Teuerungen betreffen mehr Menschen in Eferding und Grieskirchen

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Lisa Hackl Tips Redaktion Lisa Hackl, 16.05.2022 20:29 Uhr

EFERDING/ GRIESKIRCHEN. Mit den Preisanstiegen in den vergangenen Monaten wird auch die Nachfrage bei den regionalen Caritas-Beratungsstellen und in den Rotkreuzmärkten mehr. Doch der Gipfel der Teuerungen steht noch bevor, meinen die Beraterinnen. 

Die Anfragen in den Rotkreuzmärkten im Bezirk sind gestiegen, bestätigen Eva Wurzinger und Edith Pennetzdorfer. Die beiden koordinieren die Rotkreuzmärkte in Eferding, Grieskirchen und Peuerbach. 92 Berechtigungskarten wurden in Eferding seit Anfang des Jahres ausgegeben, 47 davon gehen an Familien aus der Ukraine, die aufgrund der Kriegshandlungen nach Österreich flohen. 213 aktive Kartenbesitzer gibt es im Bezirk Eferding, mit Anfang des Jahres wurden die Einkommensgrenzen erhöht. Auch in Grieskirchen wurden 50 Karten an ukrainische Flüchtlinge ausgegeben. „Die Rotkreuzmärkte sind langsam am Limit“, erklärt Pennetzdorfer. Sie rechnet damit, dass ein weiterer Anstieg von Lebensmittel- und Energiepreisen bevorsteht.

Unstemmbare Abrechnungen

Den Sprechtag der Caritas-Beratung im Bezirk Eferding gibt es erst seit Herbst, genaue Zahlen zu den Steigerungen kann Diplomsozialarbeiterin Veronika Rechberger von der Caritas Oberösterreich daher noch nicht treffen. Sie spürt allerdings, dass mehr Menschen mit großen Abrechnungen, die für sie nicht mehr stemmbar sind, zur Beratung kommen. „Oftmals fehlt es auch an Informationen“, erklärt Rechberger. Das Thema sei sehr schambehaftet, viele Menschen wollen nicht zugeben, wenn sie sich ihre Grundversorgung nicht mehr leisten können. Vor allem die hohen Nachzahlungen am Energiesektor stellen Menschen mit niedrigem Einkommen oder Mindestpension vor Herausforderungen. „Manchmal wollen die Menschen in kleinere Wohnungen umziehen, finden aber keinen geeigneten Wohnraum“, erklärt Rechberger.

Betroffene verdrängen

Viele Betroffene verdrängen die Probleme und ignorieren die hohen Rechnungen. Rechberger empfiehlt, im Falle einer Zahlungsunfähigkeit mit dem Rechnungssteller Kontakt aufzunehmen und eine Ratenzahlung zu vereinbaren. Linz AG und Energie AG bieten einen Solidaritätstopf an, der nach einem Gespräch mit der Caritas in Anspruch genommen werden kann. Auch Energieberatung ist möglich, damit können Stromfresser identifiziert werden und auch neue Geräte angeschafft werden. In den Rotkreuz- und Sozialmärkten ist billiger Lebensmitteleinkauf möglich, Rechberger verweist zudem auf gängige Energiespartipps und rät dazu, den Wasserverbrauch zu beobachten. Sie rechnet auch in den kommenden Monaten mit einer weiteren Teuerung.

Energiepreise und Wohnungspreise schuld

Die Armut wird auch in Oberösterreich immer mehr und mehr. Rund 14 Prozent sind derzeit gefährdet, in die Armut zu schlittern.Geht es nach Franz Kehrer, Direktor der Caritas Oberösterreich, seien vor allem die Energiepreise und stark steigenden Wohnungspreise schuld daran. Zudem sind laut Statistik eher jene armutsgefährdet, die Miete bezahlen und in der Stadt seien die Leute eher mehr betroffen als auf dem Land. „40 Prozent wenden Niedrigverdiener schon für das Wohnen auf“, sagt er und ergänzt: „Die Gesamtbevölkerung gibt aber nur 24 Prozent für das Wohnen aus.“ Im Durchschnitt zahlt ein Oberösterreicher 550 Euro für Miete, Energie und Betriebskosten. Die Wohnungskosten stellen für rund 825.000 Oberösterreicher eine schwere Belastung dar. Nachzahlungen der Energie werden überproportional, erzählt Kehrer.

Nur 68 Prozent der Ausgaben gedeckt

Laut einem aktuellen WIFO-Bericht reicht bei zehn Prozent der Haushalte das Einkommen nur zur Finanzierung von 68 Prozent der Ausgaben. Den Rest müssen diese Haushalte über Ersparnisse oder über Verschuldung finanzieren. Die meisten Betroffenen schaffen es, mit dem Urlaubs- und Weihnachtsgeld schlussendlich knapp auszukommen, so Kehrer. Das WIFO kritisiert in dem Bericht, dass die Regierung mit ihren Maßnahmen die stark gestiegenen Wohnkosten außer Acht lässt.

Lebensmittel rund fünf Prozent teurer

Die Lebensmittelpreise haben sich im Jänner 2022 im Vergleich zum Vorjahr um rund fünf Prozent verteuert. Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges seien hier noch nicht berücksichtigt. Weitere Steigerungen stehen in Aussicht. Auch kann die Schuldnerhilfe unterstützen und beraten. Auf der Website der Schuldnerhilfe OÖ stehen unter dem Menüpunkt Infopoint/Berechnungstools auch diverse Hilfsmittel für einen guten Geldüberblick zur Verfügung. Darüber hinaus bietet sie im Rahmen einer kostenfreien Budgetberatung die Möglichkeit, die aktuelle Geldsituation und nötige Schritte zu besprechen.

Beratungsstellen Eferding/ Grieskirchen

Caritas Sozialberatung Eferding

Kirchenplatz 3, 0676/87768073

Dienstag bis Freitag, 8.30 bis 12 Uhr

Caritas Sozialberatung Grieskirchen

Oberer Stadtplatz 2, 0676/86678101 Montag, Dienstag, Donnerstag, 9 bis 12 Uhr

Rotkreuzmärkte Eferding,

Ludlgasse 8

Dienstag und Donnerstag, 14 bis 16.30 Uhr

Grieskirchen, Weberzeile 14

Dienstag und Freitag, 14 bis 17 Uhr

Peuerbach, Graben 11 Dienstag und Freitag, 14 bis 17 Uhr

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