Dem Stau den Kampf ansagen: Das ist auf Straße und Schiene geplant
BEZIRK FREISTADT. Mit der S 10 hat der Bezirk einen großen Teil seiner verkehrstechnischen „Hausaufgaben“ gelöst. Doch vor dem Stau in Richtung Zentralraum ist niemand gefeit. Grund genug für die WKO, unter dem Motto „Freie Fahrt oder Stau“ eine Expertenrunde um Informationen aus erster Hand zum Stand des Ausbaus der Verkehrsinfrastruktur zu bitten.

Auf Schiene, oder vielmehr auf Straße, ist laut Günther Bsirsky, Verkehrsplaner beim Land OÖ, die Linzer Ostumfahrung. Sie soll einen Gutteil des Verkehrs zwischen A 7 und A 1, der nicht unbedingt nach Linz muss, abfangen (siehe Infobox). „Die politische Konstellation schätze ich derzeit günstig ein“, sagt Bsirsky. „Es wollen zwar alle nach Linz, aber nur wenige daran vorbei, trotzdem wird die Ostumfahrung eine Entlastung bedeuten.“
Schienenverbindung Linz-Pregarten
Entlastung ist auch das Stichwort für die Schienenachse von Linz nach Gallneukirchen und Pregarten, bisher als RegioTram bekannt. Baubeginn ist frühestens 2019. Ein 200 Meter breiter Korridor ist im Raumordnungsprogramm des Landes gesichert – und das beschert den Anrainergemeinden auch Riesenprobleme. In diesem Bereich sind nämlich keine großen Neuwidmungen erlaubt. Davon hauptbetroffen ist die INKOBA Freistadt Süd (Unterweitersdorf). Dort mussten aufgrund des Planungsstopps schon interessierte Betriebe abgewiesen werden.
„Da wird Jahre nichts weitergehen“
„Neuansiedlungen sind derzeit nicht möglich, im Kreisverkehr staut es jeden Tag – da wird noch Jahre nichts weitergehen“, befürchtet INKOBA-Obmann Fritz Stockinger. Der Stau im Kreisverkehr war auch großer Kritikpunkt aus dem Publikum. „Die Planung hat nicht versagt, aber die Region boomt so stark, mit dem aktuellen Verkehrsaufkommen haben unsere Berechnungen nicht mithalten können“, rechtfertigte sich Verkehrsplaner Bsirsky.
Brücken-Bypässe, A 26
Hat man die neuralgischen Staupunkte von Unterweitersdorf über Treffling bis Linz hinter sich gebracht, versprechen ab Frühjahr 2020 die schon begonnenen Bypässe zur Linzer Voest-Brücke weniger Stau. Auch bei der A 26, Linzer Autobahn oder Westring geht nun was weiter: Bis Ende 2022 könnte die Etappe 1 mit der Donaubrücke befahrbar sein.
Ampel im Kreisverkehr?
Projektleiter Leopold Lechner von der Asfinag kündigte an, das Stauproblem mittels Ampel lösen zu wollen. „Wir versuchen das demnächst.“ Endgültig gestorben ist der lange geforderte und geplante zweigleisige Ausbau der Summerauer Bahn. Laut Verkehrsplanung sind Maßnahmen zur Hebung der Kapazität frühestens ab 2030 rea-listisch. Bereits ab dem Fahrplan 2020 soll jedoch die Strecke Linz-Budweis-Prag in einer Fahrzeit von dreieinhalb bis vier Stunden machbar sein.
S 10 am weitesten
Von allen Verkehrsprojekten am weitesten gediehen ist derzeit der S 10-Teilabschnitt Freistadt Nord bis Rainbach Nord. Für den 7,2 Kilometer langen Streckenabschnitt läuft die Umweltverträglichkeitsprüfung. Asfinag-Planer Leopold Lechner rechnet im Optimalfall mit einem Baubeginn im Jahr 2021 und einer Verkehrsfreigabe 2024/25. „Der Lückenschluss bis zur Grenze könnte innerhalb von fünf, sechs Jahren realisiert werden.“ Ausständig ist auch noch der Autobahn-Lückenschluss in Südböhmen.
Projekt Ostumfahrung Linz
Das Ergebnis der Korridoruntersuchung ist eine Trasse vom neuen A7-Knoten Treffling zwischen Gallneukirchen und Treffling über einen Tunnel unter dem Pfenningberg bis zur B 3 in Steyregg, über eine Donaubrücke und die Voest (Schlackendeponie), entlang des nördlichen Traunufers Richtung Ebelsberg. Der A1-Anschluss erfolgt über einen Autobahnknoten Ebelsberg. Bis zur Umsetzung dauert es erfahrungsgemäß 15 Jahre. Laut Verkehrsplanern des Landes könnte der Baubeginn zwischen 2030 und 2035 erfolgen.
Projekt Summerauer Bahn
Die Offensive für eine Schienenachse mit der Pyhrnbahn bis Spielfeld ist an den Prioritäten der ÖBB für die Westbahnstrecke gescheitert. Ein zweigleisiger Ausbau zwischen Linz und St. Georgen war geplant. Um diesen zu beschleunigen, hat sich das Land OÖ 2009 gegenüber Bund und ÖBB vertraglich verpflichtet, die finanziellen Mittel vorab bereitzustellen. Nachdem die Vorfinanzierung nicht aufgestellt werden konnte, werden derzeit und in den nächsten Jahren Reinvestitions- und Modernisierungsmaßnahmen an Bahnhöfen und Haltestellen getroffen.
Projekt B 38
Auf der Böhmerwaldstraße in Schlag, Unter- und Oberrauchenödt soll in erster Linie instandgesetzt werden. Wenn die rechtlichen Vor-aussetzungen geschaffen werden können, ist heuer noch im ersten Quartal mit der Grundeinlöse für das Baulos „Zimmerhofer“ in Schlag zu rechnen. Eine Umfahrung Oberrauchenödt ist laut Landes-Verkehrsplaner nicht vorgesehen, wohl aber ein Ausbau am Bestand. „Es wird dort keine Wunder geben, wir können das Mühlviertel nicht flacher machen“, betont Vekehrsplaner Günther Bsirsky.


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15.02.2018 10:43
Oberrauchenödt
"Eine Umfahrung Oberrauchenödt ist laut Landes-Verkehrsplaner nicht vorgesehen, wohl aber ein Ausbau am Bestand." Die B38 zwischen Schlag und Sandl hätte schon vor 10 Jahren verlegt werden sollen! Jetzt wo 90% ausgebaut sind redet sich der Herr Verkehrsplaner darauf aus das man das Mühl4tel nicht flacher machen kann. Ich hau mich weg. So ein Pfosten...