Reliquie der Hl. Hedwig für Bad Zell
BAD ZELL. Einen besonders feierlichen Anlass gibt es beim Hedwigsfest am Sonntag, 16. Oktober: Eine Reliquie der Heiligen Hedwig wird in der Pfarrkirche eingesetzt.

Bei Renovierungsarbeiten in der Klosterkirche von Trebnitz in Polen war eine Schatulle mit Gebeinen der Heiligen Hedwig zutage gekommen. Hedwig, die aus dem oberbayerischen Andechs stammte, hatte dieses Kloster 1202 gegründet und war 1243 dort bestattet worden. Da die Heilige in Bad Zell nachweislich bereits seit dem 15. Jahrhundert verehrt wird, bemühten sich Vertreter von Pfarre und Gemeinde mittels feierlichem Antrag im Oktober 2021, eine Reliquie für die Kurgemeinde zu bekommen. Bisher besaßen nur das Kloster Andechs und die Hedwigskathedrale in Berlin derartige Erinnerungsstücke. „Am 9. Mai 2022 haben wir in Trebnitz die gefasste Reliquie bei einem Hochamt in der Klosterkirche vom Pfarrer im Auftrag des Bischofes in Empfang genommen“, berichtet Hans Hinterreiter. Er erklärt seit mehr als drei Jahrzehnten tausenden von Gästen den Mythos der Heiligen Hedwig und die Kultur- und Baugeschichte des Hedwigsbründls. Schon im 15. Jahrhundert pilgerten heilungssuchende Menschen aus nah und fern zum Hedwigsbründl und schöpften Kraft und Heil aus der Quelle.
Laut Legende soll Hedwig von Andechs bzw. Schlesien um 1200 bei einer Pilgerreise nach Rom barfuß in Bad Zell vorbeigegangen sein. „Jedenfalls verdankt Bad Zell dem Hedwigsbründl in gewisser Weise die Entstehung seines Kurbetriebs und in weiterer Folge auch Wohlstand“, erklärt Hinterreiter. Das Kurhaus St. Hedwig war am 12. Juni 1976 eröffnet worden. Eine weitere Reliquie der Heiligen hat Pater Maximilian Schiefermüller, ein gebürtiger Bad Zeller, für die Wallfahrtskirche in Frauenberg erbeten. Für ihn sind Reliquien Erinnerungsstücke an besondere Menschen, ob Knochenstücke von Heiligen oder persönliche Gegenstände.


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