Lernen mit Sinn: mit Tieren den schulischen Alltag meistern lernen
GUTAU. Vier Gutauerinnen geben mit ihren Pferden und Hunden Lerntrainings für Kinder. Dabei werden spielerisch schulische Anforderungen wie Konzentration, Motorik, Körperwahrnehmung, aber auch Selbstwirksamkeit und Selbstbewusstsein gefördert.

Gedächtnisspiele auf dem Pferd oder mit dem Hund an der Leine, eine Pferdelänge als Skala einteilen und damit erste Mathe-Übungen machen, Balance trainieren oder auf dem Rücken des Pferdes Rechnungen lösen – das sind nur einige Beispiele, die beim „Lernen mit Sinn“ in Gutau zur Förderung von Kindern angewendet werden.
Die beiden Volksschullehrerinnen Bettina Huber und Sophie Pichelmann, Altenfachbetreuerin Lisa Schatzl und Kindergartenpädagogin Lisa Wolfsegger haben im Sommer 2019 mit den Lerntrainings mit Pferd und Hund in ihrer Heimatgemeinde gestartet. In Einzelstunden werden Legasthenie- und Dyskalkulietraining sowie Vorschul- und Schulreifetraining angeboten. In den Sommerferien und vier Mal im Jahr bieten die vier Frauen zusätzlich Gruppentrainings und Lern- und Erlebnistage.
Positive Erinnerungen
„Durch die Trainings mit unseren tierischen Co-Pädagogen sollen die Kinder gut auf die Schule vorbereitet oder Lernschwächen ausgeglichen werden“, sagt Bettina Huber. Gemeinsam mit den Tieren werden (Fein-)Motorik, Konzentration, Ausdauer, Körperwahrnehmung und Selbstständigkeit gefördert und das Selbstbewusstsein gestärkt. „Mit Tieren lernt man spielerisch und das Gelernte wird mit positiven Erlebnissen verbunden“, erklärt Lisa Wolfsegger. Bei Bedarf und auf Wunsch der Eltern sprechen sich die vier Trainerinnen auch mit Lehrern ab. „Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass oft im normalen Schulunterricht nicht genug Zeit bleibt, jedes Kind einzeln zu fördern. Schwierigkeiten können so im Training einzeln aufgearbeitet werden“, sagt Sophie Pichelmann. „Wir bieten einen Rahmen, in dem sich Kinder auch ausprobieren können und dabei Erfolgserlebnisse haben. Sie können ihre Ideen einbringen, lernen, selbstständig zu agieren und nicht aufzugeben. Schüchternen Kindern fällt es zudem oft leichter, zu reden, während sie mit Tieren üben.“
Besuchshundedienst
Jede der Trainerinnen hat selbst ein Pferd und einen Hund, die bei den Trainings zum Einsatz kommen. Alle vier Hunde haben eine Therapiehunde-Ausbildung absolviert und werden jährlich geprüft. „Es gibt Trainings mit Pferd und Hund oder auch nur mit Pferd oder nur mit Hund, je nach Bedarf und Interesse des Kindes“, erklärt Lisa Schatzl, die auch Besuchshundedienste in Seniorenheimen macht. „Ich besuche auch Schulen und Kindergärten und bringe Kindern den Umgang mit Hunden näher.“


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