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Photovoltaik und Stromspeicher sichern die Wasserversorgung

Wolfgang Simlinger, 10.07.2024 11:16

HARGELSBERG. Bei der neu errichteten Wasserversorgungsanlage setzt die Gemeinde auf klimafreundliche Technologien, um im Krisenfall eine sichere Trinkwasserversorgung gewährleisten zu können.

Amtsleiter Markus Stadlbauer, Gemeindevorständin Birgit Zimmerbauer, Bürgermeister Christoph Lichtenauer von der ÖVP und Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder von den Grünen. (Foto: Wolfgang Simlinger)
Amtsleiter Markus Stadlbauer, Gemeindevorständin Birgit Zimmerbauer, Bürgermeister Christoph Lichtenauer von der ÖVP und Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder von den Grünen. (Foto: Wolfgang Simlinger)

Der vom Menschen verursachte Klimawandel stellt die Wasserversorgung der Bevölkerung allerdings vor neue und große Herausforderungen. Durch die Klimakrise kommt es zu vermehrten Trockenperioden, auch krisenhafte Szenarien wie Engpässe bei der Stromversorgung können die Wasserversorgung- und Abwasserentsorgung beeinflussen. Vor zwei Jahren haben Landeshauptmann Thomas Stelzer von der ÖVP und Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder von den Grünen ein österreichweit einzigartiges Pilot-Förderprogramm aufgesetzt, um zu testen, wie eine nachhaltige und krisensichere öffentliche Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung gewährleistet werden kann. Die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser und die Entsorgung von Abwasser gehören zu den zentralen Elementen der Daseinsvorsorge. Daran arbeitet die Abteilung Wasserwirtschaft des Landes Oberösterreich seit vielen Jahren und konnte bereits viele wichtige Maßnahmen setzen.

Neubau des Wasserspeichers

Zur Absicherung der Trinkwasserversorgung hat die Gemeinde Hargelsberg im Jahr 2022 mit der Errichtung eines neuen Trinkwasserbehälters samt Drucksteigerungsanlage begonnen, der Ende 2023 in Betrieb gehen konnte. Die zwei modernen Edelstahl-Behälter am neuesten Stand der Technik haben ein Gesamt-Fassungsvermögen von insgesamt 500 Kubikmeter Wasser und wurden bereits für den zukünftigen Bedarf in der Gemeinde bemessen. Im Rahmen des vom Land Oberösterreich ins Leben gerufenen Pilotprojektes zur Nutzung von Photovoltaik-Anlagen im Bereich der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung wurden nunmehr die Dachflächen des Behälters mit Photovoltaik-Modulen bestückt, die eine Spitzenleistung von ungefähr 25 Kilowatt Peak erreichen. Die dadurch erzeugte Energie reicht aus, um den Strombedarf der gesamten Wasserversorgungsanlage der Gemeinde Hargelsberg zu decken. Zusammen mit dem ebenso installierten Akku mit einer Speicherleistung von ungefähr 20 Kilowattstunden, mit dem auch ein Inselbetrieb der PV-Anlage ermöglicht wird, ist überdies der Betrieb die Trinkwasserversorgung auch besonders krisensicher, etwa bei einem Stromausfall des öffentlichen Netzes. Zusätzlich wird die Anlage durch ein mobiles Notstromaggregat unterstützt.

Investition in die Zukunft

Die Investitionskosten von gesamt rund 1,9 Millionen Euro wurden mit Mitteln des Bundes und des Landes OÖ maßgeblich gefördert. Bürgermeister Christoph Lichtenauer von der ÖVP erklärt: „Die ausfallsichere Versorgung durch sauberes Trinkwasser stellt eine sehr wichtige Aufgabe der Gemeinden dar. Unsere gesamtheitliche Lösung bietet ausreichend Sicherheit, wobei das Notstromaggregat im Notfall auch nicht stationär gebunden ist, sondern auch andernorts eingesetzt werden kann. Wir sparen dadurch nicht nur Kosten des laufenden Betriebs ein, sondern haben zusätzliche Möglichkeiten im Krisenfall.“

Oberösterreichweite Projekte

Photovoltaik und Stromspeicher können unter gewissen Voraussetzungen einen guten Beitrag zur Krisenvorsorge leisten und gleichzeitig einen nachhaltigen und klimafreundlichen Betrieb solcher Anlagen sicherstellen. Seit 2022 haben 36 Betreiber geeignete Pilotprojekte eingereicht und die Hälfte der Anlagen sind mittlerweile im Betrieb. Sie stehen als Musterbeispiele für ähnlich strukturierte Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsanlagen für eine Evaluierung bereit.

Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder von den Grünen ist überzeugt: „Trinkwasser ist das wichtigste Grundnahrungsmittel und eine flächendeckende Wasserversorgung der Bevölkerung ist von allerhöchster Wichtigkeit. Mit diesem Pilotprojekt tragen wir einerseits zur Energiewende bei und andererseits erhöhen wir die Versorgungssicherheit der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher. Durch die Umsetzung dieser Maßnahmen wird nicht nur die Wirtschaftlichkeit, sondern insbesondere auch die Klimafreundlichkeit unserer Wasserversorgungsanlagen gesteigert!“


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