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ENNS-DONAU-WINKEL. Vom Kraftwerk St.Pantaleon zieht sich eine Hochspannungsleitung in Richtung Westen. Die Leitung gehört zum Stromnetz der ÖBB und wird aktuell generalsaniert. Tips war vor Ort und hat sich ein Bild von den Arbeiten in schwindelerregender Höhe gemacht.

Leitungsbau ist nichts für Menschen mit Höhenangst (Foto: Wolfgang Simlinger)
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In mehr als 20 Metern Höhe klettern Arbeiter auf den Leitungsmasten herum. So manchem Zaungast wird schon beim Anblick mulmig zumute. Für die Monteure der Firma Cteam Leitungsbau ist Schwindelfreiheit die Grundvoraussetzung, den Beruf ausüben zu können. Die Firma ist auf den Freileitungsbau spezialisiert und aktuell in vier Gemeinden im Enns-Donau-Winkel im Einsatz. Von St.Pantaleon zieht sich die Hochspannungsleitung der ÖBB durch den Ennsdorfer Ortsteil Windpassing, über den Ennshafen, nördlich vorbei an Enns über Asten in Richtung Westen. Ungefähr 20 Kilometer dieser Freileitung werden aktuell erneuert. „Einige der Leitungsmasten sind noch aus dem Jahr 1954. Diese wurden komplett abgetragen, neu fundamentiert und durch neue Masten ersetzt“, erklärt Projektleiter Elmedin Sejdic. Insgesamt werden bei dem Projekt 14 Masten am selben Standort und acht Masten an neuen Standorten errichtet. Die Bauarbeiten begannen im März 2024 und werden im August abgeschlossen sein.

Bodenschonende Bauweise

Die Leitungsmasten stehen überwiegend auf privaten Grundflächen, daher wurde bei der Baudurchführung darauf geachtet, den Flurschaden möglichst gering zu halten. Mit speziellen Aluminiumplatten wurde das Baufeld und der Zufahrtsweg ausgelegt, um die Bodenverdichtung durch Fahrzeuge und Maschinen möglichst gering zu halten. In der Nähe des Kraftwerks St.Pantaleon wurde ein aufwendiges Provisorium errichtet, da dort mehrere Hochspannungsleitungen zusammenlaufen.

Ennskraftwerke liefern Strom für die Eisenbahn

Das Laufkraftwerk in St. Pantaleon ist seit 1965 in Betrieb und gehört mit einer durchschnittlichen Strom-Erzeugung von 239 Gigawattstunden zu den leistungsstärksten Anlagen entlang der Enns. Es wird durch den acht Kilometer langen Enns-Donau-Kanal versorgt, der bei Thaling in Richtung Nordosten rechtsufrig abzweigt. Mit einer maximalen Fallhöhe von 19,5 Metern erhalten die beiden Maschinensätze aus Kaplan-Turbinen und Generatoren den benötigten Antrieb durch den Enns-Fluss. Das Kraftwerk wird aktuell vom Kraftwerk Mühlrading aus gesteuert und liefert nicht nur 50 Hertz Drehstrom für die Region, sondern steuert auch rund 163 Gigawattstunden Bahnstrom in das ÖBB-Energienetz bei. Im Krafthaus befinden sich zwei vertikal eingebaute Kaplan-Turbinen mit einer Leistung von je 27.287 Kilowatt. Unmittelbar darüber sind zwei direkt gekuppelte Generatoren verschiedener Bauart. Ein Drehstrom-Synchrongenerator liefert Strom mit der Verbund-Standardfrequenz von 50 Hertz, ein Einphasen-Drehstromgenerator liefert Strom mit einer Nennfrequenz von 16,7 Hertz an das Bahnstromnetz der ÖBB.

Bahnbetrieb durch Strom aus erneuerbarer Energie

Bahnstrom wird speziell für die Versorgung von Eisenbahnunternehmen verwendet. Der Strom aus den Oberleitungen wird auch Traktionsenergie genannt. Diese wird derzeit zu etwa 92 Prozent aus erneuerbaren Energieträgern gedeckt. Der meiste Strom stammt aus Wasserkraft, die zu rund einem Drittel in den acht ÖBB-eigenen Wasserkraftwerken erzeugt wird. Rund ein Viertel stammt aus vier Partner-Wasserkraftwerken, der Rest wird aus dem öffentlichen 50-Hertz-Netz zugekauft. An der Enns speisen die Kraftwerke St.Pantaleon und Weyer in das Bahnstromnetz ein. Österreichweit liefern insgesamt acht Wasserkraftwerke der ÖBB Strom für den Bahnbetrieb. 90 Prozent des Bahnstroms können somit aktuell aus Wasserkraft erzeugt werden. Die ÖBB haben sich das Ziel gesetzt, die Ökobilanz der Bahn weiter zu verbessern und wollen in Zukunft Bahnstrom aus 100 Prozent erneuerbarer Energie anbieten.


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