeiten liefert, war sie schon einmal.

„Auf der Dienststelle haben sie immer gesagt, ich bin teilzeitbeschäftigt“, lacht die Hader-Muttl, „es fehlt mir aber auch jetzt nicht. Es war eine wirklich schöne Zeit und so muss es auch sein.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden