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ENGELHARTSZELL. Im Frühjahr 2020 soll in Engelhartszell der Spatenstich für das private Kunstmuseum Schütz erfolgen (Tips hat bereits berichtet). Genau dieses Museumsprojekt sorgt nun für Aufregung in dem Donaumarkt.

So in etwa soll das Kunstmuseum Schütz aussehen. (Grafik: Thomas Blazek)
  1 / 2   So in etwa soll das Kunstmuseum Schütz aussehen. (Grafik: Thomas Blazek)

Den direkten Grundnachbarn des Museums stößt vor allem die Größe des geplanten Baus sauer auf: „Das nun zur behördlichen Einreichung vorliegende Kunstmuseum sprengt im wahrsten Sinn die Dimension“, schreiben diese in einem offenen Brief an Bürgermeister Roland Pichler. Die Kantenlänge des quadratischen Kubus soll laut Plan rund 28 Meter betragen und etwa 18 Meter Höhe haben. „Gegen modernes Bauen ist grundsätzlich auch in Engelhartszell nichts einzuwenden. Die Vorgänge im Zusammenhang mit dem Kunstmuseum zeigen allerdings, dass die erforderlichen Rahmenbedingungen für ein derartiges Bauvorhaben nicht berücksichtigt wurden. So wurde der Aspekt 'Ortsbildverträglichkeit' nicht mitgeprüft“, heißt es in dem offenen Brief.

Prüfung durch gerichtlich beeideten Sachverständigen

Genau diesem Vorwurf widerspricht Bürgermeister Roland Pichler auf Anfrage von Tips. „Nachdem das Bauprojekt bei der Gemeinde eingereicht wurde, habe ich einen gerichtlich beeideten Sachverständigen für Orts- und Landschaftsbild angefordert. Dieser war Anfang Dezember in Engelhartszell und hat sich vor Ort ein Bild gemacht und anschließend das Bauvorhaben geprüft. Ich habe das Gutachten mittlerweile erhalten und es fällt positiv für das Kunstmuseum aus“, wirft Bürgermeister Roland Pichler die Vorwürfe, die Ortsbildverträglichkeit nicht geprüft zu haben, zurück. Ausständig ist noch das Gutachten des bautechnischen Sachverständigen, das vermutlich bis zur Bauverhandlung, die am 20. Dezember stattfindet, ebenfalls vorliegen wird. „Diese beiden Gutachten werde ich als Grundlage für meine Entscheidung verwenden. Fällt eines der beiden negativ aus, wird auch meine Entscheidung gegen das Kunstmuseum sein. Sollten beide Gutachten positiv sein, werde ich für den Museumsbau grünes Licht geben“, stellt Pichler klar.

Parkflächen und Bustourismus

Weitere Punkte, die im offenen Brief angesprochen werden, sind die Errichtung von Parkflächen und die Beförderung von Besuchern mittels Bussen von der Schiffsanlegestelle zum Museum. Was die Busse angeht, kann Josef Schütz, der das Kunstmuseum bauen möchte, beruhigen: „Der Fußweg von der Anlegestelle zum Museum dauert vier Minuten. Die Beförderung der Besucher mittels Bus würde wesentlich länger dauern, wenn man das Aus- und Einsteigen in den Bus miteinrechnet.“ Was die Parkflächen betrifft, so klärt Bürgermeister Pichler auf: „Zwischen Bundesstraße und Nebenfahrbahn sollen öffentliche Parkflächen entstehen. Wir als Gemeinde haben hierzu die rechtlichen Voraussetzungen geklärt. Kostenträger der Parkplätze ist allerdings Josef Schütz. Der Gemeinde entstehen keine Kosten.“ Auf die Frage ob er Verständnis für die Ängste der Grundnachbarn habe, meint der Bürgermeister: „Natürlich habe ich Verständnis für die Befürchtungen. Vor allem wenn es sich um ein so großes Projekt handelt. Schade finde ich allerdings die Vorgehensweise.“

Dimension des Museums auf Luftbildaufnahme

Neben dem offenen Brief gibt es auch eine Facebookseite, auf der die Grundstücksnachbarn mit einem Luftbild samt Illustration des geplanten Gebäudes auf ihre Befürchtungen und die Dimension des Kunstmuseums aufmerksam machen. „Damit wird negativ Stimmung gemacht und ein falsches Bild des Museums erzeugt, das ja nicht ein großer Betonklotz werden soll, sondern luftig gestaltet ist“, so Bürgermeister Pichler, der anmerkt, dass so die Bevölkerung der Gemeinde gespalten wird.

Gute Nachbarschaft wichtig

Auch Josef Schütz hat Verständnis für die Sorgen seiner künftigen Nachbarn. „Wir wollen mit den Nachbarn gut auskommen, das ist uns wichtig“, so Schütz. Allerdings merkt er an, dass das Grundstück rund sechs Jahre zum Verkauf angeboten wurde und man damit rechnen musste, dass nach dem Verkauf gebaut wird. „Wir haben bei der Planung im Vorfeld darauf geachtet, dass alle Bauvorschriften, wie der Abstand zu den Nachbarn eingehalten wurden. Das Museum hat eine sehr offene und luftige Bauweise. Außerdem wird ein japanischer Garten angelegt. Ich bin mir sicher, dass das Projekt eine Bereicherung für die Gemeinde und auch für die Nachbarn sein wird“, so Josef Schütz.


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