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FRANKENBURG. Das Zwergziegenmädchen Sugar kam unter dramatischen Umständen in der Lebendkrippe eines Weihnachtsmarktes zur Welt: Sie verlor Mutter und Geschwister und muss obendrein um ihre Sehkraft bangen.

Patenschaften für Sugar gesucht. Fotos: Österreichischer Tierschutzverein
  1 / 2   Patenschaften für Sugar gesucht. Fotos: Österreichischer Tierschutzverein

Sugars hochträchtige Mutter wurde als „Requisite“ in der Lebendkrippe eines Salzburger Weihnachtsmarktes zur Schau gestellt und wurde bis kurz vor der Geburt im Weihnachtskrippenspiel eingesetzt. Die Entbindung fand inmitten des Marktlärmes, umrundet von Besucherscharen statt – all das war offenbar zu viel für das Muttertier: Sie hat die Geburt in der Lebendkrippe nicht überstanden und starb. Auch das Geschwisterchen hat es leider nicht geschafft. Einzig Sugar hat überlebt – und hatte Glück im Unglück. Eine aufmerksame Tierfreundin wurde auf das Ziegenbaby aufmerksam und brachte es auf den Assisi-Hof Oberösterreich in Frankenburg. Die Hofleiterin nahm sich Sugar sofort an und fütterte sie alle drei bis vier Stunden mit der Flasche – rund um die Uhr.

Liebevolle Fürsorge

„Tiere kennen weder Nachtruhe noch Feiertage“, sagt sie: „Auf den Assisi-Höfen sind wir für sie da, wann immer sie Hilfe brauchen – das ist für uns selbstverständlich.“ Die liebevolle Fürsorge der Hofbetreuer und spezielle Lämmermilch tun Sugar, die von Geburt an auf nur einem Auge sehen kann, zunehmend gut. Sie trinkt brav, hat gut an Gewicht zugelegt und erkundet langsam ihre neue Umgebung, wo sie unter Aufsicht auch ihre Artgenossen kennenlernen darf. Im Frühling, wenn es wärmer wird, plant das Team des Österreichischen Tierschutzvereines die langfristige Zusammenführung mit den anderen Assisi-Hof Tieren.

Lebendkrippen – Tierquälerei auf dem Weihnachtsmarkt

In den Lebendkrippen der Weihnachtsmärkte sind die Tiere einem hohen Stresspegel ausgesetzt – immer wieder sterben Ziegen, Schafe & Co. unter dramatischen Umständen. Oft finden Passanten Spaß daran, die Tiere zu erschrecken oder über den Zaun zu klettern, um sich als Reiter zu versuchen. Dass hochträchtige Tiere für das Krippenspiel herhalten müssen, ist ebenfalls keine Seltenheit. Der Österreichische Tierschutzverein hofft auf ein baldiges Umdenken in der Gesellschaft.

Sugar ohne Augenlicht – Behandlung notwendig

Sugar hatte ihre Mutter bei der Geburt verloren und so fehlte ihr die Möglichkeit der natürlichen Aufzucht. Zudem kam das kleine Zwergziegenmädchenmit einem schwer entzündeten Auge zur Welt und ist so gut wie blind. Auf Anraten der Tierärzte entschied der Österreichische Tierschutzverein, die kleine Zwergziege von Hand aufzuziehen. „Jedes Staubkorn, jeder Strohhalm hätte zu einer unabsehbaren Infektion führen- und noch weitere gesundheitliche Schäden verursachen können“, berichtet die Hofleiterin. Gemeinsam mit einem Spezialisten wird daran gearbeitet, Sugars Zustand zu verbessern oder zumindest stabil zu halten.

Paten für Sugar gesucht

Um Sugar eine gesunde und sichere Zukunft ermöglichen zu können, sucht der Österreichische Tierschutzverein nun nach Paten. „Viele Tiere auf unseren Assisi-Höfen sind auf Patenschaften angewiesen, denn ihre Vorgeschichten erfordern oftmals eine ganz spezielle Betreuung, die eine Weitervermittlung der Tiere unmöglich macht“ so das Team des gemeinnützigen Vereines. Informationen unter Österreichischer Tierschutzverein unter Tel. 0662/843255 oder online unter https://tierschutzverein.at/patenschaft-uebernehmen/


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